Message

Was die Gesellschaft an den Kirchen hat

Vortrag, Fotogalerie und Bericht vom 24. September. Regierungsrätin Jacqueline Fehr sprach über das Verhältnis zwischen Staat und Religionsgemeinschaften.

:: Fotogalerie auf flickr

:: "Was die Gesellschaft an den Kirchen hat" (PDF) von Regierungsrätin Jacqueline Fehr
 

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen im Kanton Zürich (AGCK ZH) hatte zum Gespräch geladen. „Religiöse Überzeugungen bilden eine wichtige Ressource für den gesellschaftliche Zusammenhalt“ betonte die Direktorin der Justiz und des Innern und forderte die Kirchen auf, sich auch politisch einzumischen.

Regierungsrätin Jacqueline Fehr ist ein gutes Zusammenwirken von Religionen, Kirchen und Staat ein Anliegen. Unter ihrer Federführung verabschiedete der Regierungsrat vor knapp zwei Jahren Leitsätze zum Verhältnis von Staat und Religionsgemeinschaften, die auch für kleinere, nicht öffentlich anerkannte Kirchen von Bedeutung sind. Am 24. September stellte die Direktorin der Justiz und des Innern diese Leitsätze noch einmal vor und strich heraus, dass sie die Kirchen und Religionsgemeinschaften als wichtige Akteure in der Gesellschaft wahrnimmt und wertschätzt. Besonders hob sie die Rolle der christlichen Kirchen als Instanzen hervor, die Werte vermitteln, die grundlegend für das gesellschaftliche Leben und das Funktionieren des Staates sind. „Erheben Sie Ihre Stimme, beteiligen Sie sich an den öffentlichen Debatten“, sagte die Regierungsrätin. Die Stimmen der Kirchen seien gefragt, ihre Positionen und Argumentationen würden wahrgenommen, gerade auch wenn es aktuell um die Bewahrung der Schöpfung gehe oder um Solidarität und Respekt im gesellschaftlichen Miteinander.

Sie machte deutlich, dass sie diese Rolle nicht nur den in Zürich öffentlich-rechtlich anerkannten Kirchen zutraut, sondern auch den anderen in Zürich ansässigen Kirchen und Religionen. Der Regierungsrat wolle jenen Akteuren den Rücken stärken, die mit dem Staat kooperieren, und nach Möglichkeit Leistungen honorieren, wenn sie der gesamten Gesellschaft zu Gute kommen. Dafür gelte es, gesetzliche Rahmenbedingungen zu schaffen, statt den langwierigen und derzeit wenig erfolgversprechenden Weg der verfassungsmässigen Anerkennung zu suchen.

Zum Vortrag und Gespräch eingeladen hatte die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen im Kanton Zürich. Die AGCK ZH ist die grösste ökumenische Plattform im Kanton Zürich. Ihr sind über zwanzig Kirchen angeschlossen.  Mit dabei sind Vertreterinnen und Vertreter der öffentlich-rechtlich anerkannten Kirchen (evangelisch-reformiert, römisch-katholisch, christkatholisch) sowie von orthodoxen Kirchen, von evangelischen Freikirchen und weiteren christlichen Konfessionen und Gemeinden.

Bettina Lichtler, Präsidentin der AGCK Zürich und reformierte Pfarrerin, begrüsste das Engagement der Regierungsrätin und hielt fest, dass es gerade für nicht öffentlich-rechtlich ankerkannte Kirchen wichtig sei, auch jenseits finanzieller Zuwendung und verfassungsmässigem Status vom Staat als Dialogpartner ernst genommen und einbezogen zu werden. Zahlreiche Vertreterinnen und Vertretern von AGCK-Mitgliedskirchen drückten in der anschliessenden Diskussion ihre Genugtuung darüber aus, dass sie vom Staat als für die Gesellschaft wertvolle Akteure wertgeschätzt werden und meldeten ihrerseits ihr Interesse an verstärkter Zusammenarbeit oder an allfälligen steuerlichen Erleichterungen an.   

Kontakt: Präsidentin AGCK Zürich und Ökumene-Beauftrage der Evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich,
Pfrn. Bettina Lichtler, bettina.lichtler@zh.ref.ch,  044 258 92 74

http://www.agck-zh.ch