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Presbyterianer

Beim Presbyterianismus und Reformiertentum handelt es sich um ein und dieselbe kirchliche Richtung; ihre Glaubenslehren und Kirchenverfassungen gehören zum selben Zweig des Protestantismus.
„Reformiert“ nennen sich die Kirchen auf dem europäischen Festland, die in ihren geschichtlichen Wurzeln auf die Reformation Zwinglis und Calvins zurückgehen. Im angelsächsischen Raum jedoch heissen diese Kirchen meistens „presbyterianisch“. Während der „Presbyterianismus“ eher mit einer bestimmten kirchlichen Verfassung assoziiert wird, bezeichnet „reformiert“ mehr eine Glaubensanschauung. Soviel zu den unterschiedlichen Begriffen „reformiert“ und „presbyterianisch“.

Anders als die Lutherische, Anglikanische und die Evangelisch-methodistische Kirchen, die nebst den Pfarrern noch Bischöfe haben (episkopales Kirchensystem), kennen die reformierten und presbyterianischen Kirchen nur das presbyteriale Amt (Pastor/Pfarrer und Älteste/Presbyter). Die Position der Einzelgemeinde ist stark, aber nicht absolut wie beim Kongregationalismus (Autonomie der Ortskirche). Die übergeordnete Instanz der reformierten und presbyterianischen Kirchen ist die Synode, die Versammlung der Gemeindeabgeordneten.

Die meisten reformierten und presbyterianischen Kirchen haben sich dem 1875 in London gegründeten REFORMIERTEN WELTBUND zusammengeschlossen; der volle englische Name lautet „Alliance of Reformed Churches throughout the World holding the Presbyterian Order“. Der reformierte Weltbund umfasst heute ungefähr 70 Millionen Mitglieder.

Ch. Scheidegger am 26. Januar 2002 (bearb.)