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Austausch-, Begegnungs- und Bildungsplattformen

Folgende Vereine und Stiftungen bieten auf kantonaler, nationaler und globaler Ebene Austausch-, Begegnungs- und Bildungsplattformen für den interreligiösen Dialog an.

Kantonale Ebene

Zürcher Forum der Religionen
Das Zürcher Forum der Religionen wurde 1997 auf Initiative der Stadt Zürich gegründet. Es versteht sich als Zusammenschluss religiöser Gemeinschaften und staatlicher Stellen im Kanton Zürich und fungiert als Bindeglied zwischen den fünf grossen Weltreligionen – Hinduismus, Buddhismus, Judentum, Christentum, Islam. Das Zürcher Forum der Religionen setzt sich sowohl für den interreligiösen Dialog als auch für den Austausch zwischen religiösen und politischen Institutionen ein.
http://www.forum-der-religionen.ch/

Interreligiöser Runder Tisch im Kanton Zürich
Der Interreligiöse Runde Tisch wurde 2004 auf Initiative des damaligen Kirchenratspräsidenten Ruedi Reich gegründet. Beim Runden Tisch treffen sich die Leitungsverantwortlichen der im Kanton Zürich bestehenden Religionsgemeinschaften regelmässig zum Ideen- und Gedankenaustausch. Dabei werden aktuelle Probleme und Projekte diskutiert und vereinzelt auch öffentliche Stellungnahmen abgegeben. Im Hintergrund leistet der Interreligiöse Runde Tisch auf verschiedenen Ebenen Vermittlungsarbeit zwischen Religionsgemeinschaften und Behörden.
http://www.rundertisch.ch/

Zürcher Institut für interreligiösen Dialog (ZIID)
Das Zürcher Institut für interreligiösen Dialog (1994 bis 2015 Zürcher Lehrhaus) ist eine Bildungsinstitution, die sich dem interreligiösen Dialog zwischen Judentum, Christentum und Islam widmet. Es ist ein Ort, an dem sich Menschen verschiedenster Herkunft mit jüdischer, christlicher und islamischer Kultur, Religion, Geschichte und Gegenwart auseinandersetzen und auf diese Art voneinander und miteinander lernen. Die Arbeitsschwerpunkte des ZIID umfassen Wissensvermittlung, Aufklärungs-, Bildungs- und Sensibilisierungsarbeit, Beratungs- und Vernetzungstätigkeit sowie wissenschaftliche Fachpublikationen.
https://www.ziid.ch/


Nationale Ebene

Interreligiöse Arbeitsgemeinschaft in der Schweiz (Iras Cotis)
Die 1992 gegründete Interreligiöse Arbeitsgemeinschaft der Schweiz Iras Cotis versteht sich als Interessensgemeinschaft der in der Schweiz vertretenen Religionsgemeinschaften. Iras Cotis setzt sich dafür ein, die Toleranz und den gegenseitigen Respekt zwischen den Gemeinschaften zu verbessern. Iras Cotis fördert die Begegnungen und den Austausch zwischen Angehörigen der verschiedenen Religionsgemeinschaften und berät religiöse Gemeinschaften in Ihren Bestrebungen gegenüber von politischen und kirchlichen Behörden sowie der Öffentlichkeit.
www.iras-cotis.ch/

Schweizerischer Rat der Religionen (SCR)
Der 2006 gegründete Schweizerische Rat der Religionen setzt sich aus den leitenden Persönlichkeiten der drei christlichen Landeskirchen, der jüdischen Gemeinschaft, der christlich-orthodoxen Gemeinde und islamischer Organisationen zusammen. Der Rat – der sich als Dialogplattform versteht – beschäftigt sich mit Themen im Spannungsfeld zwischen Religion, Politik und säkularer Gesellschaft. Er unterstützt die Verständigung zwischen den Religionsgemeinschaften, fördert den religiösen Frieden in der Schweiz und ist Ansprechpartner für die Bundesbehörden und den Bundesrat.
http://www.ratderreligionen.ch/

