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Sommer-Synode der EKS

Vom 13. bis 15. Juni 2021 tagte die Synode der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS) in Bern. Zu den drei Tagesberichten.

Im Berner Münster fand am 12. Juni der Einsetzungsgottesdienst für die erste Präsidentin der EKS, Rita Famos, Ratsmitglied Claudia Haslebacher und sechs neue Synodale unter Beteiligung nationaler und internationaler Gäste aus Politik und Religion statt.
Den Gottedienst miterleben auf vimeo.com


Bericht vom Tag 1

Der erste Tag der dreitägigen Sommersynode der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz stand im Zeichen der Wahlen. Zudem sprach Rita Famos erstmals das Wort der Präsidentin.

Bern, 13. Juni 2021. Zum Einstieg der von der Synodepräsidentin Evelyn Borer eröffneten dreitägigen Synode wandte sich die neue Präsidentin der EKS an die Delegierten. «Nach 165 Tagen kann ich sagen: Ich bin in meinem Amt angekommen», so Rita Famos.

In ihrer ersten ordentlichen Synode nach ihrer Wahl vergangenen November, gab sie den Anwesenden eine Botschaft der Bescheidenheit, des Mutes und der Hoffnung mit auf den Weg. « Mich inspirieren die Episoden in unserer Geschichte, in denen zunächst kleine Bewegungen, also kleine Herden, einen Unterschied bewirkten: die lebendige Solidarität der urchristlichen Gemeinden untereinander, das selbstkritische Ringen in der Reformationszeit, die Bekennende Kirche im Naziregime, die Frauen, die vor 100 Jahren begannen für ihre Rechte und Gleichstellung in der Kirche zu kämpfen. In dieser Tradition stehen wir.»

Sich ihrer Tradition und Vorbilder bewusst, soll die EKS gemeinsam auch in Zeiten von Säkularisierung und Mitgliederschwund positiv und ohne zu Klagen in eine Welt voller Chancen gehen. «Wir vertrauen darauf, dass Gott gerade jetzt in einer postmodernen Welt keine machtvolle Institution braucht, um uns in seinem Reich leben zu lassen und die Welt zu verändern. Er braucht Networker:innen, Grassroots-Gruppen, experimentierfreudige Laboratorien. Christinnen und Christen, die frisch von der Leber das in den gesellschaftlichen Diskurs einbringen, was sie überzeugt und bewegt.» Denn nur so könne die Zusammenarbeit der Kirchen ein fruchtbarer «Co-Working-Space zwischen Himmel und Erde» werden.

Bei den Wieder- bzw. Zuwahlen in den Stiftungsrat der fusionierten Stiftung von HEKS und Bfa wurden Christoph Sigrist (2022-2025), Elisabeth Bürgi Bonanomi (bis 2025), Barbara Hirsbrunner (bis 2025), Nicole Bardet (bis 2023) und Pierre Jacot (bis 2023) von den Synodalen gewählt und bestätigt.

Die Synode wählte ausserdem Philippe Kneubühler (Pfarrer von Tramelan BE) als Mitglied der Geschäftsprüfungskommission für den Rest der Amtsdauer 2019 bis 2022.

Oberkirchenrat Frank Kopania, Leiter der Auslandsarbeit bei der Evangelischen Kirche in Deutschland, überbrachte der Synode ein Grusswort: «In einer Zeit der Renationalisierung ist uns an unserer partnerschaftlichen Verbindung sehr viel gelegen.»

Mario Fischer, Generalsekretär der GEKE, grüsste im Namen des Präsidiums seiner Organisation, die eng mit der EKS verbunden ist. «In der Schweiz stellen sich die Fragen auf engstem Raum, die wir als GEKE auch europäisch beantworten wollen. Wie können wir gemeinsam Kirche sein?»

Des Weiteren nahm die Synode den Fusionsbericht der Stiftungen HEKS und Bfa zur Kenntnis. Der Jahresbericht 2020 und Rechnung 2020 von HEKS wurden zur Kenntnis genommen.


Bericht vom Tag 2

Tag zwei der Sommersynode der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz: Nach der zweiten Lesung ist die neue Geschäftsordnung der Synode beschlossen und tritt ab Oktober 2021 in Kraft.

