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Weltweite Diakonie im Gemeindeleben

Weltweite Diakonie umfasst alle Handlungsfelder des kirchlichen Gemeindelebens. In Gottesdiensten, Diakonie und Seelsorge, Bildung und Spiritualität sowie in Gemeindeaufbau und Leitung gehören weltweites Denken und Handeln in den Horizont der Kirchgemeinde. Die landeskirchlichen Werke Brot für Alle, HEKS und Mission 21 unterstützen sie im Themenfeld Ökumene, Mission und Entwicklung - OeME mit Kampagnen, Projekten, Impulsen und Materialien.

Weltweite Diakonie gehört zum Leben jeder Kirchgemeinde. Durch Kollekten und Vergabungen, Aktionen und Projekte wird die Solidarität mit Menschen und Kirchen auf der ganzen Welt konkret. Die kirchlichen Werke – Brot für alle und HEKS (Fusion zu einem einzigen Werk voraussichtlich 2022) und Mission 21 – setzen dabei gemeinsam mit den Kirchgemeinden den Auftrag der Kirchenordnung um.

Eine gelungene Umsetzung dieses Auftrags mobilisiert in den Kirchgemeinden viele Leute und bereichert das Gemeindeleben durch neue Perspektiven. Idealerweise arbeiten dafür Verantwortliche aus der Kirchenpflege, aus der Sozialdiakonie und aus dem Pfarramt mit Freiwilligen eng zusammen. Dies kann je nach Kirchgemeinde im Ressort Diakonie, in einer Kommission oder in einer spezifischen Arbeitsgruppe erfolgen.

Weltweite Diakonie konkret

Gottesdienste

Die kirchlichen Werke, aber auch Bewegungen wie der Weltgebetstag und oeku-Schöpfungszeit bieten Arbeitsmaterialien mit theologischen Impulsen, Liedern und Gebeten aus Schwesterkirchen rund um den Erdball. Sie vermitteln auch Gäste aus Partnerkirchen, die Gottesdienste mitgestalten und von ihren Projekten berichten können.

Aktionen und Kampagnen

Die kirchlichen Werke Brot für alle und HEKS sowie Mission 21 sammeln jährlich für ihre Kampagnen und bieten dazu vielfältiges Material zur Umsetzung in den Kirchgemeinden, z.B. am Suppentag, Flüchtlingstag, Basar etc. Kantonale Impulsveranstaltungen bieten dafür erste Anregungen und Vertiefungen. Eine Gemeinde kann auch ein oder zwei Projekte der kirchlichen Werke oder das Zürcher Spezialprojekt für bedrängte Christen auswählen und diese während mehrerer Jahre unterstützen. Die Daten der Kampagnen, Aktionen und Anlässe sind als Übersicht zusammengefasst in einem Jahreskalender. Dazu gehören neben den Initiativen der landeskirchlichen Werke auch ökumenische Aktionen wie die Gebetswoche für die Einheit der Christen, der Weltgebetstag, die Schöpfungszeit und der Menschenrechtstag.

Begegnungen, Partnerschaften und Reisen

Die weltweite Verbundenheit und Verantwortung ist vielen Menschen in der Kirchgemeinde bewusst. Durch persönliche Begegnungen verwandelt sich dieses allgemeine Bewusstsein in ein konkretes Herzensanliegen und in ein motivierendes Handlungsfeld für Freiwillige. Die Programmverantwortlichen der kirchlichen Werke kommen gerne persönlich, nach Möglichkeit auch mit Gästen aus Partnerkirchen in die Gemeinden, um von ihren Erfahrungen zu berichten. Die Werke organisieren Reisen, auf denen Partnerkirchen und Projekte besucht werden. Sie vermitteln auch Gemeindepartnerschaften, in denen ein konstanter Austausch und ein vertieftes Kennenlernen von Kirchen in anderen Kontexten möglich wird. Jungen Menschen, die sich engagieren möchten, bieten die kirchlichen Werke internationale Jugendprogramme und Auslandeinsätze an. Für den 1. Advent sucht das Ökumenische Institut in Bossey bei Genf jeweils reformierte Gastgemeinden in der Schweiz für Theologiestudierende aus aller Welt.

Unterricht und Erwachsenenbildung

Durch Besuche bei den kirchlichen Werken, Einladung von Programmverantwortlichen, Begegnungen mit Gästen aus Partnerkirchen, aber auch durch Medien, Filme, Spiele und Unterrichtsmodule lässt sich das Themenfeld „Weltweite Kirche, Diakonie, Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit“ vielfältig in Unterricht und Erwachsenenbildung umsetzen. Das Medienzentrum relimedia und die kirchlichen Werke bieten Material und fachliche Beratung.

