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Zölibat

Zustand der Ehelosigkeit sowie der geschlechtlichen Enthaltsamkeit. Der Zölibat existiert in vielen religiösen Traditionen, so z.B. im alten Judentum, bei den Essenern sowie bei Mönchen und Nonnen im Buddhismus, Jainismus und Hinduismus.

In der römisch-katholischen und den orthodoxen Kirchen gilt der Zölibat für Ordensgemeinschaften. In der Ostkirche dürfen Geistliche, die in der Gemeinde tätig sind, vor der Ordination heiraten, während Bischöfe den Zölibat befolgen.

In der römisch-katholischen Kirche ist der Zölibat für alle Geistlichen vorgeschrieben, wobei die Kirche diese Lebensform durch das Neue Testament begründet (NT: 1.Korinther 7,6-25 und MatthäusEV 19,12).

Weitere Gründe, die für die Verpflichtung zum Zölibat angeführt werden, sind: (1) der Geistliche soll Gott in größerer Freiheit und mit ungeteiltem Eifer dienen können; (2) da der Geistliche dazu berufen ist, Jesus Christus zu dienen, ist für ihn das heiligere Leben in Enthaltsamkeit geboten. Dies soll jedoch nicht heissen, dass die Ehe kein heiliger Stand sei, sondern lediglich, dass der Zölibat einen Zustand höherer Vollkommenheit bedeutet.

Der Zölibat hat in der römisch-katholischen Kirche keinen dogmatischen Inhalt, sondern ist eine Disziplinarvorschrift. In der lateinischen Kirche wurde der Zölibat im 6. Jahrhundert als Vorschrift für den Klerus eingeführt. Obwohl Papst Paul VI. in seiner Enzyklika vom 24.Juni 1967 die Auffassung der Tradition noch einmal bekräftigte, bleibt der Pflichtzölibat eine viel diskutierte Streitfrage in der (katholischen) Kirche.

Die Reformatoren verwarfen die Ehelosigkeit der Geistlichen. Beispielhaft auch Martin Luther, der die ehemalige Nonne Katharina von Bora heiratete. Die Heirat der Priester und die Abschaffung monastischer Gelübde wurden zum Kennzeichen all jener christlichen Gemeinschaften, die ihre Loyalität gegenüber der römisch-katholischen Kirche kündigten.

Nach den Artikeln der anglikanischen Kirche sind Bischöfe, Priester und Diakone nicht durch göttliches Gesetz zu jungfräulichem Leben oder zur Ehelosigkeit verpflichtet. Daher ist es ihnen erlaubt, dann zu heiraten, wenn sie überzeugt sind, in diesem (Ehe-)Stand Gott besser dienen zu können.