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Täufer

Täufer - Wiedertäufer

 Zürich ist die Wiege der über Jahrhunderte verfolgten und heute weltweit verstreuten Täufergemeinden. Wie die 1523 vom Grossen Rat gutgeheissene evangelische Kirche waren auch die Täufer Kinder der Reformation.

Die Begründer des Täufertums gehörten ursprünglich zu den treuen Gefolgsleuten Zwinglis. Sie beteiligten sich mit anderen angesehenen Bürgern am gemeinsamen Bibelstudium und an den Übersetzungsarbeiten. Die Heilige Schrift war für sie die alleinige Richtschnur ihres Glaubens.

Konrad Grebel, Sohn des konservativen Ratsherrn, und der als uneheliches Kind eines Geistlichen geborene Felix Manz vertraten dabei den linken und zunehmend radikaleren Flügel von Zwinglis Reformbewegung. Sie bemerkten, dass die Säuglingstaufe nirgends im Neuen Testament erwähnt wird. Wohl aber fanden sie zahlreiche Hinweise auf die Erwachsenentaufe, die von den Urchristen als Akt eines bewussten Glaubensbekenntnisses vollzogen wurde. Die meist jüngeren bibeltreuen Männer verlangten daraufhin die Einführung der Erwachsenentaufe.

Obwohl auch Zwingli in seinen früheren Schriften von der "Taufe an Mündigen" sprach, plädierte er später für die Beibehaltung der Kindertaufe: Diese sei nun einmal so Brauch und aus der Bibel lasse sich weder ein Gebot noch ein Verbot der Kindertaufe ableiten, erklärte er. Zwingli ging es dabei vor allem um die Erhaltung der Volkskirche. Er wollte keine Abspaltung und versuchte seine Reformen mit möglichst breiter staatlicher Unterstützung einzuführen. Deshalb achtete er stets darauf, nicht mit sämtlichen alten Traditionen zu brechen.

Die Taufgesinnten empfanden dies jedoch als Verrat an der Heiligen Schrift. Sie warfen dem Reformator vor, er sei auf halbem Weg stehen geblieben. Nach einer gescheiterten Aussprache versammelten sie sich am 21. Januar 1525 beim ehemaligen katholischen Priester Johannes Brötli in Zollikon, tauften sich gegenseitig und gründeten die erste Täufergemeinde - und damit auch die erste reformierte Freikirche.

Rea Rother (bearbeitet)