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Wahl Kirchenratspräsidium

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Am nächsten Dienstag, 15. März 2011, wählt die Kirchensynode den neuen Kirchenratspräsidenten. Die Versammlung beginnt um 8.15 Uhr mit den Mitteilungen. Anschliessend folgt als 2. Traktandum die Wahl. Vor dem eigentlichen Wahlgang müssen die Mitglieder der Kirchensynode aber noch einen "Beschluss über die Wahl der Mitglieder des Kirchenrates" verabschieden, der das Wahlprozedere regelt.

Die Kandidaten:

Andrea Marco Bianca

Die Liberale Fraktion der Kirchensynode, die das Präsidium des Kirchenrates turnusgemäss für sich beansprucht, hat den 49jährigen Pfr. Andrea Marco Bianca für die Nachfolge für den auf Ende 2010 zurückgetretenen Ruedi Reich nominiert und dazu nachstehendes Communiqué verbreitet:

"Für die Nachfolge von Kirchenratspräsident Dr. h.c. Ruedi Reich hat die Liberale Synodefraktion an ihrer Sitzung vom 11. November Kirchenrat Andrea Marco Bianca zu ihrem Kandidaten bestimmt.

Bianca ist seit 2007 Mitglied des Kirchenrats. Er verantwortet das Ressort Gemeindedienste mit den Bereichen Gemeindeaufbau, Behördenschulung, Gottesdienst und Musik, Diakonie und Ökumene, Mission und Entwicklung. Zusätzlich betreut er die ökumenischen Stellen Bahnhofkirche, Flughafenpfarramt und Paarberatung.

Bianca ist seit 14 Jahren Pfarrer in Küsnacht. Zuvor war er fünf Jahre als wissenschaftlicher Assistent an der Theologischen Fakultät der Universität Bern im Bereich Praktische Theologie tätig. Sein Studium absolvierte er in Zürich, Basel und Bern sowie an der Pacific School of Religion in Berkeley, Kalifornien (USA).

Die Liberale Fraktion ist überzeugt, mit Pfarrer Andrea Marco Bianca eine theologisch fundierte und mit dem liberalen Kirchenverständnis bestens vertraute Persönlichkeit vorzuschlagen. Er verfügt über das notwendige Rüstzeug, um präsidiale Führungsverantwortung in der Exekutive der Zürcher Landeskirche zu übernehmen."

Michel Müller

Am 13. Januar 2011 hat der Synodalverein per Communiqué bekanntgegeben, dass er Pfr. Michel Müller für das Amt des Kirchenratspräsidenten vorschlägt:

"Der Synodalverein als grösste Fraktion der Zürcherischen Kirchensynode schlägt Pfr. Michel Müller (Thalwil) für das Amt des Kirchenratspräsidenten und damit als Nachfolger von Pfr. Dr. h.c. Ruedi Reich vor.

Der Synodalverein ist überzeugt, in Pfr. Michel Müller eine für dieses Amt geeignete Person zu portieren, die mit ihrer glaubhaft vertretenen, profilierten Theologie auf biblisch-reformatorischer Basis der Weiterentwicklung der Zürcher Landeskirche wichtige Impulse geben kann. M. Müller verfügt über langjährige Erfahrung als Gemeindepfarrer und weist spezifische Leistungsausweise in Gemeindeaufbau, Jugendarbeit und Katechetik auf. Zudem wirkt er seit zehn Jahren in der Aus- und Weiterbildung von Pfarrpersonen im Konkordat der deutschschweizer Kirchen.

Der Nominierte hat sich in kirchlichen Gremien als Synodaler, Kommissions­präsident, Fraktionspräsident und Abgeordneter im Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund in weiten Kreisen Anerkennung verschafft und ist kantonal und schweizerisch gut vernetzt. Er verfügt über Ausdauer und ist fähig, verschiedene Kräfte für ein gemeinsames Ziel zu gewinnen.

Seine Kandidatur wird von Pfarrkolleginnen und -kollegen, kirchlichen Mitarbeitenden und breiten kirchlichen Kreisen unterstützt.

Michel Müller kandidiert mit Freuden und aus Überzeugung für das Amt des Kirchenratspräsidenten: «Wenn sich Mitarbeitende, Kirchgemeinden und Kirchen vom Geist Jesu Christi immer wieder neu für eine glaubwürdige Verkündigung in Wort und Tat motivieren lassen, kann die reformierte Kirche hoffnungsvoll in die Zukunft blicken und neue Mitglieder und Mitarbeitende gewinnen.»

