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Stadt Zürich: Zweiter Wahlgang

Die reformierten Stimmberechtigten der Stadt Zürich und der Gemeinde Oberengstringen haben erstmals an der Urne die Behörden der Kirchgemeinde Zürich gewählt.

Zu vergeben waren sieben Sitze in der Kirchenpflege sowie 45 Sitze im Kirchgemeindeparlament. Während beide Behörden erfolgreich besetzt werden konnten, ist noch nicht entschieden, wer das Präsidium der Kirchenpflege übernehmen wird. In einer knappen Wahl erreichte keiner der Kandidierenden im ersten Wahlgang das absolute Mehr. Der zweite Wahlgang findet am 9. Februar 2020 statt.

Drei Personen bewarben sich um das Leitungsamt der grössten Kirchgemeinde der Schweiz, die Anfang 2019 durch den Zusammenschluss von 32 reformierten Kirchgemeinden der Stadt Zürich und der Gemeinde Oberengstringen entstanden war: der Ethiker Michael Braunschweig, die Marketingleiterin Annelies Hegnauer und der Pfarrer Res Peter. Der Wahlausgang war knapp: Am meisten Stimmen erzielte Hegnauer (3044), gefolgt von Peter (2915) und Braunschweig (2691). Weil alle drei das absolute Mehr verpassten, geht der Wahlkampf in eine weitere Runde.

Annelies Hegnauer zeigte sich erfreut über das gute Ergebnis: «Ich sehe dieses als Verpflichtung gegenüber meinen Wählerinnen und Wählern an, nochmals anzutreten.» Auch Res Peter erklärte, er sei «hoch motiviert für den zweiten Wahlgang» am 9. Februar 2020. Michael Braunschweig bezeichnete die Resultate in einer ersten Stellungnahme als «Ausdruck des Erneuerungswillens» der reformierten Stimmberechtigten.

Frauenmehrheit im Parlament

Bereits entschieden ist die zukünftige Zusammensetzung der Kirchenpflege, welche die neu gegründete Kirchgemeinde Zürich mit fast 80'000 Reformierten führen wird: Gewählt wurden Barbara Becker, Claudia Bretscher, Michael Hauser und Annelies Hegnauer, die schon der Übergangskirchenpflege angehören, welche seit Mitte 2018 im Amt ist. Hinzu kommen Michael Braunschweig, Duncan Guggenbühl und Res Peter. Den Sprung ins siebenköpfige Gremium verpassten die neu kandidierende Anke Beining-Wellhausen und Henrich Kisker von der Übergangskirchenpflege, obwohl beide das absolute Mehr erreichten. Der abtretende Präsident Andreas Hurter und Mireille Schnyder hatten sich nicht mehr zur Verfügung gestellt.

Bei der Wahl des Kirchgemeindeparlaments orientierten sich die Stimmberechtigten weitgehend an den Wahllisten, die von den Wahlkreisversammlungen festgelegt worden waren. Nur im Wahlkreis III (Kirchenkreis vier fünf) schafften zwei Kandidierende von einer anderen Liste den Sprung in die Legislative. Im Wahlkreis I (Kirchenkreise eins und zwei) wird ein zweiter Wahlgang stattfinden, da sich der Kandidierende Duncan Guggenbühl gemäss eigener Aussage für den Einsitz in der Kirchenpflege entscheiden wird. Unter den 45 gewählten Abgeordneten sind 25 Frauen.

«Absolutes Novum für die Schweiz»

Das neue Kirchgemeindeparlament wird am 29. Januar 2020 erstmals zusammentreten. Die Übergangskirchenpflege bleibt noch bis zur Konstituierung der neuen Kirchenpflege am 1. April 2020 im Amt.

Andreas Hurter, der als Präsident der Übergangskirchenpflege auch Präsident der wahlleitenden Behörde war, zeigte sich sehr zufrieden über den Verlauf des Wahlsonntags: «Eine solche Volkswahl auf Kirchgemeindeebene ist ein absolutes Novum für die Schweiz. Wir sind froh, dass alles reibungslos geklappt hat, und danken den vielen Beteiligten, die dazu beigetragen haben.» Zur Urne gerufen waren die reformierten Gemeindemitglieder ab 16 Jahren, darunter auch Ausländerinnen und Ausländer mit Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung. Die Wahlbeteiligung lag bei 19,3 Prozent für das Kirchgemeindeparlament und bei 16,9 Prozent für die Kirchenpflege bzw. das Kirchenpflegepräsidium

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