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Bedrängte, bedrohte und verfolgte Christinnen und Christen

Die Zürcher Landeskirche vertritt die Haltung, dass sich die Kirche grundsätzlich für alle Menschen einsetzen soll, die unter unmenschlichen und unwürdigen Bedingungen leben müssen. Ihr Einsatz für Menschenrechte und Religionsfreiheit ist in diesem Sinne unteilbar und gilt dem Schutz aller ethnischen und religiösen Minderheiten. Gleichzeitig ist sich die Kirche ihrer besonderen Verantwortung für Schwesternkirchen, die sich in Not befinden, bewusst.

Seit 2009 unterstützt die Zürcher Landeskirche im Nahen und Mittleren Osten sowohl Projekte, die in ökumenischer Verbundenheit Nothilfe an bedrängte, bedrohte und verfolgte Christinnen und Christen leisten, als auch langfristig und präventiv angelegte Projekte, die das friedliche und respektvolle Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Religionszugehörigkeiten fördern.

In Zusammenarbeit mit den Evangelischen Kirchen von Württemberg und Bayern engagiert sich die Zürcher Landeskirche für bedrängte christliche Flüchtlinge im Nordirak. Gemeinsam werden dabei Projekte von CAPNI (Christian Aid Program Northern Iraq) unterstützt und der Auftrag des Evangeliums umgesetzt, unter allen Menschen  ̶  Christen und Nichtchristen   ̶  Frieden zu stiften. Im Weiteren unterstützt die Zürcher Landeskirche die christliche Minderheit im Turabdin in Südostanatolien (Türkei); insbesondere Projekte, die vom Kloster Mor Gabriel ausgehen und der Ausbildung, Schulung und Gemeinschaftsbildung zugutekommen. Die Zürcher Landeskirche unterstützt aber auch ausgewählte Projekte, die Nothilfe für geflüchtete Christinnen und Christen in der Diaspora anbieten.

Zu den Initiativen, die das friedliche und respektvolle Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Religionszugehörigkeiten fördern, gehört beispielsweise das von der der Zürcher Landeskirche unterstützte Projekt der interkulturellen und interreligiösen Verständigungsarbeit des Klosters Deyrulzafara bei Mardin im Südosten der Türkei.

Im Jahre 2019 wurden aus dem Sammelkonto "Bedrängte Christen" Projekte im Umfang von insgesamt 210'000 Franken unterstützt. Der Schwerpunkt der Beiträge lag dabei bei Projekten in der Südosttürkei, im Nordirak und in Jordanien. In der Region des Tur Abdin in der Südosttürkei, einem der ältesten christlichen Siedlungsgebiete, fördert die Zürcher Landeskirche Ausbildungsprogramme für Jugendliche. Durch gute berufliche Aus- und Weiterbildungen soll den Jugendlichen eine nachhaltige Zukunftsperspektive ermöglicht werden. Koordiniert werden diese Programme vom Kloster Mor Gabriel, dem spirituellen Zentrum der syrisch-orthodoxen Kirche. Im Nordirak ist das Hilfswerk CAPNI (Christian Aid Program No-hadra Iraq) langjähriger Projektpartner der Zürcher Landeskirche. CAPNI unterstützt insbesondere Christen, aber auch Angehörige von anderen religiösen oder ethnischen Minderheiten, die unter den Folgen des  IS-Terrors leiden.

Neben der materiellen Hilfe, die dazu beiträgt, in den Projektländern akute Not zu lindern, setzt die Zürcher Landeskirche mit ihrem bald zehnjährigen Engagement auch ein wichtiges Zeichen der Hoffnung und der Solidarität.


Sammelkonto "Bedrängte Christen" 2020

Die Coronavirus-Pandemie bzw. die Absage aller Gottesdienste aufgrund der COVID-19-Massnahmen hatte zur Folge, dass bisher kaum Kollekten für das Sammelkonto erhoben werden konnten. Die Kirchgemeinden sind geben, die - ursprüglich für Palmsonntag bis Ostern 2020 vorgesehene - landeskirchliche Kollekte für «Bedrängte Christen» in den verbleibenden Gottesdiensten der zweiten Jahreshälfte zu erheben.

