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Ferienwoche für Flüchtlingsfamilien im Berner Oberland 2018

Die Ferienwoche findet jährlich statt. Sie wird von der Katholischen Kirche im Kanton Zürich, der Reformierten Landeskirche Zürich, der Fachstelle Flüchtlinge Caritas Zürich sowie dem solinetz getragen. Finanziert wird sie durch die Beiträge der Teilnehmer sowie durch weitere Spenden und Zuwendungen.

«Fertig gespielt!» Remy Beusch steht auf der Treppe und versucht, rund sechzig Kinder in Richtung Esssaal zu bewegen, während diese noch auf der Wiese vor dem Lagerhaus herumwuseln. Grosse und Kleine rennen hier am Hasliberg durcheinander, spielen mit Hula-hoppReifen, Springseilen und Fussbällen.Daneben stehen Mütter und Väter, geniessen die Sonne auf der grossen Terrasse, tadeln bei Bedarf ihre Kinder und helfen beim Aufräumen der Spielsachen. Man hört Arabisch, Kurdisch, Farsi, Deutsch und Spanisch. In all diesen Sprachen wird gesungen, gerannt, gehüpft und gepurzelt.

Ein Sommer-Erlebnis schaffen

18 Familien nehmen diesen Sommer an der Ferienwoche im Berner Oberland teil. «Ab in die Berge» lautet ihr Motto.

Für eine Woche sollen Familien, die sich keine Ferien leisten können, unbeschwerte Tage erleben und die Schweiz von ihrer schönsten Seite kennenlernen.

Enid, die zum Team der 15 freiwilligen Leiterinnen und Leiter gehört, erklärt: «Die ursprüngliche Idee für diese Ferienwoche entstand aus der Beobachtung, dass Kinder von geflüchteten Familien nach den Sommerferien nie mitreden können, wenn die anderen Kinder von ihren Reisen erzählen.

»Mit diesen Ferientagen soll nun auch ihnen dieses Erlebnis geschenkt werden – und den Eltern etwas Ruhe gegönnt sein. Dazu fördern die Bergferien aber auch die Integration der Familien in der Schweiz. Unterstützt wird die Ferienwoche von reformierten und katholischen Kirchgemeinden, welche die Teilnehmerbeiträge der Familien teilweise oder sogar komplett übernehmen. Dabei arbeiten die Kirchgemeinden eng mit dem Verein «solinetz» zusammen.

Die Hauptleiter der Ferienwoche, Remy Beusch, Sozialdiakon der reformierten Kirche in Uster, und Priska Alldis, Leiterin der Fachstelle Flüchtlinge bei der Caritas, wollen anderen Menschen etwas ermöglichen, was für die meisten Schweizer normal ist: im Sommer zu verreisen.Neben Ausflügen zum Ballenberg, Wanderungen und einer Schifffahrt zu den Giessbachfällen bleibt Zeit, gemeinsam zu essen, sich kennen zu lernen oder auch einfach unbeschwerte Familienzeit zu geniessen.

Auszug aus dem Katholischen Forum 20/2018
Download kompletter Bericht (pdf)

www.solinetz-zh.ch/projekte/ferienwoche