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2.5 Millionen Franken für umweltbewusstes Handeln

Bericht zur Reformierten Kirchensynode vom 29. Juni

Im Zentrum der Sommer-Versammlung der Reformierten Kirchensynode in Zürich Oerlikon stand die Sorge um das Klima: Mit der Überweisung einer Motion zu einem Rahmenkredit von 2.5 Mio. Franken für das Legislaturziel «Umweltbewusst handeln» signalisiert das Kirchenparlament, dass es den Worten auch Taten folgen lassen will. Im Weiteren genehmigte die Kirchensynode mehrere Zusammenschlüsse von Kirchgemeinden.

Die Reformierte Landeskirche führt in ihren Legislaturzielen 2020–2024 das Ziel «Umweltbewusst handeln». Es sind darin verschiedene Massnahmen vorgesehen, u.a. die Initiierung eines Prozesses zur Zertifizierung aller Kirchgemeinden mit dem Umwelt-Label «Grüner Güggel». Mit einer Motion forderte eine fraktionsübergreifende Arbeitsgruppe von Synodalen, für die erfolgreiche Umsetzung des Legislaturziels einen Rahmenkredit von 2.5 Mio. Franken einzusetzen. In der Begründung sagte Motionärin Monica Müller, Dietlikon, dass die Gesellschaft die Kirche genau beobachte, ob sie Wasser predige und Wein trinke. Bei der Bewahrung der Schöpfung müsse die Kirche an erster Stelle stehen. Der Kirchenrat war bereit, die Motion zu übernehmen, sofern am Wortlaut Anpassungen vorgenommen würden. Der Kirchenrat schlug u.a. vor, zur periodischen Erfassung der Energiebilanz sämtlicher Immobilien ein «Grünes Datenkonto» zu nutzen, statt alle Liegenschaften mittels Gebäudeanalysen zu überprüfen.

Weiter beantragte er, das Aufgabenfeld «Nachhaltigkeit» einem Kirchenpflegeressort zuzuweisen, das die Nachhaltigkeitsbestrebungen der Kirchgemeinde umfassend vorantreibt. Dies sei erfolgversprechender als zu postulieren, Nachhaltigkeit müsse in den Kirchgemeinden im «ursprünglichen Sinne» gelebt werden. Die Kirchensynode folgte diesen Anträgen und überwies die Motion. Gemäss Kirchenrätin Esther Straub wird der Kirchenrat nun einen Antrag mit einem Massnahmenplan zum Einsatz des anvisierten Betrags vorlegen.

In eine ähnliche Richtung ging das Postulat «Bewahrung der Schöpfung im Unterricht»: Der Kirchenrat sollte prüfen, wo dieses Thema im kirchlichen Unterricht noch verstärkt werden könnte. In seinem Bericht weist der Kirchenrat darauf hin, dass in diesem Bereich bereits sehr viel gemacht wird. Die Kirchensynode schrieb das Postulat demzufolge mit grossem Mehr ab, wobei sich eine kleinere Grundsatzdebatte entspann, in der mehrere Synodale entschlossen auf ein Votum reagierten, das den menschengemachten Klimawandel in Zweifel zog.

«Pfefferstern» und Innovationskredit

In einem weiteren Vorstoss aus der Kirchensynode ging es um die Onlineplattform «Pfefferstern» der Reformierten Kirche St. Gallen, auf der religionspädagogische Angebote überregional ausgeschrieben werden. Gefragt wurde in einem Postulat, ob die Plattform auch in der Zürcher Landeskirche genutzt werden könnte. Der Kirchenrat erachtet deren Einführung in der Zürcher Kirche aber nicht als zweckmässig – auch wenn schon einige Kirchgemeinden damit arbeiten –, v.a. weil mit der neuen Mitgliederdatenbank «KiKartei» ein eigenes System im Aufbau begriffen sei, das auch «Pfefferstern»-Funktionen übernehmen könnte.

Im Zuge der Legislaturziele 2020–2024 plant die Landeskirche die Einführung eines Innovationskredits: Innovative Vorhaben sollen finanziell unterstützt werden. In einer Interpellation wurde der Kirchenrat gefragt, nach welchen Kriterien entsprechende Beiträge ausgerichtet werden. Die Frage ist für den Kirchenrat berechtigt, kommt aber zu früh: In seiner Antwort stellt er in Aussicht, der Kirchensynode baldmöglichst ein Konzept vorzulegen, in dem die Voraussetzungen für die Innovationsförderung festgelegt werden.

Zusammenschlüsse von Kirchgemeinden

Im Rahmen des Projekts «KirchGemeindePlus», das auf Zusammenschlüsse von Kirchgemeinden ausgerichtet ist, konnte die Kirchensynode drei weitere umfassende Zusammenlegungen von Gemeinden beschliessen: Sie genehmigte einstimmig den Zusammenschluss der Kirchgemeinden Benken, Marthalen, Ossingen, Rheinau-Ellikon und Trüllikon-Truttikon zur neuen Kirchgemeinde Weinland Mitte; anschliessend mit grossem Mehr den Zusammenschluss der Kirchgemeinden Aeugst a.A., Affoltern a.A., Bonstetten, Hausen a.A., Hedingen, Maschwanden, Mettmenstetten, Ottenbach und Rifferswil zur Kirchgemeinde Knonauer Amt; hier machten neben wenigen Gegenstimmen 18 Enthaltungen deutlich, dass der Prozess nicht nur reibungsfrei ablief. Abschliessend stimmten die Synodalen dem Zusammenschluss der Kirchgemeinden Bassersdorf-Nürensdorf, Brütten und Lindau zur neuen Kirchgemeinde Breite ohne Gegenstimme zu. Die drei Zusammenschlüsse treten auf den 1. Januar 2022 in Kraft.

Rechnung schliesst mit deutlichem Ertragsüberschuss

Schliesslich genehmigten die Synodalen ohne Gegenstimme sowohl den Jahresbericht 2020 als auch die Rechnung 2020 der Zentralkasse. Die Rechnung schliesst mit einem Ertragsüberschuss von rund 4,8 Mio. Franken, der dem Eigenkapital gutgeschrieben wird. Budgetiert worden war allerdings ein Aufwandüberschuss von rund 3,5 Mio. Franken. Diese grössere Abweichung vom Budget ist in erster Linie auf die Pandemie Covid-19 zurückzuführen. Zahlreiche geplante Angebote oder Veranstaltungen konnten nicht oder nur in anderer Form durchgeführt werden.