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Studienbereich wechselt

Die Kirchensynode bestätigt die Integration des Studienbereichs von Boldern in die Landeskirche

Der Studienbereich des Tagungszentrums Boldern wird in die Bildungsabteilung der Landeskirche integriert. Dies beschloss die reformierte Kirchensynode mit grossem Mehr an ihrer Frühjahrsversammlung. Gleichzeitig überwies sie eine Motion, die den Kirchenrat beauftragt, ein umfassendes Bildungskonzept zu erarbeiten.

Es wurde wie erwartet eine emotionale Debatte. In etlichen Voten wurde auf die grossen Verdienste von Boldern hingewiesen, auf die gesellschaftlich wichtigen Impulse, die in den vergangenen 60 Jahren vom Tagungs- und Studienzentrum oberhalb von Männedorf ausgegangen sind. Und es wurde bedauert, dass diese Tradition nun zu einem Ende kommt. Letztlich war der Entscheid aber deutlich: Mit 100 zu 4 Stimmen bestätigte das Kirchenparlament die Integration des Studienbereichs von Boldern in die Landeskirche. Ein Antrag der Religiös-sozialen Fraktion, die Massnahme auf ein Jahr zu befristen, wurde abgelehnt.

Der Trägerverein von Boldern stimmte der Aufgabe des Studienbereichs und dessen Integration in die Landeskirche bereits im vergangenen Dezember zu. Zu diesem Schritt führten finanzielle Schwierigkeiten des Tagungszentrums. Die Kosten für die Überführung belaufen sich auf 520‘000 Franken. Für die Landeskirche ist damit nur ein geringer Mehraufwand verbunden, da der bisherige Beitrag an Boldern von 500‘000 Franken künftig entfällt.

Mit der Integration nimmt der Kirchenrat einerseits Arbeitsfelder zurück, die er vor Jahren im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung an Boldern ausgelagert hat, z.B. Altersbildung und Generationenfragen. Anderseits können mit der Integration von neuen Bereichen wie Alltagsreligion und Lebensstil auch Vorleistungen im Blick auf das Projekt „Stadtakademie“ erbracht werden. Insgesamt sollen die Aufgaben im Sinn und Geist von Boldern weitergeführt werden. Zusammen sind es drei Mitarbeitende aus dem Studienbereich und eine Mitarbeiterin aus dem Sekretariat, die zur Landeskirche wechseln.

Auftrag für ein Bildungskonzept

Die Kirchensynode stimmte der Integration zwar deutlich zu,  mehrheitlich war sie aber auch der Meinung, dass die Bildungsaufgaben der Landeskirche zurzeit „mangelhaft koordiniert“ sind. Die Synodalen überwiesen deshalb eine Motion der Kommission, die das Boldern-Geschäft vorberaten hatte. Die Motion beauftragt den Kirchenrat, ein Bildungskonzept zu erarbeiten, das u.a. Auskunft geben soll über „künftige Bildungsstrategien und Bildungsinhalte“. Kirchenratspräsident Michel Müller begrüsste den Vorstoss grundsätzlich, wies aber darauf hin, dass die Bildungsaufgaben der Landeskirche schon in der neuen Kirchenordnung festgehalten seien. Der Antrag des Kirchenrates, die Motion in ein Postulat umzuwandeln, fand jedoch keine Mehrheit.

Wie es mit Boldern selber weitergeht, wurde in einzelnen Voten ebenfalls angesprochen. Der Trägerverein, der hauptsächlich aus den Kirchgemeinden der Landeskirche besteht, will den Hotel- und Beherbergungsbetrieb weiterführen. Welche Akzente dabei zu setzen sind, soll an einer Zukunftskonferenz geklärt werden.

Christenverfolgung und Pfarrwahlen

In Anschluss an die Boldern-Debatte führte die Kirchensynode eine freie Aussprache durch. Dabei kam etwa die Verfolgung der Christen in zahlreichen Ländern zur Sprache. Der Synodale Willi Honegger, Bauma, zeigte sich vor allem auch über das weltweite Schweigen zur Christenverfolgung betroffen und wünschte sich „mehr Herzblut“, das Elend dieser Menschen bekanntzumachen.

Weiter waren die Pfarrwahlen des vergangenen Wochenendes ein Thema, insbesondere die Frage, wie solchen Wahlen künftig zu mehr öffentlicher Aufmerksamkeit verholfen werden könnten.