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Weiterhin auf Sparkurs

Die Kirchensynode bewilligte das Budget 2012 der Zentralkasse und bestätigte den Sparkurs.

«Sparen ist ein schwieriges Geschäft», sagte Kirchenrätin Irene Gysel vor der Kirchensynode. Dies gilt insbesondere dann, wenn sich eine Lobby gegen einen unpopulären Entscheid wehrt. In Fortführung der vor zwei Wochen begonnenen Budgetdebatte ging es um die Beiträge der Kirchensynode an Dritte. Der Kirchenrat hat seinen konsequenten Sparkurs im Voranschlag 2012 fortgesetzt und sowohl bei den eigenen Posten wie auch bei den Beiträgen nochmals den Rotstift angesetzt.

Auf Antrag der Synodalen Rita Famos, Uster, diskutierte die Kirchensynode am Beispiel des Kantonalverbandes des Blauen Kreuzes, ob der jährliche Beitrag von 30‘000 Franken ganz gestrichen werden soll, nachdem er schon für 2011 halbiert worden war. Famos gab zu bedenken, dass der Alkoholismus das Suchtproblem Nummer 1 und es «die sozialdiakonische Pflicht der Kirche sei, sich den Folgen des Alkoholismus anzunehmen und sich für Prävention einzusetzen». Helmuth Werner, Zürich, unterstützte diese Sichtweise vor dem Hintergrund der Probleme im Stadtzürcher Kreis 5. Weitere doppelten nach.

Kirchenrätin Gysel entgegnete, dass überall in der Landeskirche konsequent gespart werde, dass beispielsweise der Etat in der Spitalseelsorge auf ein schmerzhaftes Mass zurückgefahren werden musste. Und wenn die Landeskirche schon in Kernbereichen sparen müsse, könnten die Beiträge an Dritte nicht ausgespart bleiben. Der für die Finanzen zuständige Kirchenrat Fritz Oesch brachte es auf den Punkt: «Ist es richtig, dass wir sparen, um anderen Institutionen das Sparen zu ersparen?» Beide Mitglieder des Kirchenrates bemerkten zudem, dass das Blaue Kreuz in Form von Kollekten aus den Kirchgemeinden weiterhin Geld von der Landeskirche bekomme und dass der Kantonalverband über genügend finanzielle Reserven verfüge.

Die Synodalen folgten dieser Argumentation und bestätigten die Streichung des Beitrags, obschon das Budget 2012 der Zentralkasse einen Ertragsüberschuss von rund 2,4 Mio. Franken vorsieht. Unberücksichtigt ist bei diesem Betrag aber die schwierige Situation bei der Beamtenversicherungskasse (BVK), deren Sanierung die Landeskirche in den kommenden Jahren voraussichtlich mehrere Millionen Franken kosten könnte.

Zum vorgesehenen Ertragsüberschuss trug auch bei, dass ein Antrag des Kirchenrates – nicht mehr benötigte Rückstellungen über zwei Mio. Franken in einen Fonds zu geben – abgelehnt wurde. Der Fonds sollte der Personalentwicklung dienen und in erster Linie für Lohnmassnahmen verwendet werden. Trotz Sympathie für das Anliegen folgten die Synodalen knapp dem Antrag der Finanzkommission, die Umbuchung aus Gründen der Transparenz abzulehnen. Die Kirchensynode stimmte dem Budget 2012 schliesslich ohne Gegenstimme zu.

Vorbereitung des Reformationsjubiläums

Im Weiteren beschloss die Kirchensynode die Bestellung einer Kommission «Kirche 2019», die für das 500-Jahr-Jubiläum der Zürcher Reformation nach «Zielen, Inhalten und Formen möglicher Feierlichkeiten» suchen soll. Zentrale Aufgabe ist die Vorbereitung einer Aussprachesynode für 2013, deren Ergebnisse der Kirchensynode im November 2013 mit Antrag und Bericht vorliegen sollen.

Schliesslich befasste sich die Kirchensynode mit mehreren Postulaten. Die Synodalen überwiesen einen Vorstoss von Jürg Wichser, Schmidrüti, der auf die Förderung der Kirchenorgel abzielt, sowie einen Vorstoss von Rosmarie Egli, Dürnten, der die Beratungskapazitäten im Bereich Arbeitslosigkeit sicherstellen möchte. Ein Postulat einer Gruppe von Synodalen, das die Einführung des Umweltmanagement-Systems «Grüner Güggel» geprüft haben will, wurde ebenfalls überwiesen, obwohl auch Bedenken geäussert wurden, der Labeling-Prozess könnte für die Kirchgemeinden zu aufwändig sein.