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Paarberatung wird kantonal

Kirchensynode: Die ökumenische Paarberatung und Mediation wird künftig kantonal organisiert.

Die ökumenische Paarberatung und Mediation im Kanton Zürich wird ab 1. Januar 2016 als kantonales Angebot geführt. Die bisherigen regionalen Trägerschaften werden abgelöst. Mit diesem Schritt werden Beratungstätigkeit, Finanzierung, Tarifgestaltung und öffentlicher Auftritt der kirchlichen Paarberatung vereinheitlicht.

Die erste Eheberatungsstelle der reformierten Landeskirche nahm ihren Dienst 1949 auf. Seit den 1980er-Jahren ökumenisch geführt, erstreckt sich heute ein Netz von neun Beratungsstellen über den Kanton. Sie werden durch regionale Trägervereine finanziert und geleitet und jährlich von rund 2400 Paaren in Anspruch genommen.

Aufgrund ihrer je eigenen Geschichte und unterschiedlichen Grösse variiert die Ausgestaltung der einzelnen Stellen stark. Sie haben unterschiedliche Trägerschaften, je eigene Abläufe und Tarifsysteme und treten auch gesondert in der Öffentlichkeit auf. Diese heterogene Situation genügt heute aus inhaltlich-fachlichen wie auch aus strukturell-finanziellen Gründen nicht mehr.

Die Exekutiven der reformierten und der katholischen Kirche beantragen ihren Parlamenten deshalb, die Trägerschaft zu kantonalisieren und auf den 1. Januar 2016 einen «Ökumenischen Verein Paarberatung und Mediation im Kanton Zürich» inklusive einer Geschäftsstelle zu gründen. Die Beratung wird aber weiterhin von den regionalen Stellen wahrgenommen. Deren Steuerung, Koordination und Finanzierung erfolgt künftig hingegen zentral.

Diese Neuregelung wird es auch ermöglichen, den Pauschalbeitrag des Staates, der zurzeit jährlich 300‘000 Franken beträgt, durch eine Leistungsvereinbarung abzulösen. Wegen der Bedeutung der Paarberatung wird dieser Pauschalbeitrag zusätzlich zu den regulären Kostenbeiträgen geleistet, da der Kanton von Gesetzes wegen verpflichtet ist, Paarberatung zu gewährleisten.

Die Kirchensynode stimmte dem neuen Modell ohne Gegenstimme zu und bewilligte für den Anteil der Landeskirche einen jährlich wiederkehrenden Kredit von 800‘000 Franken. Noch ausstehend ist der Entscheid der katholischen Kirchensynode, die das Geschäft am 18. Juni beraten wird.

Willkommenskultur für Flüchtlinge

Vor dem Hintergrund der weltweiten Flüchtlingsdramen wollten Jacqueline Sonego Mettner, Meilen, und weitere Synodale per Interpellation vom Kirchenrat wissen, wie eine «Willkommenskultur für Flüchtlinge» gefördert werden könnte. Konkret ging es den Interpellanten um eine Verdeutlichung und Verstärkung der vorhandenen Unterstützung für Flüchtlinge in den Kirchgemeinden.

In seiner ausführlichen schriftlichen Antwort zeigt der Kirchenrat sein bestehendes breites Engagement in diesem Bereich auf, sowohl kantonal wie national und auch weltweit. Bezüglich lokaler Ebene verweist der Bericht u.a. auf die im Mai lancierte Aktion «Flucht.Punkt», mit welcher die Kirchgemeinden eingeladen werden, Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen und beim Deutschlernen oder bei der Stellensuche zu helfen.

Sonego Mettner zeigte sich von der Antwort insgesamt befriedigt, auch wenn diese «im Ton etwas defensiv» sei. Zudem warnte wie vor einer einseitigen Parteinahme für christliche Flüchtlinge, denn es dürfe auf keinen Fall zwei Klassen von Flüchtlingen geben. Ein verstärktes Engagement der Kirche für die Flüchtlinge sei im Weiteren keine Last, sondern vielmehr eine Chance für die Kirche, denn viele Menschen in der Bevölkerung würden nach Möglichkeiten suchen, etwas zur Bewältigung des Flüchtlingselendes beitragen zu können.

Rechnung 2014 mit Ertragsüberschuss

Ohne Gegenstimme verabschiedete die Kirchensynode die Rechnung 2014 der Zentralkasse. Die Rechnung schliesst bei einem Gesamtaufwand von rund 105 Mio. Franken mit einem Ertragsüberschuss von 3,7 Mio. Franken, der dem Eigenkapital zugewiesen wird. Der Überschuss resultiert im Wesentlichen aus sparbedingten Verringerungen des Personal- und des Sachaufwandes sowie nicht benötigten Rückstellungen für Sanierungsbeiträge an die BVK. Markus Bürgin, Präsident der Finanzkommission, betonte, dass es mit diesem erfreulichen Ergebnis nunmehr gelinge, das zu tiefe Eigenkapital zu stärken und damit die Sicherheit für die laufenden finanziellen Verpflichtungen zu erhöhen.

Rückendeckung für Quereinstieg ins Pfarramt

Eine Motion von Lukas Maurer, Rüti, wurde von der Kirchensynode nicht überwiesen. Maurer sorgte sich, dass der neuerdings mögliche Quereinstieg in den Pfarrberuf zu einer Qualitätsminderung führen könnte. Er wollte deshalb die Einflussnahme auf die Voraussetzungen für das Pfarramt stärken und die Kirchenordnung entsprechend ändern. Thomas Maurer, Knonau, und weitere Synodale betonten jedoch, dass die Landeskirche dankbar sein sollte für die kompetenten Männer und Frauen, die viel Lebenserfahrung mitbrächten und sich per Quereinstieg in den pfarramtlichen Dienst der Kirche stellen wollten: «Es wäre hochmütig, darauf nicht einzutreten.»