Der Synodalverein ist überzeugt, mit Pfarrer Müller der Synode am 15. März einen ausgewiesenen und fähigen Kandidaten vorzuschlagen, der bereit ist, Verantwortung zu übernehmen."

Christoph Sigrist

Am 10. Februar 2011 hat eine interfraktionelle Wählervereinigung der Kirchensynode Grossmünster-Pfarrer Christoph Sigrist nominiert und nachstehendes Communiqué verbreitet:

"Eine interfraktionelle Wählervereinigung der Synode nominiert mit Christoph Sigrist als Zürcher Kirchenratspräsidenten eine Persönlichkeit mit Rundumprofil. Die Gruppe ist der Ansicht, dass in einer für die Kirche schwierigen Zeit eine echte Wahl für das wichtige Amt notwendig ist.

Mit Christoph Sigrist nominiert die interfraktionelle Wählervereinigung einen Kandidaten, welcher das Format für den künftigen Präsidenten des Kirchenrates mitbringt: persönlich, fachlich  sowie als  gereifte  Führungspersönlichkeit. Mit einem gradlinig evangelischen Profil initiiert und realisiert er immer wieder sowohl als Gemeindepfarrer als auch kantonal und national wegweisende Projekte. Als Mitglied und Präsident verschiedener diakonischer Gremien sowie als Initiator und Inhaber der Dozentur für Diakonie an der Universität Bern vermittelt er der Pfarrschaft, den Schweizer Kirchen und der Öffentlichkeit diakonische Anliegen des Evangeliums auf eine den heutigen Herausforderungen entsprechende Art. Der hohe Praxisbezug zeigt sich auch in vielen Publikationen seit seiner Dissertation «Diakonie, Ethik und diakonische Basisgruppen in Kirchen». Christoph Sigrist repräsentiert die Evangelisch-Reformierte Landeskirche souverän und glaubwürdig.

Kirche mit Profil, auf der Höhe der Zeit: Der Aufbau des Citykirchenprojekts «Offene Kirche St. Leonhard» in St. Gallen, die Gründung und Leitung des Zürcher Spendenparlaments oder Ideen zu kirchlichen Begleitprojekten zur letzten Fussball-Europameisterschaft mit seither nachhaltigen Kontakten zur FIFA zeigen als drei Beispiele, dass Christoph Sigrist eine Persönlichkeit ist, die auf Menschen zuzugehen, diese zu begeistern und mit ihnen zusammen nachhaltige Projekte  zu realisieren vermag. Sein Anliegen, die biblische Botschaft in unsere Zeit zu übersetzen, und dies in Reflexion der reformierten Tradition, hat eine missionarische Wirkung. Der Öffentlichkeit kommuniziert er eindeutig, was reformierte Kirche will, wofür sie steht und welche Werte sie vertritt und lebt. In der Zürcher Kirche ist er eine vertrauenswürdige Persönlichkeit mit Ausstrahlung.

Breit vernetzt mit der Öffentlichkeit: Christoph Sigrist geht mit seinen Anliegen neugierig auf Ideen anderer, auf Menschen aller Schichten zu. Seine guten Kontakte zu Schlüsselpersonen in Wirtschaft,  Politik und Kultur ermöglichen Projekte und Verbindungen, die der Kirche gut anstehen. Er ist sowohl im schweizerischen wie europäischen Protestantismus seit Jahren gut vernetzt und gestaltet das evangelische Profil zielgerichtet und in konsequenten möglichen Schritten mit. Seine interessierte und menschliche Art öffnete ihm und der Kirche immer wieder neue Türen. Sein Wirken und seine Stellungnahmen machen ihn auch zum interessanten Gesprächspartner der Medien.

Führungsqualitäten: Sein langer und breiter Leistungsausweis zeigt, dass Christoph Sigrist visionäre Ideen zu formieren und nachhaltig zu gestalten vermag. Er kann dabei sowohl die Freude als auch den Ernst des Evangeliums ansteckend vermitteln. Er kennt auch Scheitern und Kritik – er nimmt das als zum Leben gehörend entgegen.  Er bringt die dringend nötigen Führungsqualitäten mit, welche in all den anstehenden Veränderungen unserer Evangelisch-Reformierten Kirche Profil und Zuversicht vermitteln können.

Wir sind überzeugt, mit Christoph Sigrist der Kirchensynode eine geeignete Persönlichkeit vorschlagen zu können. Seine integrative und zuhörende Art stösst in allen vier Fraktionen auf positive Resonanz. Bei einer allfälligen Wahl würde Christoph Sigrist dem Synodalverein beitreten, sofern dieser ihn als ihr Mitglied aufnimmt.

