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Untersuchung in Fällanden

Der Kirchenrat hat in der Kirchgemeinde Fällanden eine Administrativuntersuchung angeordnet.

Der Kirchenrat hat in der Kirchgemeinde Fällanden eine Administrativuntersuchung angeordnet und eine Pfarrerin vorsorglich im Amt eingestellt. Gegen den Präsidenten und ein weiteres Mitglied der Kirchenpflege wurde ebenfalls die vorsorgliche Einstellung im Amt in Aussicht genommen.

Der Kirchenrat und die Bezirkskirchenpflege Uster haben in den vergangenen Jahren wiederholt von Spannungen in der Kirchenpflege und im Pfarramt Fällanden Kenntnis erhalten. 2015 und 2016 ist die Situation in einem Mass eskaliert, das den Kirchenrat im Juli 2016 veranlasst hat, ein Coaching einzurichten. Ziel dieser Massnahme war einerseits, die Arbeits- und Kommunikationsweisen sowie die Abläufe in der Kirchgemeinde zu überprüfen und Empfehlungen für Verbesserungen zu machen. Anderseits galt es, das Kirchenpflegepräsidium und die Kirchenpflege in der Behördentätigkeit und in Kommunikationsfragen zu beraten und zu begleiten.

Die im Rahmen dieses externen Coachings erstellte Analyse ergab, dass in der Kirchgemeinde in der Führung und bezüglich der Regelung von Verantwortungen, Kompetenzen und Aufgaben sowie hinsichtlich definierter Prozesse erhebliche Mängel bestehen. Zudem zeichnen sich aufgrund der anhaltenden Konfliktsituation eine Spaltung der Gemeinde ab und eine damit einhergehende Polarisierung unter den Kirchgemeindemitgliedern.

Die Verantwortung des Kirchenrates gegenüber der ganzen Kirchgemeinde gebietet es, den wiederholten Konfliktsituationen in der Kirchgemeinde auf den Grund zu gehen. Er hat deshalb beschlossen, das bereits im November gegen eine Pfarrerin eröffnete Administrativverfahren auf die ganze Kirchenpflege auszudehnen – insbesondere auch auf den Kirchenpflegepräsidenten und ein weiteres Mitglieder der Kirchenpflege – und in diesem Rahmen eine Administrativuntersuchung einzuleiten.

Mit diesem Schritt soll sowohl der massgebende Sachverhalt von Amtes wegen erhoben und rechtlich gewürdigt als auch eine verlässliche Grundlage für allfällige weitere Schritte und Massnahmen geschaffen werden. Mit der Durchführung der Untersuchung wird der Kirchenrat eine externe Person beauftragen.

Ein Administrativverfahren und die damit zusammenhängende Administrativuntersuchung bedeuten für die betroffenen Personen erfahrungsgemäss eine erhebliche Belastung. Vor diesem Hintergrund und angesichts der schwierigen Zusammenarbeitssituation hat der Kirchenrat beschlossen, die noch verbleibende gewählte Pfarrerin im Sinne einer vorsorglichen Massnahme im Amt einzustellen – ihre Kollegin hatte noch im Dezember angekündigt, nicht mehr in die Kirchgemeinde zurückzukehren.

Bezüglich des Präsidenten sowie eines weiteren Mitglieds der Kirchenpflege hat der Kirchenrat ebenfalls die Einstellung im Amt in Aussicht genommen. Vorher ist den Betroffenen das rechtliche Gehör zu gewähren, was bei der Pfarrerin bereits erfolgt ist. Im Falle einer Einstellung des Präsidenten im Amt, würde ein vom Kirchenrat berufenes Interimspräsidium zusammen mit den übrigen Mitgliedern der Kirchenpflege die Amtsgeschäfte führen.