Message

Das Ziel des gestärkten Eigenkapitals wurde erreicht

Die Kirchensynode der reformierten Landeskirche verabschiedete am 3. Juli die Jahresrechnung 2017. Diese schliesst aufgrund einmaliger Umstände mit einem Ertragsüberschuss von 9,26 Mio. Franken, der dem Eigenkapital zugeschrieben wird.

Im Zentrum der ausserordentlichen Versammlung der reformierten Kirchensynode standen der Jahresbericht und die Jahresrechnung 2017. Die Jahresrechnung der Zentralkasse schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 9,26 Mio. Franken, der dem Eigenkapital zugeschrieben wird. Budgetiert war für das Jahr 2017 ein Aufwandüberschuss von 466‘400 Fr. Die relativ grosse Abweichung sei auf verschiedene grössere Positionen zurückzuführen, erklärte Margrit Hugentobler, Präsidentin der Finanzkommission. Das Ziel des Kirchenrates, das Eigenkapital über die Jahre zu stärken, sei erreicht worden. Auch Kirchenrätin und Finanzvorsteherin Katharina Kull führte den hohen Ertragsüberschuss auf einmalige Faktoren zurück, wie etwa die Auflösung der BVK-Arbeitgebersanierungsbeiträge.

Zum weit besseren Abschluss führten namentlich Unterschreitungen beim Personalaufwand (2‘879‘000 Fr.) und bei den Sachkosten (1‘345‘000 Fr.) sowie ein tieferer Saldo bei den sonstigen Beiträgen (1‘536‘000) Fr. auf der Aufwandseite. Bei letzteren resultiert die grösste Abweichung aus nicht beanspruchten Beiträgen von rund 1‘420‘000 aus dem Projekt KirchGemeindePlus. Diese Beiträge dürften im laufenden Jahr beansprucht werden.

Ertragsseitig fiel das Ergebnis bei den betrieblichen Erlösen um 834‘ 000 Fr. besser aus. Auch Wertschriftenerträge und Finanzergebnis brachten 250‘000 Fr. mehr ein, die restliche Auflösung der BVK-Arbeitgebersanierungsbeiträge ergab 6‘774‘000 Mio. Fr. anstelle der budgetierten 1‘300‘000 Fr.. Daraus resultierte ein um 9‘729‘000 Fr. besseres Betriebsergebnis als budgetiert. In der Schlussabstimmung wurde die Jahresrechnung mit 101 Ja-Stimmen praktisch einstimmig gutgeheissen..

1,9 Millionen Stunden Freiwilligenarbeit

Als Präsident der Geschäftsprüfungskommission stellte Bruno Kleeb (Evangelisch-Kirchliche, Bauma) den kirchlichen Jahresbericht vor. Jährlich würden in allen Kirchen rund 1,9 Millionen Stunden Freiwilligenarbeit geleistet, sagte er. Die redaktionellen Beiträge im Jahresbericht stammen aus Landeskirche und Kirchgemeinden und reichen von Seelsorge in der Jugendpsychiatrie über Reformationsfeiern bis zu Generationenprojekten. Verschiedene öffentliche und unsichtbare Player wirkten in der Kirche, sagte auch Nathalie Nüesch (Liberale, Horgen). Im Jahr 2017 seien 3544 Personen offiziell voll- oder teilzeitlich im Dienst der Kirche tätig gewesen. Zwar sei der Beitrag der Kirchen zum Sozialkapital nicht in Franken und Rappen bezahlbar, doch die gesamtgesellschaftlichen Dienste seien von allgemeiner Wichtigkeit. Der Nachweis der negativen Zweckbindung könne problemlos erbracht werden und spiegle das Gewicht der Kirche auch in harten Zahlen.

Der Jahresbericht führte zu einigen Voten wie etwa jenem von Andrea Widmer-Graf (Synodalverein, Zürich Wollishofen), die als Vertreterin der GPK anmahnte, beim Einsatz von Sachverwaltern – wie im Fall Fällanden – künftig ein Kostendach festzusetzen. Dazu reichte die GPK dem Kirchenrat eine schriftliche Anfrage ein.

Umbau im Kloster Kappel und Reform Pfarrausbildung

In einem weiteren Traktandum hiessen die Synodalen die Abrechnung des Umbaus im Kloster Kappel einstimmig gut. Im so genannten Haus am See des Klosters waren eine ehemalige Leiterwohnung zu Hotelzimmern umgebaut und sanitarische Installationen erneuert worden. Mit rund 920‘000 Franken liegen die Baukosten deutlich unter dem von der Kirchensynode im Jahr 2015 bewilligten Rahmenkredit über 1,275 Mio. Franken. Die Bauabrechnung wurde mit 104 Ja-Stimmen einstimmig genehmigt.

Schliesslich befasste sich die Kirchensynode mit der Reform der Pfarrausbildung. Arend Hoyer (Religiös-Soziale, Thalwil) legte dar, dass das ekklesiologisch-praktische Semester und das Vikariat modular belegt und dadurch familienfreundlicher gestaltet werden sollen. Die Vorlage harmonisiere die Rechtsgrundlagen und schaffe Voraussetzungen für den Informationsfluss unter den Konkordatskirchen. Auf einen Gegenantrag von  Peter Fischer, (Religiös-Soziale, Schöfflisdorf) wollte die Kirchensynode nicht eingehen. Sie hiess die Teilrevision des Konkordats mit 93 Ja-Stimmen grossmehrheitlich gut. Die Teilrevision tritt per 1. Januar 2019 in Kraft, wenn ihr die Mehrheit der Konkordatskirchen bis Mitte Oktober durch rechtskräftigen Beschluss ihrer zuständigen Gremien zustimmen.

Grusswort aus Hongkong

In einem besonderen Grusswort war Pfarrer Tobias Brandner zu hören, der seit 22 Jahren in Hongkong lebt und dort für die Mission 21 als Theologiedozent an der Universität Hongkong und Gefangenenseelsorger wirkt. Er schilderte eindrücklich, wie sehr die rund 70 Millionen chinesischen Christen, die Mehrheit davon reformiert, die Solidarität und Gemeinschaft in ihren vielfältigen Kirchgemeinden schätzten. In einem repressiven, familienunfreundlichen System sei Kirche zu einer alternativen Gemeinschaft geworden. “Das Wachstum der Kirche in China ist auch unser Wachstum“, ermutigte er seine Zuhörerschaft. Das Christentum sei eine weltweite Boom-Bewegung, die viele Menschen anspreche und grosse soziale Veränderungen bewirke. Christen im globalen Süden seien nicht Opfer unserer Bevormundung durch kolonialistisch verstandene „Mission“, sondern könnten eigenständig gewählte Zugehörigkeit zu christlichen Gemeinschaften als soziale Befreiung erleben.