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Kirchen unterzeichnen Vertrag für ökumenisches Projekt in der Predigerkirche

Ein ökumenischer Lernort mit Ausstrahlung

An der Predigerkirche in der Zürcher Altstadt üben die reformierte Pfarrerin und der katholische Seelsorger die Seelsorge gemeinsam aus. Das Projekt «Ökumene an der Predigerkirche» läuft im Rahmen eines Pilotversuchs seit 2006. Im Dezember 2019 wurde nun von allen beteiligten Kirchenleitungen der Vertrag unterzeichnet, mit dem das ökumenische Projekt fest geregelt und in den Kirchenkreis eins der neuen Reformierten Kirchgemeinde Zürich eingegliedert wird.

«Die gemeinsam genutzte Kirche und die Zusammenarbeit über konfessionelle Grenzen hinweg sollen die Glaubwürdigkeit der Kirchen stärken, den ökumenischen Gedanken sichtbar machen und die Möglichkeit schaffen, ökumenische Zusammenarbeit exemplarisch zu vertiefen und als Lernort für Ökumene in Zürich zu etablieren.» So steht es im Vertrag, den die Reformierte Kirche Kanton Zürich, die Katholische Kirche im Kanton Zürich, die Reformierte Kirchgemeinde Zürich und Katholisch Stadt Zürich im November unterzeichnet haben.  

Der im Vertrag formulierte Auftrag geht auf den Ökumenebrief zurück, den Kirchenratspräsident Ruedi Reich und Weihbischof Peter Henrici 1997 gemeinsam veröffentlicht haben. Darin hielten sie fest: «Wir sollten vermehrt fragen, warum wir etwas nicht gemeinsam mit unserer Schwesterkirche unternehmen. Wenn wir uns in bestimmten Dingen noch für ein getrenntes Vorgehen entscheiden, müsste das begründet werden. Kooperation ist die Norm, Alleingang die Abweichung.» Diese Ausrichtung wurde durch den amtierenden Kirchenratspräsidenten Michel Müller und Generalvikar Josef Annen weitergeführt und wird mit dem vorliegenden Vertrag erneut bestätigt.  

Die Predigerkirche ist Teil des Kirchenkreises eins der Reformierten Kirchgemeinde Zürich. In ihr finden regelmässig reformierte Gottesdienste, katholische Eucharistiefeiern und ökumenische Gottes-dienste bzw. Mittags- und Abendgebete statt. Die reformierte Pfarrerin und der katholische Theologe an der Predigerkirche verantworten gemeinsam und ökumenisch die «offene Seelsorge». Die katholische Seelsorgestelle wird von Katholisch Stadt Zürich finanziert. Innerhalb der Reformierten Kirchgemeinde Zürich arbeitet der katholische Seelsorger eng mit dem reformierten Pfarrteam und den Gremien des Kirchenkreises eins zusammen.  

Für die beteiligten Kirchen bedeutet es einen Meilenstein, dass die Vertragsunterzeichnung im aktuellen Jubiläumsjahr «500 Jahre Reformation in Zürich» erfolgen kann. Sie wünschen und erhoffen sich für diesen einmaligen Lernort der Ökumene eine starke Ausstrahlungskraft in Zürich und darüber hinaus.