Interreligiöser Think Thank (ITT)
Der seit 2008 bestehende Interreligiöse Think-Tank ist ein institutionell unabhängiger Zusammenschluss von Exponentinnen des interreligiösen Dialogs in der Schweiz, die gemeinsam ihre Dialogpraxis reflektieren, gesellschaftliche und religionspolitische Fragen diskutieren und ihre Erkenntnisse und ihr interreligiöses Know-how der Öffentlichkeit zugänglich machen. Der ITT will den unabhängigen und institutionskritischen Stimmen in der Öffentlichkeit Gehör verschaffen sowie der Frauen- und Genderperspektive Gewicht verleihen, die in den religionspolitischen Debatten oft ausgeblendet wird.
http://www.interrelthinktank.ch/

Haus der Religionen
Das 2014 eröffnete Haus der der Religionen – Dialog der Kulturen ist ein Ort des Gesprächs und der Begegnung zwischen Bevölkerungsgruppen und religiösen Gemeinschaften. Es wird von acht Religionsgemeinschaften genutzt, die das Zusammenleben unter einem Dach praktizieren und den Dialog mit der Öffentlichkeit pflegen. Das Haus fördert mit Bildungs- und Erfahrungsangeboten Verständnis für die religiöse und kulturelle Geschichte der Schweiz. In gleicher Weise vermittelt es einen vertiefenden Zugang zu Erfahrung, Wissen und Spiritualität anderer kultureller und religiöser Gemeinschaften.
www.haus-der-religionen.ch/

Interreligiöses Frauenparlament
Das im Zweijahresrhythmus tagende interreligiöse Frauenparlament ging aus einer 2014 in Basel durchgeführten Tagung zum Thema "Wir wollen sichtbar mitgestalten" hervor. Den über 80 teilnehmenden Frauen aus acht verschiedenen religiösen Traditionen ging es darum, sowohl in den Religionsgemeinschaften als auch in der Gesellschaft sichtbar Verantwortung zu übernehmen und ihre Kenntnisse und Fähigkeiten im Dienste der Allgemeinheit einzusetzen. Die Begegnung und die daraus resultierende Weiterarbeit wurde von den Teilnehmerinnen 'Parlament' genannt, weil es ihnen neben der Begegnung und Vernetzung auch um ein gesellschaftliches Sichtbarwerden und politisches Engagement geht.
www.interrel-frauenparlament.ch


Globale Ebene

Weltparlament der Religionen (World Parliament of Religions)
Das Weltparlament der Religionen ist ein Zusammentreffen von Vertretern aller grossen Religionen mit dem Ziel gegründet, die Harmonie zwischen den religiösen und spirituellen Gemeinschaften der Welt zu pflegen sowie deren Engagement für eine gerechte, friedliche und nachhaltige Welt zu fördern. Das erste Weltparlament der Religionen fand 1893 in Chicago im Rahmen der Weltausstellung statt und gilt als die Geburtsstunde des weltweiten interreligiösen Dialogs. Hundert Jahre später trat das Weltparlament der Religionen zum zweiten Mal in Chicago zusammen. Seither wurden weitere Treffen in Kapstadt (1999), Barcelona (2004), Melbourne (2009) und Salt Lake City (2015) durchgeführt und ein siebtes Treffen ist für November 2018 in Toronto geplant.
https://parliamentofreligions.org/

Stiftung Weltethos
Für das zweite Weltparlament der Religionen (Chicago, 1993) hat der Schweizer Theologe Hans Küng eine 'Erklärung zum Weltethos' ausgearbeitet, die von 200 Vertretern aller Weltreligionen unterzeichneten wurde. Damit verständigten sich erstmals Repräsentanten aller Weltreligionen auf Kernelemente eines gemeinsamen Ethos, wie das Prinzip Menschlichkeit, die „Goldene Regel“ [Was du nicht willst, das man dir tut,
das füg auch keinem anderern zu] und die „vier unverrückbaren Weisungen“: Gewaltlosigkeit, Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit sowie Partnerschaft und Gleichberechtigung von Mann und Frau. Die Stiftung Weltethos möchte die ethische Tradition aller Religionen der Menschheit bewusst machen und damit eine Grundlage für globalen Frieden schaffen.
http://www.weltethos.org

«Diese eine Welt braucht ein Ethos; diese eine Weltgesellschaft braucht keine Einheitsreligion und Einheitsideologie, wohl aber einige verbindende und verbindliche Normen, Werte, Ideale und Ziele» (Hans Küng. Projekt Weltethos. 1990. München: Piper Verlag: Seite 14).