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Schatten der Reformation

Ausstellung im Stadthaus Zürich
  • Wann 21.09.2018 um 10:00 bis 02.03.2019 um 17:00 (Europe/Zurich / UTC200)
  • Wo Stadthaus Zürich
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Eine Reformation ist mehr als die kleine und brave Schwester der Revolution. Sie setzt unterschiedlichste Kräfte frei, deren oft widersprüchliche Wirkungen im Rahmen eines Jubiläums ebenfalls zu bedenken und zu thematisieren sind. Dafür steht Schatten der Reformation.

Eine Ausstellung im Stadthaus (ab 21. September 2018) konfrontiert Reformation und Gegenwart auf einer überraschend persönlichen Ebene. Zwölf Paare, je eine historische und eine lebende Person, stehen sich direkt gegenüber und vermitteln eine ambivalente Sicht des religiösen Umbruchs. Denn die keineswegs nur positive Gesinnung der gefeierten Reformatoren – etwa gegenüber Frauen, Täufern, Juden – wirft lange Schatten bis in die Gegenwart. Verdrängte Schicksale und prekäre Existenzen von gestern und heute erhalten ein Gesicht und eine Stimme.

Eine wesentliche Grundlage für diese Konfrontationen liefert eine Publikation (Herausgeber: Peter Niederhäuser beim Chronos Verlag Zürich). Hier stehen soziale Gruppen im Mittelpunkt, die auf unterschiedliche Weise von den reformatorischen Neuerungen betroffen waren. Von der jähen Verdrängung jener Menschen, die in Zürich als Nonkonformisten gehandelt wurden, über die offene Verfolgung von Andersgesinnten spannt sich ein Bogen wiederum bis in die Gegenwart. Der reformatorische Elan stand sich oft selbst im Wege und verhinderte die Umsetzung seiner Ideale.