Zur Person von Christoph Sigrist: Pfarrer am Grossmünster, Doktor der Theologie mit Lehrauftrag Diakoniewissenschaft an der Uni Bern, Armeeseelsorger, Publizist, Gestalter und Realisator verschiedener kirchlicher Projekte, Jahrgang 1963, verheiratet, zwei Söhne.

Hans-Peter Geiser

Am 4. Februar hat im Weiteren auch Pfr. Hans-Peter Geiser, Freudwil, mit nachstehendem Text seine Kandidatur bekanntgegeben:

"Im Kanton ZH ist das Präsidium des ZH Kirchenrates höchstes Amt in der Zürcherevang.-reformierten Landeskirche, mit Verantwortungen im Bereich theologische Vision, Offenheit für gesellschaftliche Veränderungen, sorgfaltspflichtige Verantwortung für eine Zürcher Pfarr- und Mitarbeiterschaft, Vorsitz zur theologischen Ausbildung im Konkordat, Bindeglied zur Oekumene, Vertretung der ZH Institution nach innen und aussen. Dabei ist eine wesentliche Voraussetzung für das Amt eine Sensibilität, heutige radikale Veränderungen in der Gesellschaft offen wahrzunehmen. Die Kandidatur ist sich dieser Bereiche der Verantwortung sehr wohl bewusst und setzt Bisherigem ein deutliches Gegenüber entgegen. Im Sinne einer inhaltlichen Reformkandidatur. Kritisch in der Auseinandersetzung mit Bisherigem. Einladend in den Vorschlägen für Alternativen für die Zukunft.

Die juristischen und wahlrechtlichen Voraussetzungen für diese Kandidatur sind gegeben. Seit Jan 2011 Wohnsitz Kanton Zürich und Mitglied der evang.-ref. Landeskirche im Kanton ZH. ZH Pfarrer. Die Kandidatur versteht sich als unabhängige Kandidatur ohne Anbindung an synodale Fraktionen. Im Rahmen des ZH Wahlgesetzes. Mit gesetzlicher Wahlfähigkeit im Kanton ZH seit 15. März 1989. Die Kandidatur versteht sich als Inhaltskandidatur. Offen in der Bewertung der ZH Wahlchancen. Im Wissen, dass die Kandidatur wohl 20 Jahre zu früh kommt - dennoch ist sie politisch hier nötig. Als bewusste Ergänzung zu den bisherigen Kandidaten Pfr. Andrea Marco Bianca, Liberale Fraktion der ZH-Synode, und Pfr. Michel Müller, Synodalverein der ZH Synode. Beide wertvolle Kandidaten. Trotzdem bringt diese Drittkandidatur inhaltlich Themen ein, die längst in ZH und CH dringlich sind.

Biographisches: Pfr. Dr. theol. Hans-Peter Geiser - 52-jährig, seit 1985 Pfarrer in verschiedenen Schweizer Kirchen, zuletzt im Kanton Zürich - erhielt seine Ausbildung in der Schweiz und in den USA. Seither global und lokal tätig. Chicago, Los Angeles, Genf, Basel und Zürich. Seit Anfang 2011 erneut mit Wohnsitz im Kanton Zürich. Reformierter Pfarrer und seit über zehn Jahren engagiert in Fragen zur radikalen Veränderung einer Institution Kirche. Pfarramt fünf Jahre in der Stadt Genf, acht Jahre im Kanton Aargau und Solothurn und sechs Jahre in der Stadt ZH. Seit 2006 Aufenthalte in Chicago, Los Angeles, Washington D.C., Argentinien. Doktorat von der UNIL Uni Lausanne 2007. Engagiert im Aufbau eines globalen Austauschprojektes zwischen den USA und der Schweiz zu Fragen urbaner Veränderungen von Kirche. Verheiratet. Keith Jarrett und Jazz als Vorbilder für Kirchliches. Mindestens fünf Mal im Monat in der gesamten Schweiz im Pathé Kino anzutreffen, mit der offenen Frage, wo Kirche und Pop Kultur voneinander lernen könnten. Seit 1989 des öfteren in den Schweizer Medien, meist nicht selber gewählt. Zu friedens-, sozial- und demokratierechtlichen Themen. Seit 2004 freelance CH Pfarrer. Gleichzeitig am Aufbau eines Grossprojektes Gen-X - CH."

Neu besetzt wird am 15. März nur das Präsidium des Kirchenrates. Wird ein amtierender Kirchenrat oder eine amtierende Kirchenrätin ins Präsidium gewählt, bleibt der dadurch freiwerdende Kirchenratssitz bis zu den Gesamerneuerungswahlen am 20. September 2011 vakant.