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Pandemie zeitigt noch keine wirtschaftlichen Folgen

Bericht der Kirchensynode vom 23. November 2021

Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie sind vorerst noch nicht spürbar: Die reformierte Kirche budgetiert für 2022 einen Aufwandüberschuss von rund 1,1 Millionen Franken. Die reformierte Kirchensynode befasste sich neben dem Budget auch mit der Frage, wie die Ziele von Klima- und Denkmalschutz bei kirchlichen Gebäuden in Einklang gebracht werden können.

An ihrer ordentlichen Versammlung vom 23. November hat die Kirchensynode das Budget der Zentralkasse der Landeskirche 2022 genehmigt. Es sieht einen Aufwandüberschuss von 1,1 Millionen Franken vor. Ein Minderheitsantrag der Finanzkommission, der dem Kirchenrat auferlegen wollte, im Budget eine Million einzusparen, fand im Kirchenparlament keine Mehrheit. Die Sparvorgabe hätte, so wurde von verschiedenen Synodalen argumentiert, am geplanten Stufenanstieg bei den Löhnen des Personals angesetzt. Mehrere Votanten hielten dies angesichts der finanziellen Aussichten der Landeskirche für angebracht. Der Präsident der Finanzkommission, Gerhard Hubmann, und mit ihm die Mehrheit der Synodalen hielt ein Sparen auf Vorschuss aber für nicht angebracht, ebenso wenig eine Beschneidung der Lohnentwicklung für die Pfarrschaft und Mitarbeitenden der Landeskirche.

Das anvisierte Resultat basiert auf der Vorgabe, dass der Beitragssatz der Kirchgemeinden auf der Höhe von 3.10 belassen wird. Diesem Beitragssatz stimmte das Kirchenparlament ebenfalls zu.

Gegenüber dem Vorjahr haben die Steuereinnahmen der Kirchgemeinden nochmals leicht zugenommen: Der Nettosteuerertrag beträgt gut 231 Millionen Franken. Wirtschaftliche Auswirkungen der Pandemie lassen sich mindestens in diesem Steuerjahr noch keine erkennen. Bei einem Beitragssatz von 3.10 resultieren Zentralkassenbeiträge von rund 67,5 Millionen Franken. Die Staatsbeiträge betragen 25,6 Millionen Franken, die übrigen Erlöse und Rückerstattungen 11, 7 Millionen Franken.

Gegenüber dem Budget 2021 reduziert sich der Personalaufwand um 1,1 Millionen und beträgt 82,4 Millionen Franken. Die Reduktion resultiert aus der Anpassung der kalkulierten Sozialkosten. Für 2022 ist ein Stufenanstieg, aber kein Teuerungsausgleich budgetiert. Die Sachkosten betragen 11,8 Millionen Franken. Für Beiträge wurden knapp 11 Millionen Franken budgetiert.  

Wie passen Denkmal- und Umweltschutz zusammen?

Mit einem Postulat hatte die Kirchensynode den Kirchenrat eingeladen zu prüfen, wie auf die Denkmalpflege stärker Einfluss genommen werden könnte, um alte Gebäude klimafreundlicher zu bewirtschaften. Der Bericht des Kirchenrates zeigt auf, dass bereits ein Prozess mit den Denkmalpflegen besteht und weitere Aktivitäten geplant sind, etwa ein Social Lab. Konkret sollen mit dieser Methode zukunftsfähige Möglichkeiten der Immobiliennutzung unter Einbezug möglichst aller Interessengruppen geschaffen werden. Der Kirchenrat hält fest, dass sich die Denkmalpflegen bewusst seien, dass der möglichst unversehrte Erhalt von Bauzeugen in einem Spannungsfeld verschiedener Interessen steht, nicht zuletzt auch des Klimaschutzes und der damit verbundenen Anstrengungen der energetischen Sanierung des Gebäudebestands. Bereits in der Vergangenheit wurden deshalb Anstrengungen unternommen, um Eigentümer, Architekten und weitere Fachleute bei Umbauten und Sanierungen zu beraten. Es existieren dazu Leitfäden, die sich auch für Kirchgemeinden eignen.

Martin Breitenstein empfahl im Namen der Vorberatenden Kommission den kirchenrätlichen Bericht zur Annahme und regte an, Denkmal- und Klimaschutz im Rahmen der Umweltzertifizierung «Grüner Güggel» noch stärker zu integrieren. Die Synode nahm Antrag und Bericht zustimmend zur Kenntnis. 

Vernehmlassung Teilrevision der Kirchenordnung

Die Evangelisch-kirchliche Fraktion (EKF) regte eine Aussprache zur Vernehmlassungsauswertung des Kirchenrates betreffend Teilrevision der Kirchenordnung an. Der Vorschlag des Kirchenrates, die Bezirkskirchenpflegen (BKP) abzuschaffen und andere Gremien mit der Aufsicht zu beauftragen, war in der Vernehmlassung auf wenig Gegenliebe gestossen. Christian Meier, Mitglied der EKF, folgerte daraus, dass die Kirchenbasis kein Abbau des Milizsystems in der Kirche wolle. Die BKP müsse im Gegenteil gestärkt und unterstützt werden. Meier stellte diesbezüglich einen parlamentarischen Vorstoss in Aussicht. Auch formulierten er und weitere Redner Vorbehalte gegenüber der Einführung eines Verhaltenskodex für Mitarbeitende und Freiwillige. Jacqueline Sonego-Mettner, Religiös-soziale Fraktion, und weitere Synodale widersprachen bei diesem Punkt energisch: Es sei richtig und wichtig, dass die Kirche Massnahmen zum Schutz vor Grenzverletzungen ergreife. Die geforderten Regeln, darunter die Einreichung eines Sonderprivatauszugs für bestimmte Funktionen, seien gut zu handhaben und in anderen Institutionen längst üblich.

Rita Famos wirbt für ÖRK-Vollversammlung

Die Präsidentin der Evangelischen Kirche Schweiz (EKS), Rita Famos, stattete dem Zürcher Kirchenparlament persönlich einen Besuch ab, um für die Teilnahme an der Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen 2022 in Karlsruhe zu werben. Die EKS ist Mitgastgeberin dieses grossen ökumenischen Anlasses. Es sei ihr ein persönliches Anliegen, die Menschen für eine Teilnahme zu motivieren, erst recht, wenn man die internationale Ökumene in Karlsruhe quasi vor der Haustüre erleben könne, sagte Famos. Die ÖRK-Vollversammlung findet nur alle 8 Jahre und abwechselnd auf allen Kontinenten statt.

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