Kollekten, Vergabungen und Spenden

Die kirchlichen Werke setzen als professionelle Organisationen den Auftrag der weltweiten Diakonie für die reformierten Kirchen der Schweiz um. Um dies verantwortungsvoll und mit Weitblick tun zu können, sind sie auf regelmässige Unterstützung durch die Kirchgemeinden angewiesen. Die kirchlichen Werke stellen zu ihren Projekten Hintergrundinformationen und Fotomaterial zur Verfügung und können für Besuche von Mitarbeitenden in Kirchgemeinden angefragt werden. Projektvorschläge für Spenden, Vergabungen und Kollekten finden sich im jährlichen Heft Projekte der  Entwicklungszusammenarbeit der Schweizerischen Evangelischen Werke. Eine Unterstützung über mehrere Jahre gibt den Projektverantwortlichen der Werke Planungssicherheit, verringert administrativen Aufwand und macht die Kirchgemeinde zu einer verlässlichen Partnerin.

Die Vorgaben der Landeskirche zu Kollekten, Vergabungen und Spenden sind hier zusammengestellt. Informationen zu den landeskirchliche vorgegebenen Kollekten sowie weitere Kollektenempfehlungen finden sich unter www.zhref.ch/kollekten; ebenso fertig formulierte Texte zur Ansage der landeskirchlichen Kollekten. Eine motivierende Kollektenansage im Gottesdienst ist entscheidend für das Sammelergebnis! Besondere Wirksamkeit bekommt die Ansage, wenn Verantwortliche der jeweiligen Organisationen eingeladen werden, um selber ihre Projekte vorzustellen.

Die Unterstützung der weltweiten Arbeit von Brot für alle, HEKS und Mission 21 durch die Kirchgemeinden sollte die Regel sein. Die Unterstützung anderer international ausgerichteter Werke, Projekte und Initiativen ist nach sorgfältiger Prüfung grundsätzlich möglich. Folgende Kriterien sind dabei zu beachten:

  • Sind sie ZEWO-zertifiziert?
  • Wenn nicht: Wie ist die Transparenz der Organisation gewährleistet (Jahresbericht, Statuten, Jahresrechnung, Kostenstruktur, Mittelverwendung)?
  • Sind sie nachhaltig? Hängt die Durchführung an einzelnen Personen und Spenden von aussen, oder wird strukturelle Eigenständigkeit und Eigenfinanzierung angestrebt?
  • Reisserische Geschichten, schreckliche Bilder, aggressive Methoden und extreme Dringlichkeit sind Druckmittel, die misstrauisch stimmen sollten und besonders sorgfältige Abklärungen nötig machen.

Nachhaltig wirtschaften, fair einkaufen

Das diakonische Handeln in solidarischer Verbundenheit mit der weltweiten Ökumene hat seinen Anfang im alltäglichen Wirtschaften einer Kirchgemeinde. Beim Einkauf von Nahrungsmitteln für Kirchenkaffees, Apéros und andere Veranstaltungen können lokale Anbieter, claro-Läden und fair gehandelte Produkte bevorzugt werden. Ökobilanz und faire Produkte sind auch bei Büro- und IT-Material sowie beim Umgang mit Energie (Heizung, Strom, Reisen) und beim Anlegen des finanziellen Vermögens der Kirchgemeinde zu beachten. Die Landeskirche und Organisationen wie der Grüne Güggel, oeku und oikocredit können für eine Beratung angefragt werden.

Vernetzung

Im Bereich „fairer Handel“ und Nachhaltigkeit können in Vernetzung mit lokalen Partnern spannende Projekte entstehen. Claro-Läden, Quartier-Treffs, Repair-Cafés, ortsansässige Bauern und Firmen sind einige mögliche Partner. Die Zusammenarbeit mit katholischen Pfarreien und anderen Kirchen ist im Themenbereich weltweite Diakonie in einer ökumenischen Arbeitsgruppe oder bei gemeinsamen Gottesdiensten, Aktionen, Bildungsangeboten und Reisen naheliegend und bereichernd.

Werbung und Information

Durch Veranstaltungshinweise, Artikel und Berichte in verschiedenen Medien erhalten Aktionen, Kampagnen und Veranstaltungen breite Aufmerksamkeit und Wirkung. Dafür sind das Informationsblatt reformiert.lokal der Kirchgemeinde, die Homepage, soziale Medien sowie in die Lokalpresse geeignet. Zu besonderen Aktionen und Veranstaltungen können Informationen an die Landeskirche (info@zhref.ch) und die Zeitung reformiert. zur weiteren Werbung geschickt werden (www.reformiert.info).

Die Landeskirche unterstützt die Kirchgemeinden im Bereich Weltweite Diakonie durch persönliche Beratung und durch aktuelle Informationen via Newsletter.

Weitere Informationen zu Organisationen und Medien im Bereich Weltweite Diakonie: siehe Links und Hinweise

Kirchgemeinden und weltweite Ökumene

siehe dazu Weltweite Ökumene konkret.