Message

Preisfrage: Was fehlt, wenn Gott fehlt?

Im Rahmen des Reformationsjubiläums schreibt die Reformierte Landeskirche eine Preisfrage aus. Sie lautet: «Was fehlt, wenn Gott fehlt?»

Gesucht sind Menschen, die mutig wie die Reformatoren vor 500 Jahren Gott auf der Spur bleiben. Der erste Preis ist mit 5'000 Franken dotiert. Die drei besten Eingaben werden publiziert und in Kirche und Öffentlichkeit diskutiert.

Die Reformatoren haben vor 500 Jahren Ungeheuerliches vollbracht. Innerhalb weniger Jahre wurden in Zürich Kirche, Staat und christlicher Glaube komplett umgebaut und auf eine neue Grundlage gestellt. Ein neues Lebensgefühl ergriff die Menschen: Jede und jeder stand unmittelbar vor Gott. Alle konnten die Bibel selber lesen und ihren Glauben eigenständig formulieren. In Denken wie Frömmigkeit fühlten sie sich von Gott ermächtigt.

In den heutigen Lebensgefühlen ist das anders. Mal ist Gott unentbehrlich, auch wenn sich Zweifel einschleichen. Mal fehlt nichts, wenn Gott fehlt. Mal ist der Himmel voll mit Geistern und Gespenstern, Übernatürlichem oder Göttlichem, mit Jesus als Vorbild oder Freund; oder der Himmel ist leer und still. Und dann gibt es die, denen Gott fehlt; die beim Gedanken an Gott einen Mangel spüren und die erahnen, dass dieser Mangel verheissungsvoll sein könnte. In ihm vermuten sie die Kraft, verdeckte Quellen aufzuspüren und für die Gegenwart fruchtbar zu machen.

Gesucht sind darum Personen, die ‒ mutig und radikal wie die Reformatoren damals ‒ Gott auf der Spur bleiben und für ihn überraschende Bilder und eine vielfältige Sprache finden. Ob Essay, Szene, Songtext, Rap, Story, Slogan, Gedicht oder grosse Kolumne – alle Textsorten sind als Antwort auf die Preisfrage willkommen. Jede und jeder wählt die Art aus, in der er oder sie sich am besten ausdrücken kann. Nicht die Textsorte entscheidet, sondern die öffnende Perspektive, der kreative Zugang und die inhaltliche Dimension.

Die drei besten Eingaben werden mit 5'000, 3'000 bzw. 2'000 Franken prämiert, publiziert und in Kirche und weiterer Öffentlichkeit diskutiert. Einsendeschluss ist der 1. Januar 2019. Die Texte dürfen inkl. Leerzeichen maximal 40.000 Zeichen umfassen. Sie werden anschliessend in einem anonymisierten Verfahren von einer interdisziplinären Jury beurteilt. Die Prämierung erfolgt im Rahmen einer Feier. Die prämierten Texte werden im Theologischen Verlag Zürich TVZ publiziert; eine Auswahl der Beiträge wird in der NZZ abgedruckt.

:: Weitere Informationen und Einsendung: zhref.ch/preisfrage

:: NZZ-Artikel vom 11. Juli 2018 zur Preisfrage: (Link)