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Reservepolitik von Heks

Nach pauschaler Hilfswerk-Kritik in diversen Medien erläutert Heks seine Reservepolitik.

Am 5. Dezember ist in verschiedenen Medien ein Artikel erschienen, welcher die Hilfswerke in der Schweiz pauschal beschuldigte, Spendengelder zu horten, anstatt sie rasch für den vorgesehenen Zweck zu verwenden. Daraus wurde der Schluss gezogen, dass viele Hilfswerke gar nicht so dringend auf weitere Spenden angewiesen sind. HEKS wurde dabei zwar nicht explizit erwähnt, doch es liegt dem Hilfswerk gleichwohl daran, seine Reservepolitik kurz darzulegen.

Transparenz
Die Verwendung sämtlicher Gelder von HEKS und auch die Entwicklung der Fondsbestände (=Reserven) sind transparent. Sie sind im ausführlichen Finanzbericht dargestellt.

Zweckbindung der Spenden
Der weitaus grösste Teil der Spenden, die HEKS erhält, ist für einen klar definierten Zweck bestimmt. Oberstes Gebot ist die Respektierung des SpenderInnenwillens. HEKS kennt über 200 verschie­dene Zweckbestimmungen.

Mehrjährige Verpflichtungen
Insbesondere in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit und in der Humanitären Hilfe schliesst HEKS mit lokalen Partnerorganisationen Verträge ab, die sich über drei bis fünf Jahre erstrecken können. Will HEKS seinen Verpflichtungen nachkommen und nicht das Risiko eingehen vertragsbrüchig zu werden, braucht es also einen Grundstock an Reserven. Nur so kann die Projektarbeit langfristig und nachhaltig sichergestellt werden.

Auf- und Abbau von Reserven mit Zweckbindung
Im Jahre 2005 erhöhten sich die zweckgebundenen Reserven durch die grosszügigen Spenden nach der Tsunami-Katastrophe um 10 Mio auf 45 Mio Franken. Von 2006 bis 2009 wurden diese Reserven dann kontinuierlich um insgesamt 11 Mio auf 34 Mio Franken abgebaut. Im Jahre 2010 führten die Spenden nach dem Erdbeben in Haiti und den Überschwemmungen in Pakistan erneut zu einem Anstieg der Reserven um 6,6 Mio Franken. Per Ende 2010 betrugen die zweckgebunden Reserven damit 40,6 Mio Franken. Diese werden im laufenden und in den kommenden Jahren erneut abgebaut, da die Gelder dem von den Spendenden bestimmten Zweck zugeführt werden.

Reserven ohne Zweckbindung
Per Ende 2010 verfügte HEKS zudem über nicht zweckgebundene Reserven in der Höhe von 10,5 Mio Franken. Davon ist rund die Hälfte in Sachwerten (Liegenschaften, Mobiliar etc.) gebunden. Dieser Betrag hat sich in den letzten Jahren praktisch nicht verändert.
Zusätzlich wurden in den vergangenen Jahren aus den Finanzerträgen (nicht aus den Spenden!) Reserven von 3 Mio Franken für den Ausgleich von Wertschwankungen auf Anlagen gebildet. Insgesamt entsprachen die freien, nicht für die konkrete Projektarbeit bestimmten Reserven von HEKS Ende 2010 knapp drei Monaten eines Jahresbudgets.

Reservepolitik
Die vom Stiftungsrat von HEKS bestimmte Reservepolitik schreibt vor, dass sämtliche Reserven von HEKS (zweckgebundene und freie Mittel kumuliert) zwischen 9 und 12 Monate eines durchschnittlichen Jahresbudgets decken müssen. Ende 2011 betrug dieser Wert 11,7 Monate.