Bern, 14. Juni 2021. Neue Kirchengemeinschaft, neue Regeln für die Synode: Heute beschloss die Synode nach einer konstruktiven Diskussion die neue Geschäftsordnung der Synode mit 71 Ja-Stimmen. Ihr war ein mehrjähriger Entwicklungsprozess vorausgegangen. Sie wird ab 1. Oktober 2021 in Kraft treten und das Reglement der Abgeordnetenversammlung des SEK von 2005 ersetzen. Das neue Reglement läutet damit auch eine neue Ära der Synode der EKS ein. Es schafft viele demokratische Instrumente, um in der EKS die Zusammenarbeit kleiner und grosser Kirchen, assoziierter Mitglieder und Konferenzen gestalten zu können.
 
Die Synode begann heute ebenfalls mit dem Traktandum «Finanzreglement». An diesem wurde von Seiten des Rates EKS und den Mitgliedkirchen in den letzten Jahren intensiv gearbeitet. Das Finanzreglement regelt zum einen die Kompetenzen der Organe der EKS und macht Vorgaben zur Rechnungslegung und Budgetierung, zum anderen werden wichtige Fragen der Entschädigung der EKS geregelt. Die Diskussion über das Finanzreglement wird am Dienstag fortgesetzt.
 
Die Jahresrechnung 2019 wurde genehmigt und dem Rat Decharge erteilt. Ebenfalls genehmigt wurde der Rechenschaftsbericht 2020. Die Rechnung und Decharge 2020 wurden auf die ausserordentliche Synode im September verschoben.


Bericht vom Tag 3

Zweieinhalb Tage voller Traktanden, eine feierliche Amtseinsetzung und weichenstellende Entscheidungen: Die Sommersynode der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz ging am Dienstag, 15. Juni ereignisreich zu Ende.

Bern, 15. Juni 2021. Am letzten Tag ihrer dreitägigen Sommersynode nahmen sich die Synodalen nochmals mehrerer wichtiger Themen an: So beschlossen sie das neue Finanzreglement, welches am 1. Januar 2022 in Kraft treten wird.
 
Ausserdem stimmten sie über drei Handlungsfelder der EKS ab. Mit der Einsetzung der Handlungsfelder «Kommunikation», «Bildung und Berufe» und «Bewahrung der Schöpfung» beginnt eine erste wichtige Phase, in der bestehende und künftige Herausforderungen des Schweizerischen Protestantismus mit vereinten Kräften angegangen werden sollen. Für jedes dieser Felder wird der Rat einen strategischen Ausschuss einsetzen und dessen Mitglieder wählen.
 
Die Synode schrieb die Motion «Familie – Ehe – Partnerschaft – Sexualität aus evangelisch-reformierter Sicht» ab. Sowohl der Rat als auch die Motionäre betonten, dass die Arbeit in diesen Themenfeldern weitergehen müsse, da die Kirche hier einen wichtigen Beitrag in der gesellschaftlichen Diskussion leisten kann. Im Vorfeld der Abstimmung zur «Ehe für alle» im Herbst und auch zukünftig wird sich die EKS laut Präsidentin Rita Famos in diese gesellschaftliche Debatte einbringen.
 
Der Rat beantwortete des Weiteren eine Interpellation zu den Folgen der letztjährigen Resolution «Zur Lage in Moria und auf den griechischen Inseln». Der Synodale Dominik von Allmen-Mäder appellierte als Interpellant an die EKS, das Thema nicht aus den Augen zu verlieren. Weltweit sind rund 80 Millionen Menschen auf der Flucht. Die Kirche solle Haltung zeigen: «Durch Mitgefühl für Betroffene, durch Zorn, dass sich Situation nicht bessert, durch Hoffnung, dass es Alternativen gibt», so von Allmen.
 
Für das Ökumenische Institut Bossey und seinen Stipendienfonds 2022 beschlossen die Synodalen eine Sammlung mit der Zielsumme von CHF 60 000 durchzuführen.

Den Missionsorganisationen DM und Mission 21 wurde ein Sockelbeitrag von rund einer Millionen Franken für 2022 zugesprochen. Dabei erhält DM 22,5% der Summe und Mission 21 77,5%.


Link zur Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz: www.evref.ch