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Schulwesen

Schulwesen in der Zürcher Reformation

Nachdem Zwingli die üblichen Schulen bis zur Universität durchlaufen hatte, blieb er aufgrund seiner Tätigkeiten mit verschiedenen Schulen weiterhin in Kontakt. Für den Reformator waren daher pädagogische Neuerungen ein wichtiges Anliegen. Zwinglis Ziel war es, für die Verkündigung des wiederentdeckten Evangeliums, der wahren Religion, eine neue Generation zu formieren. Den Schülern sollte statt blossem Wissen eine umfassende Bildung vermittelt werden. Ziel der neuen „reformierten“ Erziehung sollte sein, das Wissen mit hoher ethischer Verantwortung einzusetzen. In Zwinglis erziehungspolitischer Schrift „Wie Jugendliche aus gutem Haus zu erziehen sind“ hat darum nicht das Fachwissen Priorität, sondern die Erziehung zum Glauben. Eine gute Schule soll die Jugendlichen anleiten, Jesus nachzufolgen. Der Erwerb von Wissen muss diesem Ziel dienen; dabei ist die Auswahl der Fächer sehr breit: von den alten Sprachen, die für Zwingli sehr wichtig sind, bis zur Körperertüchtigung.

Zur neuen theologischen Schule in Zürich, der sogenannten Prophezei, gab Zwingli die entscheidenden Impulse, um das alte Grossmünsterstift in eine moderne Ausbildungsstätte für die Pfarrer umzuwandeln. (Vgl. „Grossmünster vor Zwingli“).

Ch. Scheidegger am 25. Mai 2002 (bearb.)