Einzahlungen: PC 80-2020-8, IBAN: CH35 0900 0000 8000 2020 8, Evang.-ref. Landeskirche des Kantons Zürich, 8001 Zürich, Zahlungszweck: Konto 280005 Bedrängte Christen

Sammelkonto "Bedrängte Christen" 2021

Die Kollekte ist bestimmt für bedrängte, bedrohte und verfolgte Christinnen und Christen im Nahen und Mittleren Osten. Aufgrund der militärischen Eskalation im Grenzgebiet zwischen der Türkei, Syrien und dem Irak kommen Christen in ihren traditionellen Siedlungsgebieten immer stärker unter Druck und sind in ihrer Existenz massiv bedroht. Die Zürcher Landeskirche unterstützt über ihre langjährig bewährten und vertrauenswürdigen Partnerorganisationen in der Region Nothilfeprojekte, die der Not leidenden christlichen Bevölkerung zugute kommen, aber auch Projekte, die in der Krisenregion das friedliche und respektvolle Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Religionszugehörigkeiten fördern. Neben der materiellen Hilfe, die den Menschen über die von der Landeskirche bereitgestellten Gelder unmittelbar zugute kommt, ist das Zeichen der Verbundenheit und Solidarität von besonderer Bedeutung. Im Namen der bedrängten Brüder und Schwestern danken wir Ihnen für Ihre wertvolle Unterstützung.

Einzahlungen: PC 80-2020-8, IBAN: CH35 0900 0000 8000 2020 8, Evang.-ref. Landeskirche des Kantons Zürich, 8001 Zürich, Zahlungszweck: Konto 280005 Bedrängte Christen

Termin: Palmsonntag bis Ostern, 28.03.2021 bis 06.04.2021

Links und Hinweise

"Antrag und Bericht des Kirchenrates an die Kirchensynode betreffend Einsatz für verfolgte Christen", 2009.
https://www.zhref.ch/organisation/landeskirche/kirchensynode/protokolle/2009/8-dezember-2009-ausserordentliche-versammlung-21-sitzung/zhref-einsatz-verfolgte-christen-20090708.pdf/view

"Gemeinsame Arbeitsgrundlage für den Einsatz für verfolgte Christen", 2016. Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund SEK / Arbeitsgemeinschaft Religionsfreiheit (AGR) der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA.
http://www.kirchenbund.ch/sites/default/files/gemeinsame_arbeitsgrundlage_170220.pdf

Petition "1 Million Zeichen der Hoffnung" für den Nahen Osten. Hilfswerk Open Doors mit Unterstützung des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds SEK und der Arbeitsgemeinschaft Religionsfreiheit (AGR) der Schweizerischen Evangelischen Allianz, 2017.
www.hopeformiddleeast.org

 

Berichte und Reportagen

  • Philippe Dätwyler: "Christen in der Türkei /Unter Druck". In: Notabene 9 / November 2012.
  • Delf Bucher: "Land der Tränen, Land der Träume". In: Reformiert 8 / August 2014.
  • Delf Bucher: "Der Exodus der Christen und Jesiden". In: Reformiert 1 / September 2014.
  • Philippe Dätwyler: "Einsatz für bedrängte Christen". In: Reformierte Presse 26-27 / Juni 2015.
  • Christian Schenk: "Irak und Syien – Nur noch fliehen". In: Notabene 3 / April 2015.



Kontakt

Marc Bundi
Beziehungen und interreligiöser Dialog
Abteilung Kommunikation
Hirschengraben Postfach 8024 Zürich
Telefon 044 258 92 65
marc.bundi@zhref.ch
www.zhref.ch


HEKS: Kirchliche Zusammenarbeit im Nahen Osten

Seit 2016 nimmt sich das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz (HEKS) den bedrängten Christinnen und Christen in Libanon und Syrien an und unterstützt im Rahmen der "Kirchlichen Zusammenarbeit" Programme, die auf die Stärkung der evangelisch-reformierten Kirchgemeinden in Syrien und Libanon ausgerichtet sind.

«2016 hat HEKS die Kirchliche Zusammenarbeit von Osteuropa auf den Nahen Osten ausgeweitet. Im Rahmen einer Pilotphase soll bis Ende 2017 mit unterschiedlichen Projekten in Syrien und im Libanon die christliche Präsenz in der Region gestärkt werden. Die christliche Minderheit kann mit ihrem Bekenntnis zu einer pluralistischen Gesellschaft einen wichtigen Beitrag zu einer konfliktfreien Koexistenz der verschiedenen Religionsgemeinschaften in der Region leisten. Das kirchliche Leben in den Gemeinden soll gefördert, die soziale Verantwortung der Kirchen für die gesamte Bevölkerung gestärkt sowie ein Dialog zwischen Vertretern von diversen Kirchen angestossen werden» (HEKS, Jahresbericht 2016).

In Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen unterstützt das HEKS gegenwärtig folgende Projekte:

Bereich «Kirchliche Zusammenarbeit» in Libanon: https://www.heks.ch/was-wir-tun?f%5B0%5D=country%3A22&f%5B1%5D=topic%3A180

Bereich «Kirchliche Zusammenarbeit» in Syrien: https://www.heks.ch/was-wir-tun?f%5B0%5D=topic%3A180&f%5B1%5D=country%3A514

Kontakt zum HEKS

Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz
Seminarstrasse 28
Postfach
8042 Zürich
Tel. +41 (0)44 360 88 00
https://www.heks.ch/wer-wir-sind/kontakt
www.heks.ch