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Vernehmlassung zur Teilrevision der Verordnung über das Pfarramt

Landeskirche will Erfahrung mehr gewichten

Der Kirchenrat möchte die Anfangslöhne der Pfarrerinnen und Pfarrer neu regeln und dafür die Verordnung über das Pfarramt in der Landeskirche anpassen. Bis Ende Juni läuft eine Vernehmlassung zu den vorgesehenen Änderungen.

Anlass zur geplanten Teilrevision gab die Festsetzung des Anfangslohns von Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs «Quereinstieg ins Pfarramt» (Quest). Die bestehende Regelung reicht nicht aus, um die Erfahrungen der Quest-Absolventinnen und Absolventen aus früheren beruflichen Tätigkeiten hinreichend zu berücksichtigen. Sie sind darum gegenüber jenen Pfarrerinnen und Pfarrern, die unmittelbar nach ihrer Erstausbildung berufstätig werden, deutlich schlechter gestellt. Zudem entsteht durch die Anrechnung von Erziehungs- oder Betreuungsarbeit eine Ungerechtigkeit gegenüber kinderlosen oder bisher vollzeitlich tätigen Einsteigerinnen und Einsteigern in den Pfarrberuf.

Mit einer Anpassung von §§ 81–86 der Pfarrverordnung soll bei der Festsetzung des Anfangslohns eine frühere kirchliche Tätigkeit, geleistete Familien- und Betreuungsarbeit sowie die berufliche Erfahrung, die ausserhalb des kirchlichen Umfelds erworben wurde, stärker als bisher berücksichtigt werden können. Mit der Überarbeitung sollen zudem Verzerrungen in der Lohnentwicklung korrigiert werden können, die noch aus der Zeit stammen, als die kantonale Direktion der Justiz und des Innern für die Pfarrlöhne zuständig war.

Aufgrund des Erfolgs des Quest-Modells ist davon auszugehen, dass sich solche Fragen in Zukunft noch akzentuieren werden. Der Kirchenrat legt deshalb Wert darauf, dass die Landeskirche insbesondere für quereinsteigende Pfarrpersonen mit nicht geradlinigen Laufbahnen eine attraktive Arbeitgeberin ist. Und es ist ihm ein Anliegen, dass Ungerechtigkeiten aus früheren Regelungen auch für langjährige Pfarrpersonen beseitigt werden.

Die Landeskirche steht der Pfarrschaft gegenüber in einer besonderen Verantwortung als Arbeitgeberin und aufgrund des speziellen Pfarr-Lohnsystems. Dem Kirchenrat ist jedoch bewusst, dass auch bei den anderen Berufsgruppen, deren Anstellungsinstanz die Kirchgemeinden sind, teilweise Anpassungsbedarf besteht. Er wird deshalb geeignete Massnahmen, soweit diese in seiner Kompetenz liegen, prüfen.

Die Teilrevision der Verordnung über das Pfarramt in der Landeskirche soll per 1. Januar 2022 in Kraft gesetzt werden.