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Stadtakademie in Sichtweite?

Die Kirchensynode befasste sich mit der Bildungsarbeit. Im Zentrum steht eine Stadtakademie.

Kirchensynode stellt die Weichen für eine Stadtakademie

 Die reformierte Kirchensynode befasste sich mit der künftigen Bildungsarbeit der Landeskirche und stimmte einem entsprechenden Konzept zu. Im Zentrum steht dabei eine reformierte Stadtakademie, die ein stärker urbanes Publikum ansprechen soll.

Das vom Kirchenrat vorgelegte Bildungskonzept gibt Antwort auf eine Motion, die nach den «künftigen Bildungsstrategien und -inhalten» der Landeskirche fragte. Aus rechtlichen bzw. Zuständigkeitsgründen handelt es sich allerdings nicht um ein umfassendes, auch die Kirchgemeinden einbeziehendes Konzept wie etwa beim Diakonie-Konzept, sondern es beschränkt sich weitgehend auf die non-formale Erwachsenenbildung der gesamtkirchlichen Dienste.

Das Konzept geht aus von einer Gesamtschau der bestehenden intellektuellen, spirituellen und sozialen Bildungsangebote und stellt sie auf ihre theologische Basis. Hinsichtlich Zukunftsperspektiven wird aufgezeigt, dass aufgrund künftiger Tendenzen und diverser Studien einerseits kirchenfernere, aber bildungsnähere Milieus ein stärker anzusprechendes Potenzial bilden. Damit kommt ein eher urbanes Publikum in den Blick, das gemäss Kirchenrat über eine Stadtakademie erreicht werden könnte. Anderseits soll durch eine Aufwertung der Region als kirchlichem Gestaltungsraum die regionale Bildungsarbeit gestärkt werden. Und schliesslich sollen in der Verbindung von Religionspädagogik und Erwachsenenbildung vermehrt Eltern angesprochen werden.

Diskutiert wurde in der Kirchensynode zunächst die Stringenz des Konzepts. Während die einen es für ausgewogen hielten, bemängelten andere etwa die fehlende Klärung des Zusammenspiels der verschiedenen Akteure oder die fehlende Konkretion einzelner Massnahmen. Im Ganzen stiess das Konzept aber auf Zustimmung. Insbesondere die Idee einer reformierten Stadtakademie fand Anklang, sie brauche aber noch die entsprechende Konkretisierung. Für Jacqueline Sonego-Mettner, Präsidentin der vorberatenden Kommission, ist eines der Erfolgskriterien für eine Stadtakademie deren inhaltliche Selbständigkeit.

Ansturm von Ratsuchenden bei der DFA zu hoch

Im selben Mass, wie sich in den vergangenen Jahren die allgemeine Arbeitsmarktsituation verschlechtert hat, haben bei der Kirchlichen Fachstelle bei Arbeitslosigkeit (DFA) die Beratungsanfragen zugenommen. Sie sind sogar derart gestiegen, dass 2010 aus Kapazitätsgründen rund 2000 Personen abgewiesen werden mussten. Dieser Umstand bewog die Synodale Rosmarie Egli, Dürnten, 2011 ein Postulat einzureichen mit der Frage, wie diese Situation verbessert werden könnte. In den nachfolgenden Jahren 2011 und 2012 waren die Abweisungszahlen ähnlich hoch.

In seinem Bericht zeigt der Kirchenrat auf, dass die Nachfrage kaum abnehmen wird, nicht zuletzt auch wegen der grossen Nachfrage von Seiten der Migrantinnen und Migranten. Der Kirchenrat prüfte zwar verschiedene Massnahmen wie beispielsweise eine bessere Nutzung von Synergien oder Anpassungen beim Terminvergabesystem. Er sieht aber ohne markante Erhöhung des Stellenetats keine Möglichkeit, die Situation merklich zu verbessern. Gemäss Kirchenrat handle es sich hier «um eine gesellschaftliche Aufgabe, die grösser ist, als dass sie allein durch die Kirchen erfüllt werden könnte».

Helmuth Werner fordert PUK

In einer persönlichen Mitteilung warf der Synodale Helmuth Werner, provisorisch im Amt eingestellter Kirchenpflegepräsident der Kirchgemeinde Zürich Industriequartier, dem Kirchenrat vor, ihn mit der Strafanzeige vom 10. Juli kriminalisiert zu haben. Diese «Wahnsinnstat» habe ihm zwei Wochen Untersuchungshaft eingebracht und ihn krank gemacht. Er kritisierte zudem das Führungsverhalten des vom Kirchenrat eingesetzten interimistischen Kirchenpflegepräsidenten. Gemäss Werner hätten die anstehenden Fragen im laufenden Verfahren gelöst werden können. Von der Kirchensynode forderte er die Einsetzung einer Parlamentarischen Untersuchungskommission.