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Seelsorge für Asylsuchende

Die Kirchen sind seit der Eröffnung im Bundesasylzentrum Juch in Zürich-Altstetten seelsorgerlich tätig.

Kirchen bauen Seelsorge für Asylsuchende aus

Die Erfahrungen sind positiv und die Präsenz der Kirchen wird von Bewohnern wie Betreuungspersonen gleichermassen geschätzt. Deshalb bauen die Kirchen ihre Seelsorge nun weiter aus.

Im Asylzentrum Juch, das als Testbetrieb des Bundes für schnellere Verfahren gilt, sind rund 300 Flüchtlinge untergebracht. Ihre Aufenthaltsdauer ist maximal vier Monate. Bis Ende Jahr sollen 1500 Asylgesuche bearbeitet und entschieden werden.

Die Kirchen leisten seit der Eröffnung des Zentrums Seelsorge. Der reformierte Pfarrer Marcel Cavallo und die katholische Theologin Jeanine Kosch sind derzeit vor allem nachmittags im Juchareal anzutreffen. Die Kontakte mit den Asylsuchenden gestalten sich anspruchsvoll. Probleme, die an die Seelsorgenden herangetragen werden, betreffen nicht nur religiöse Themen, sondern meistens konkrete Bedürfnisse und Sorgen aus dem Alltag.

Die Zusammenarbeit mit der Zentrumsleitung läuft gut. Dass die Seelsorge direkt vor Ort im Einsatz ist, wird von den Asylsuchenden wie vom Betreuungsteam sehr geschätzt. Auf den 1. Juli erhöht die reformierte Kirche nun ihr Stellenetat auf 50%. Zusammen mit dem Beitrag der katholischen Kirche soll dann eine Vollzeitstelle zur Verfügung stehen. Die Kirchen verstehen ihre seelsorgerliche Präsenz als Einsatz für die unantastbare Würde jedes Menschen.

Weil ein grosser Teil der Flüchtlinge Muslime sind, ist zudem ein Einbezug von muslimischen Seelsorgern wünschenswert. Wichtig ist hier aus Vertrauensgründen insbesondere auch der Einsatz einer muslimischen Seelsorgerin. Die Kirchen führen zusammen mit Vertretern der Muslime und dem Bundesamt für Migration zurzeit entsprechende Verhandlungen.

Neben der seelsorglichen Betreuung der Flüchtlinge ist den Kirchen aber auch die Auseinandersetzung mit den Fluchtgründen und der Flüchtlingspolitik wichtig. Deshalb laden sie rund um den bevorstehenden Flüchtlingssonntag herum zu einem Veranstaltungszyklus zum akuten Problem der vielen Bootsflüchtlinge ein. Zudem ist vom 13. Juni bis am 17. Juni in der Predigerkirche die Ausstellung „Bootsflüchtlinge“ mit Reiseskizzen, Bildern Fotos, Skulpturen und Videos zu sehen.