Message

Weltweite Diakonie - biblische Grundlagen

Die diakonische Hinwendung zu den Bedürftigen ist in der Bibel als Handeln Gottes und als Aufruf an die Menschen bezeugt. Die Liebe zu Gott und die Liebe zum Nächsten stehen bei Jesus in direkter Verbindung. Mit der Kollekte für die Gemeinde in Jerusalem ruft Paulus dazu auf, Diakonie und christliche Gemeinschaft in internationaler Verbundenheit zu verstehen.

Gott auf der Seite der Notleidenden im Alten Testament

Schon im Alten Testament zeigt sich Gottes Solidarität mit den Armen: Euer Gott ist der Gott, der kein Ansehen der Person kennt, der der Waise und der Witwe Recht verschafft und den Fremden liebt, so dass er ihm Brot und Kleidung gibt. Auch ihr sollt den Fremden lieben; denn ihr seid selbst Fremde gewesen im Land Ägypten. (Dtn 10,17–19).

Jesus und seine Hinwendung zu den Bedürftigen

Auf die Frage nach dem wichtigsten Gebot verbindet Jesus die Liebe zu Gott und die Liebe zum Nächsten untrennbar miteinander  (Mt 22,34–40, Lk 10,25–29). Auf die Rückfrage: «Und wer ist mein Nächster?» antwortet Jesus mit der Geschichte vom barmherzigen Samariter, in der er die Frage umkehrt: «Wem bin ich der Nächste?» (Lk 10,30–37).

Jesus selbst identifiziert sich ausdrücklich mit den Notleidenden: Ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben… (Mt 25,35).

Erstes christliches Fundraising: Kollekte für Jerusalem

An jedem ersten Tag der Woche lege ein jeder von euch zur Seite, was er erübrigen kann, damit nicht erst dann, wenn ich komme, gesammelt werden muss. So konkret bittet Paulus um Unterstützung für die bedürftige Jerusalemer Gemeinde (1.Kor 16,2). Er spornt die Gläubigen an, grosszügig zu geben: Wer spärlich sät, wird auch spärlich ernten (2.Kor 9,6). Aber auch umgekehrt: Der Segen für reichliches Spenden wird nicht ausbleiben. Alles soll jedoch in Freiheit geschehen: Jeder aber gebe, wie er es sich im Herzen vorgenommen hat, ohne Bedauern und ohne Zwang; denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb (2.Kor 9,7).

Es gibt bei dieser Kollekte ein Geben und Empfangen: Im jetzigen Zeitpunkt möge euer Überfluss ihren Mangel aufwiegen, damit auch ihr Überfluss euren Mangel aufwiege, so dass es zu einem Ausgleich kommt (2.Kor 8,14).

Der Umgang mit materiellen Gaben verlangt dabei ebenso viel Sorgfalt wie der Umgang mit geistlichen Dingen. Rechenschaft über die eingegangenen Spenden ist darum dem Paulus wichtig: Wir geben aber acht, dass uns kein Vorwurf trifft angesichts des grossen Betrags, der von uns verwaltet wird. Wir sind darauf bedacht, dass alles seine Richtigkeit hat, nicht nur vor dem Herrn, sondern auch vor den Menschen (2.Kor 8,20f).

In diesem Bericht von der ersten christlichen Sammlung sind erstaunlich viele Hinweise enthalten, die noch heute aktuell sind:

  • der Gedanke der Gütergemeinschaft (es geht um einen Ausgleich)
  • der sorgfältige Umgang mit dem Geld
  • der persönliche Beitrag: grosszügig und doch in aller Freiheit
  • die internationale Verbundenheit.