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Bibelübersetzung

Zürcher Bibelübersetzung - Überblick

In der Reformation gewann der biblische Text wieder massiv an Bedeutung. Es kam wieder darauf an, was in der Bibel steht. So wurde die Reformation auch die hohe Zeit der Bibelübersetzungen, die bisher vor allem in lateinisch und griechisch vorlagen. Zwei Ziele wurden bei der Zürcher Bibelübersetzung verfolgt: Zum einen sollte der Text für das "Volk" verständlich werden (Mundart bzw. Hochdeutsch) und zum anderen sollten alle biblischen Texte den interessierten Menschen zugänglich werden, was nur dank dem entstehenden Buchdruck möglich war.

Die Zürcher Bibelübersetzung, heute auch Zwingli-Bibel genannt, wuchs aus der "Prophezey" heraus. Diese wichtige Aufgabe begann mit einer an jedem Werktag stattfindenden Bibelauslegung mit deutscher Übertragung für die Gemeinde. Daran waren alle (!) Geistlichen aus Zürich beteiligt. Zur Übersetzung wurde soweit vorliegend die Lutherbibel benutzt, was es Zwingli ermöglichte, mit dem Gesamtwerk fünf Jahre vor Luther fertig zu werden. Beim Buchdrucker Froschauer erschienen von 1525-1529 zuerst das Neue Testament, dann die einzelnen Teile des Alten Testaments, bis 1531 erstmals die ganze Übersetzung in einem Band erschien. Diese berühmte Froschauerbibel war ein Meisterwerk des Buchdrucks mit über 200 Illustrationen.

Um dem Volk sprachlich möglichst nahe zu kommen, wurden bis 1665 auch verschiedene Mundartfassungen erstellt, seither wird aber die allgemein verbreitete hochdeutsche Schriftsprache gebraucht. Die Zürcher Bibelübersetzung in der heutigen Fassung stammt von 1931, wobei erste Teile (Evangelien, Psalmen) der neuen Übersetzung, die ca. 2006 vollendet sein wird, bereits erschienen sind.

Ausserdem gibt es seit 1995 von Emil Weber die Übersetzung des Neuen Testaments ins Zürichdeutsche; Übersetzungen in andere Schweizer Mundarten (Berndeutsch etc.) sind ebenfalls vorhanden.

Matthias Reuter (bearbeitet und ergänzt)