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Der neue Präsident des Kirchenrats 2011

Die Kirchensynode wählte den Thalwiler Pfarrer zum Nachfolger von Pfr. Dr. h.c. Ruedi Reich. Die EKF gratuliert Michel Müller zur Wahl und wünscht ihm Gottes Segen für das Amt.

Zur Wahl

Die EKF hatte im Vorfeld die drei Kandidaten intensiv befragt. Dabei ging es in erster Linie um deren theologische Ausrichtung, Führungskompetenz und kir­chen­politische Erfahrung. Die Fraktion konnte sich für die Ent­schei­dungs­fin­dung bis zum Schluss Zeit lassen. EKF-Präsident Pfr. Willi Honegger gab in der Ver­samm­lung im Rathaus die Fraktionsempfehlung für Pfr. Michel Müller bekannt.

Empfehlung am Wahltag
Honegger sagte: „Wir erachten alle drei Kandidaten als integre Per­sön­lich­keiten. Alle drei bringen auch in ihrer je eigenen Art einiges an intellektuellem und menschlichem Rüstzeug für dieses anspruchsvolle Amt mit. Keiner der drei ist darum a priori unwählbar. Weder die über die drei Kandidaten erschienen Medien­berichte noch Schicksale in der persönlichen Biographie einzelner Kandi­daten spielten für den Entscheid der Fraktion eine Rolle.
Wir sind uns bewusst, dass nach der überaus langen und prägenden Präsi­dent­schaft des Vorgängers nicht der alles überragende Kirchen­rats­präsi­dent zur Verfügung steht. Unser Wahlentscheid fällt darum nicht euphorisch, sondern nüchtern und verantwortungsvoll aus. Wir sind aber der Meinung, dass der Synodalverein eine kluge Wahl getroffen und uns eine gut wählbare Kandidatur unterbreitet hat.
Die EKF unterstützt darum aus voller Überzeugung die Kandidatur von Pfarrer Michel Müller für das Amt des Kirchen­rats­präsi­den­ten. Er steht als Pfarrer einer typischen Agglo­mera­tions­gemeinde jenen Möglichkeiten des Kirche-Seins am nächsten, das für die Mehrzahl der Reformierten Realität ist. Wir schätzen an Michel Müller seine Verlässlichkeit, seine Geradlinigkeit und ein gesundes Mass an Realitätssinn und Gelassenheit.“

„Ich brauche eure Fürbitte“
Michel Müller, seit 1994 Pfarrer in Thalwil, Präsident des Synodalvereins und Abgeordneter im Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund, nahm die Wahl an. In seiner Ansprache dankte er namentlich dem Vorstand des Synodal­ver­eins, seiner Frau und der Kirchgemeinde Thalwil. Weiter bat Müller, dass nach dem demokratischen Verfahren mit Mehrheitsentscheid „die nun zustande ge­kom­me­ne Wahl akzeptiert wird, dass man mir das Vertrauen schenkt. Ich brauche eure Zustimmung, und wenn das nicht möglich ist, eure  konstruktive Kritik und auf jeden Fall eure Fürbitte.“ Der neue Kirchenratspräsident schloss mit dem chinesischen Gebet aus dem Gesangbuch (788):
„Christus, erweck deine Kirche und fang bei mir an.
Bau deine Gemeinde und fang bei mir an.
Lass Frieden überall auf Erden kommen und fang bei mir an.
Bring deine Liebe und Wahrheit zu allen Menschen und fang bei mir an.“

Spannende Ausmarchung
Michel Müller hatte im vierten Wahlgang 84 Stimmen erhalten, der Küsnachter Pfarrer und Kirchenrat Andrea Bianca 80 Stimmen. Bianca unterlag trotz sei­nem Erfahrungsvorsprung (vier Jahre Kirchenrat) und dem zielstrebigen Auf­bau der Kandidatur durch den liberalen Fraktionspräsidenten Jean Bollier. Zuvor war der von fünf Synodalen aufgestellte Grossmünsterpfarrer Christoph Sigrist aus­ge­schi­eden. Der vierte, chancenlose Kandidat Hans-Peter Geiser hatte seine Be­wer­bung am Vortag zurückgezogen. (Mehr zum Verlauf der Wahl im Com­mu­ni­qué der Landeskirche hier.)

Ruedi Reich und Markus Notter verabschiedet
In einer bewegenden Feier wurde alt Kirchenratspräsid. Pfr. Dr. h. c. Ruedi Reich, der im Rollstuhl in den Ratshaussaal gefahren wurde, und der ab­tre­tende Justizdirektor des Kantons Markus Notter miteinander ver­ab­schie­det. Reich und Notter hatten im Gespann seit 1995 die Neuordnung des Ver­hält­nis­ses von Staat und Kirche vorangetrieben. Notter würdigte Reich als weit­sich­tigen Kirchenleiter und zeigte sich gerührt über die gemeinsame Ehrung.