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Kirchensynode

Die Kirchensynode ist das Parlament der Zürcher Landeskirche. Sie übt im Zusammenwirken mit der Gesamtheit der Stimmberechtigten der Landeskirche die gesetzgebende Gewalt (Legislative) aus.

Im April 1528 versammelte sich unter dem Vorsitz Huldrych Zwinglis zum ersten Mal die Synode der reformierten Kirche Zürichs. Während beinahe vier Jahrhunderten tagte sie als reine Pfarrerversammlung mit eingeschränkter Kompetenz. Dem volkskirchlichen Gedanken entsprechend wurde sie 1895 als gemischte Synode von Theologen und Laien neu geschaffen.

Die Kirchensynode (Legislative) verhandelt nach parlamentarischen Regeln in öffentlich zugänglichen Sitzungen im Rathaus in Zürich. In der Regel findet vierteljährlich (März, Juni, September und November) eine ordentliche Versammlung statt. Hinzukommen ausserordentliche Versammlungen nach Bedarf. Die Aufgaben und Befugnisse der Kirchensynode sind in der Kirchenordnung festgelegt, ihre Organisation und Arbeit in einer Geschäftsordnung geregelt. Die Kirchensynode zählt 120 Mitglieder, zuzüglich je einer Vertretung der französisch-, italienisch- und spanischsprachigen Kirchgemeinschaften (180 Mitglieder bis Ende der Amtsdauer 2007–2011). Diese vertreten die gesamte reformierte Einwohnerschaft des Kantons und werden alle vier Jahre im Verfahren der Mehrheitswahl an der Urne gewählt. Es bestehen dieselben Wahlkreise wie bei den Wahlen in den Kantonsrat. Die Mehrheit der Vertreterinnen und Vertreter eines Wahlkreises darf nicht als Pfarrerin, Pfarrer, Angestellte oder Angestellter im Dienst einer Kirchgemeinde oder der Landeskirche stehen.

Die Vorbereitung der Synodeversammlungen, die Behandlung der Geschäfte sowie Wahlen und Abstimmungen in der Kirchensynode richten sich nach der Geschäftsordnung.

Aufgaben und Zuständigkeiten

Die Kirchensynode trifft sich vierteljährlich zu einer ordentlichen Versammlung sowie je nach Geschäftslast zu ausserordentlichen Versammlung.

Die Entschädigung der Mitglieder der Kirchensynode richtet sich nach dem Entschädigungsreglement.

Die wesentlichen Befugnisse der Kirchensynode sind gemäss Kirchenordnung:

  • Beschlussfassung über Bibelübersetzung, Liturgie und Gesangbuch
  • Erlass und Änderung der Kirchenordnung und von Beschlüssen die für alle Kirchgemeinden verbindlich sind
  • Erlass und Genehmigung von Verordnungen, sofern die Kirchenordnung dies vorsieht
  • Stellungnahme zur Änderung von Bestimmungen der Kantonsverfassung, welche die Landeskirche betreffen, und zu Revisionen des Kirchengesetzes
  • Kenntnisnahme der Legislaturziele des Kirchenrates
  • Beschlussfassung über gesamtkirchliche Aufgaben
  • Behandlung von Initiativen, Motionen, Postulaten, Interpellationen, Schriftlichen Anfragen, Resolutionen und Petitionen
  • Regelung der Entschädigung der Mitglieder der Kirchensynode, des Kirchenrates, der Bezirkskirchenpflegen und der Rekurskommission
  • Aufsicht über die Geschäftsführung des Kirchenrates und der Rekurskommission sowie Abnahme der Jahresberichte
  • Stellungnahme zu Fragen theologischer und kirchlicher sowie ethischer und gesellschaftlicher Natur durch öffentliche Erklärungen
  • Beratung und Beschlussfassung über weitere vom Kirchenrat vorgelegte Geschäfte
  • Beschlussfassung über Ausgaben, welche die Zuständigkeit des Kirchenrates überschreiten, bei neuen einmaligen Ausgaben bis zu 4 Mio. Franken, bei neuen jährlich wiederkehrenden Ausgaben bis zu 400 000 Franken
  • Beschlussfassung über neue einmalige Ausgaben von mehr als 4 Mio. Franken und über neue jährlich wiederkehrende Ausgaben von mehr als 400 000 Franken, unter Vorbehalt des fakultativen Referendums
  • Festsetzung eines Rahmenkredites für Ergänzungspfarrstellen jeweils für deren Amtsdauer
  • Festsetzung des Budgets der Landeskirche sowie der Beiträge der Kirchgemeinden an die Landeskirche in Steuerprozenten
  • jährliche Kenntnisnahme des Finanzplanes der Landeskirche
  • Prüfung und Genehmigung der Rechnungen der Landeskirche und ihrer Fonds
  • Wahl der Kirchenratspräsidentin oder des Kirchenratspräsidenten und der weiteren Mitglieder des Kirchenrates
  • Wahl der Mitglieder der Rekurskommission
  • Wahl der Abgeordneten für die Abgeordnetenversammlung des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes
  • auf Vorschlag des Kirchenrates Wahl der kirchlichen Ombudsperson und von deren Stellvertreterin oder Stellvertreter
  • Wahl der Synodalpredigerin oder des Synodalpredigers