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Schwerpunkt Palliative Care

Die Kirchensynode hat für die nächsten Jahren dem Schwerpunkt Palliative Care zugestimmt.

Palliative Care steht auf vier Säulen: medizinische, pflegerische, psychosoziale und spirituelle Begleitung von Menschen an ihrem Lebensende. In einem Bericht an die Kirchensynode legt der Kirchenrat dar, dass dieser ganzheitliche Ansatz seine Wurzeln in christlicher Theologie, Ethik und Glaubenspraxis hat. Und aus dieser langen und reichen Tradition und Erfahrung in der Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen erwachse der Kirche heute die gesellschaftliche Verantwortung, sich als kompetente Partnerin in der Umsetzung der nationalen Strategie Palliative Care zur Verfügung zu stellen.

Kirchenrätin Irene Gysel wies vor der Kirchensynode darauf hin, dass sich insbesondere durch die vierte Säule in der Palliative Care, die spirituelle Begleitung, in den letzten Jahren in der Gesellschaft ein neuer Umgang mit Sterben und Tod abgezeichnet hat. Gysel würdigte die Errungenschaften der modernen Medizin explizit, wies aber auch auf deren Grenzen hin, wenn es darum gehe, der Individualität und dem Schicksal eines einzelnen Menschen am Ende seines Lebens gerecht zu werden. Im Bericht schreibt der Kirchenrat dazu: „Die Kirche ist einem inklusiven Menschenbild verpflichtet, in welchem auch leidende Menschen aufgehoben sind. Diese Sicht des Menschen steht im Gegensatz zu einem Menschenbild, das Autonomie und Unabhängigkeit verabsolutiert.“

Durch die einstimmige Verabschiedung des Berichts unterstützte die Kirchensynode auch die Absicht des Kirchenrates, im Bereich Palliative Care in den nächsten fünf Jahren einen Schwerpunkt zu setzen. Der Kirchenrat formulierte dazu in verschiedenen Bereichen insgesamt nicht weniger als 17 Massnahmen. Im Blick sind dabei v.a. Sensibilisierung und Vernetzung sowie Aus- und Weiterbildung, v.a. von Pfarrerinnen und Pfarrern und nicht zuletzt auch von Freiwilligen.

Zudem will sich der Kirchenrat im Rahmen eines Forschungs-Engagements mit CHF 80‘000 und zusammen mit der katholischen Kirche an einer Stiftungsprofessur an der Universität Zürich beteiligen. Die Professur soll mit Lehraufträgen an der Theologischen und an der Medizinischen Fakultät einen Beitrag leisten, dass christliche Theologie und Spiritualität in den nationalen Forschungsprojekten wahrgenommen wird und dass sich die künftige Pfarr- und Ärzteschaft in Palliative Care auskennt.

Das alles ist jedoch mit Kosten verbunden. Für Projektorganisation und -leitung sieht der Kirchenrat 30 Stellenprozente vor, die aber vorderhand aus dem bestehenden Etat gestellt werden. Die Vorberatende Kommission der Synode wollte die Steuerung der Kosten aber stringenter gestalten und reichte eine Motion ein, die auf die Schaffung eines Rahmenkredites abzielte. Auf die Zusicherung des Kirchenrates hin, die Kosten der einzelnen Projekte in den nächsten zwei Jahren zu evaluieren und in den jeweiligen Budgets transparent auszuweisen, zog die Kommission die Motion zurück.

Gemischter Aufgabenstrauss zum Reformationsjubiläum

Ende 2012 beauftragte die Kirchensynode eine Kommission „Kirche 2019“, einerseits eine Aussprachesynode vorzubereiten und anderseits – zusammen mit dem Kirchenrat – grundsätzliche Überlegungen zum Reformationsjubiläum anzustellen. Die Kommission legte der Synodeversammlung nun einen Bericht ihrer zwischenzeitlichen Arbeit vor. Die Aussprachesynode fand 2013 statt und fokussierte auf wesentliche Fragen von Glaube, Auftrag und Rolle der Kirche. Bezüglich Jubiläum führte Kommissionspräsident Matthias Rüesch vor der Synode aus, dass unterschiedliche Zuständigkeitsauffassungen zu einer gewissen Blockierung der Kommissionsarbeit geführt hätten.

Aus der Verknüpfung der Ergebnisse der Aussprachesynode mit den Erfordernissen des Reformationsjubiläums heraus reichte die Kommission „Kirche 2019“ eine Motion und drei Postulate ein. Die Motion wurde an den Kirchenrat überwiesen. Sie will die Zielsetzungen des Reformationsjubiläums vorgeben, beispielsweise, dass ersichtlich werden soll, was reformierte Kirche heute bedeutet, oder dass das Jubiläum im Dienste der Erneuerung der Kirche und der Stärkung des Glaubens stehen soll. Um diese Ziele möglichst zu erreichen, wollte die Kommission die Vorbereitungen zum Reformationsjubiläum breit abstützen und dafür eine Resonanzgruppe einrichten. Die Mehrheit der Synodalen war jedoch der Auffassung, dass die Errichtung solcher Strukturen Aufgabe des Kirchenrates ist und lehnte die Überweisung des Postulats ab.

Ein weiteres Postulat wurde ebenfalls knapp nicht überwiesen. Es zielte auf die Schaffung einer ständigen synodalen Kommission zur Kirchenentwicklung. Das letzte Postulat schliesslich, das den Kirchenrat beauftragt, das Profil bzw. die Ausstrahlung der Landeskirche in Öffentlichkeit und Medien zu überprüfen, wurde hingegen überwiesen.

Bauma und Sternenberg schliessen sich zusammen

Ohne Gegenstimme beschloss die Kirchensynode den Zusammenschluss der Kirchgemeinden Bauma und Sternenberg. Seit 2010 besteht zwischen den beiden Gemeinden eine Pfarrunion, so dass der Boden für die weitergehende Zusammenlegung bereits gelegt war. Der Prozess wurde zudem durch die Vereinigung der politischen Gemeinden Bauma und Sternenberg befördert, die auf Anfang 2015 in Kraft treten wird.

Die Vereinigung von kleinen Kirchgemeinden zu grösseren Einheiten liegt auf der Linie des landeskirchlichen Projekts „KirchGemeindePlus“, schreibt der Kirchenrat in seinem Bericht zur aktuellen Fusion. Die neue Kirchgemeinde Bauma-Sternenberg erreicht eine Grösse von rund 2300 Mitgliedern. Diese Zahl liegt noch erheblich unter den 5000 Mitgliedern, die der Kirchenrat dem Projekt „KirchGemeindePlus“ als Orientierungsgrösse zugrundegelegt hat, weshalb gemäss Kirchenrat mittelfristig weitere Vereinigungen mit umliegenden Kirchgemeinden zu erwarten sind.

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