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Pfarrerin von Fällanden aus dem Amt abberufen

Der Kirchenrat hat die vorsorglich im Amt eingestellte Pfarrerin von Fällanden aus dem Amt abberufen und damit das letzte noch hängige Administrativverfahren in der Kirchgemeinde Fällanden abgeschlossen.

Der Kirchenrat hat Pfarrerin Malinee Müller aus dem Pfarramt in der Kirchgemeinde Fällanden abberufen. In seiner abschliessenden Beurteilung gelangte der Kirchenrat zum Schluss, dass die Pfarrerin sich aufgrund ihres Verhaltens insbesondere in den Bereichen Zusammenarbeit und Kommunikation zur Führung eines Pfarramts als unfähig und unwürdig erwiesen hat und dass es ihr unter diesen Vorzeichen nicht gelingen wird, das Vertrauen der Kirchgemeinde in der erforderlichen Klarheit wiederzugewinnen. Der Kirchgemeinde und der Kirchenpflege ist eine weitere Zusammenarbeit mit Pfarrerin Malinee Müller nicht zumutbar, da die dafür erforderliche Vertrauensgrundlage nicht mehr vorhanden ist. Auch muss davon ausgegangen werden, dass sich die bisherigen Spannungen und Konflikte fortsetzen werden.
Der Kirchenrat und die Bezirkskirchenpflege Uster erhielten schon früh Kenntnis von Spannungen in der Kirchenpflege und im Pfarramt Fällanden. 2015 und 2016 eskalierte die Situation, indem Pfarrerin Malinee Müller gegen ihre Pfarrkollegin – aufgrund von anonymen Zusendungen – und gegen den Kirchenpflegepräsidenten – unter anderem wegen Amtsmissbrauchs – Strafanzeige einreichte. In der Folge richtete der Kirchenrat im Juli 2016 ein externes Coaching ein. Eine im Rahmen dieses Coachings erstellte Analyse ergab, dass in der Kirchgemeinde in der Führung und bezüglich der Regelung von Verantwortungen, Kompetenzen und Aufgaben sowie hinsichtlich definierter Prozesse erhebliche Mängel bestehen. Zudem zeichneten sich aufgrund der anhaltenden Konfliktsituation eine Spaltung der Gemeinde ab und eine damit einhergehende Polarisierung unter den Kirchgemeindemitgliedern.
In der Folge eröffnete der Kirchenrat im November 2016 gegen Pfarrerin Malinee Müller ein Administrativverfahren. Im Januar 2017 ordnete der Kirchenrat ein solches Verfahren auch betreffend die ganze Kirchenpflege, den Kirchenpflegepräsidenten und ein weiteres Mitglieder der Kirchenpflege an. Im Januar bzw. Februar 2017 stellte der Kirchenrat die Pfarrerin, den Kirchenpflegepräsidenten und ein weiteres Mitglied der Kirchenpflege vorsorglich im Amt ein.
Nachdem von der Pfarrerin gewünschte Gespräche nicht zu einer einvernehmlichen Lösung geführt hatten, nahm eine vom Kirchenrat beauftragte Rechtsanwältin die Administrativuntersuchung an die Hand. Sie legte den Entwurf ihres Untersuchungsberichts im Sommer 2018 vor. Nach dem Vorliegen der Stellungnahme von Pfarrerin Malinee Müller zu diesem Bericht Ende November 2018 führte ein weiteres Gespräch im Januar 2019 betreffend eine einvernehmliche Lösung ebenfalls zu keinem Ergebnis. Inzwischen waren auch die verschiedenen von Pfrn. Malinee Müller eingeleiteten Strafverfahren als unbegründet eingestellt worden. Sodann verlangte Pfrn. Malinee Müller Ergänzungsbefragungen und die Befragung weiterer Personen. Den Schlussbericht zur Administrativuntersuchung konnte die beauftragte Rechtsanwältin Ende Juni 2019 vorlegen. Er bildet zusammen mit umfangreichen Befragungsprotokollen die wesentliche Grundlage für den Abberufungsbeschluss des Kirchenrats.
Zuvor hatte der Kirchenrat im Oktober 2018 die Administrativerfahren betreffend die Kirchenpflege, den wiedergewählten Kirchenpflegepräsidenten und ein weiteres inzwischen aus der Kirchenpflege ausgeschiedenes Kirchenpflegemitglied eingestellt. Zugleich empfahl er der Kirchenpflege und dem Kirchenpflegepräsidenten, sich von externen Fachpersonen schulen, unterstützen und begleiten zu lassen. Gleichzeitig wies er die Bezirkskirchenpflege Uster an, die Kirchgemeinde Fällanden eng zu begleiten.