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Start von KirchGemeindePlus

Das Projekt KirchGemeindePlus startet mit einem breiten Beteiligungsprozess.

ZusammenWachsen!

Mit dem Projekt «KirchGemeindePlus» startet die reformierte Landeskirche in diesen Tagen einen umfassenden Erneuerungsprozess. Ziel ist, für die Amtsdauer ab 2018 Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine gesellschaftlich relevante Kirche und ein attraktives Kirchgemeindeleben ermöglichen. Im Vordergrund stehen dabei der Zusammenschluss von Kirchgemeinden sowie ein inhaltlichen Aufbruch. Erste Phase des Projekts ist bis Anfang 2014 ein breit angelegter Beteiligungsprozess.

Am 8. April fand in Zürich die erste von sechs Regionalkonferenzen statt. Kirchliche Behörden und Mitarbeitende sind eingeladen, sich gemeinsam und mit dem Kirchenrat über die Zukunft der Landeskirche und des kirchgemeindlichen Lebens auszutauschen. Weiter sind so genannte «Impulsdialoge» vorgesehen, die lokal initiiert werden und an denen sich auch Mitglieder und kirchlich interessierte Personen beteiligen können. Geplant sind zudem Online-Foren.

Alle diese Gefässe sind Teil der ersten, öffentlichen Phase des Projekts «KirchGemeindePlus», das eine umfassende Erneuerung der reformierten Landeskirche anstrebt. Die erste Phase besteht in einem breiten Beteiligungsprozess, bei dem das Gespräch im Zentrum steht und in den sich alle Interessierten und Betroffenen einbringen können. Sie stehen dabei in der Verantwortung, dies auch zu tun: Das Projekt setzt in hohem Mass auf das Prinzip der Selbstorganisation. Der Kirchenrat stellt den dafür nötigen Rahmen zur Verfügung.

Dem Grundprinzip des Gesprächs und des Dialogs entspricht auch das Motto des Projekts: «ZusammenWachsen». Es bringt einerseits zum Ausdruck, dass die gegenwärtigen Umstände ein stärkeres Zusammenwirken innerhalb der Landeskirche erfordern, und anderseits, dass ein gemeinsamer inhaltlicher Aufbruch in Gang kommen soll.

Grundidee des Projekts ist, dass das kirchliche Leben über den Zusammenschluss von Kirchgemeinden gefördert werden kann. Diese Überzeugung brachte der Kirchenrat bereits 2012 in seiner Antwort auf ein Synodepostulat zum Ausdruck, das nach den Möglichkeiten übergemeindlichen Zusammenwirkens gefragt hatte.

Der Kirchenrat ging bei seiner Beurteilung zunächst von der Mitglieder-Entwicklung aus: Mitte der sechziger Jahre umfasste die Landeskirche mit über 600‘000 Mitgliedern fast 70 Prozent der Kantonsbevölkerung. In zehn Jahren wird es aufgrund der demographischen Entwicklung und der Austritte mit etwa 410‘000 Mitgliedern voraussichtlich noch rund ein Viertel sein. Für den Kirchenrat ist klar, dass es aufgrund dieser Perspektive strukturelle Anpassungen braucht.

Ein Licht auf die Austritte werfen zudem die Ergebnisse einer «Lebenswelten»-Studie, die 2011 im Auftrag der Landeskirche durchgeführt worden ist: Von zehn lebensweltlichen Milieus erreicht die reformierte Kirche nur noch deren zwei bis drei. Dieser Herausforderung kann nicht mit Strukturanpassungen begegnet werden. Für den Kirchenrat ist «KirchGemeindePlus» daher nicht einfach ein Strukturkprojekt: Kirchenratspräsident Michel Müller betont, dass Zusammenschlüsse von Kirchgemeinden nur ein Baustein seien, die zusammen mit dem Diakoniekonzept, der Lebenswelten-Studie, der Bibelübersetzung und dem Religionspädagogischen Gesamtkonzept gesehen werden müssten. Diese und weitere Aufbrüche seien anregende Inspirationsquellen für kraftvolle und handlungsfähige Kirchgemeinden.

Es ist vorgesehen, dass die Ergebnisse aus der Gesprächsphase in den Jahren 2014–2017 in eine Transformations-Phase münden, während der Konzepte entworfen, Modelle geprüft und Prozesse zur Konkretion von Gemeindezusammenschlüssen angegangen werden. Die Kirchensynode soll im Sommer 2017 über ein Gesamtpaket befinden, so dass die neu gebildeten Kirchgemeinden ab der neuen Amtsdauer 2018 ihr Gemeindeleben entwickeln können.

www.kirchgemeindeplus.ch