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Familie

Zwinglis Familie - Herkunft und Nachkommen

Huldrych Zwinglis Eltern - Seine Wohnorte
Seine Mutter, Margaretha geborene Bruggmann, und sein Vater, Ulrich Zwingli, zogen den Jungen in Wildhaus (Toggenburg) auf, wo der Vater als Ammann (Bürgermeister) amtete. Bald schon, mit sechs Jahren, kam er aber aus Wildhaus zu seinem Onkel, einem Pfarrer, in Weesen am Walensee. Dort besuchte er die Dorfschule. Als Jugendlicher wurde er zur Ausbildung weiter nach Bern gewiesen. Als er dort beinahe im Kloster gelandet wäre, schickten ihn sein Vater und Onkel nach Wien an die Universität. Auch in Basel studierte er nachher. Als 23jähriger wurde er an die Kirchgemeinde Glarus als Pfarrer gewählt, arbeitete nachher drei Jahre als Leutpriester in Einsiedeln und lebte dann - von seiner Berufung ans Grossmünster 1519 bis zu seinem Tod - in Zürich, seinem Hauptwirkungsfeld.

Zwinglis Nachkommen
Mit der Generation der Urenkel starben die Nachkommen des Reformators, die den Namen Zwingli trugen, aus. Alle heute lebenden Nachkommen Zwinglis stammen von Töchtern der drei ersten Ulriche (Reformator, Sohn, Enkel) her und zwar der weitaus grösste Teil von des Reformators Tochter Regula. Namen wie z.B. die Zürcher Simmler, Waser, Welti (-Furrer), Sprüngli, gehören hierhin.

Jene Zwingli, die später eine ganze Reihe Pfarrer hervorbrachten, stammen also nicht vom Reformator ab, sondern von einem andern Zweig von Zwinglis, der schon vor der Reformation nach Elgg gelangte und ursprünglich wohl zum gleichen Stamm wie die Toggenburger gehörte.

Gab der Reformator ein "Pfarrer-Gen" weiter? Auf den ersten Blick scheint es so. Bis etwa 1800 erscheinen unter den bekannten Nachkommen 146 Geistliche, dazu haben über hundert weibliche Nachkommen Pfarrer geheiratet und ebensoviele Pfarrerssöhne. Jede fünfte bekannte Nachkommenfamilie vor 1800 ist geistlichen Standes. - Jedoch für Zürich fällt das nicht gross aus dem Rahmen. Es scheint eine regelrechte "Verpfarrerung" der Stadt gegeben zu haben im 17./18. Jh.: jeder zehnte bis zwölfte (männliche) Stadtbürger war ein (reformierter) Geistlicher!

Die Frage, ob Ulrich und Anna Nachkommen hatten, "möglicherweise bis zum heutigen Tag" kann also mit Ja beantwortet werden. Nach verschiedenen Berechnungen müssten es heute einige Zehntausend sein.

Literatur: W.H. Ruoff: Nachfahren Ulrich Zwinglis. Bern, 1937.

 

Zwinglis Taufe:
Huldrych Zwinglis Geburtstag und Taufe sind in keiner zeitgenössischen Urkunde festgehalten; vom Eintrag in ein Taufregister war zu jener Zeit noch keine Rede. Geboren am Neujahrstag des Jahres 1484 (dies ist aufgrund späterer Dokumente unbezweifelt), wurde er sicher in jenem Januar noch getauft. Wo und durch wen ist unsicher. Lange galt für selbstverständlich, dass er in der Kirche seines Wildhauser Heimatdorfes durch seinen Onkel Bartholomäus Zwingli getauft worden sei. Wahrscheinlicher ist aber, dass man im Januar in Wildhaus noch gar keinen eigenen Pfarrer besass (Bartholomäus kam "im Jahr 1484", kaum aber schon am 1.Jan.). Bis just 1484 musste man sich für Taufe, Eheschluss und Bestattung in den fast zwei Stunden entfernten Hauptort Gams hinunter bequemem. Dabei dürfte auch der kleine Ulrich keine Ausnahme gebildet haben.

C. Schnabel am 24. November (bearbeitet)