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Oesch und Egg gewählt

Die neue Kirchensynode wählte an ihrer ersten Sitzung F. Oesch und B. Egg in den Kirchenrat.

An ihrer konstituierenden Versammlung für die Legislaturperiode 2011–2015 hat die auf 120 Sitze verkleinerte Kirchensynode Fritz Oesch und Bernhard Egg in den Kirchenrat gewählt. Michel Müller als Kirchenratspräsident sowie die weiteren Mitglieder des Kirchenrates wurden im Amt bestätigt, ebenso Peter Würmli als Präsident der Kirchensynode.

Durch die Rücktritte der beiden langjährigen Kirchenrätinnen Helen Gucker-Vontobel und Jeanne Pestalozzi-Racine wurden im Kirchenrat auf das Ende der auslaufenden Legislatur zwei Sitze frei. Sie werden neu besetzt durch Fritz Oesch für die Liberale Fraktion und durch Bernhard Egg für die Religiös-soziale Fraktion. Beide Kandidaten waren als Personen unbestritten und wurden mit sehr guten Resultaten gewählt, Oesch mit 85 und Egg mit 95 Stimmen.

Fritz Oesch, 68, wohnhaft in Wermatswil, ist seit 2007 Mitglied der Kirchensynode. Als langjähriger Statthalter des Bezirks Uster verfügt er über eine breite Erfahrung in der öffentlichen Verwaltung, insbesondere in Rechts- und in Finanzfragen. Bernhard Egg, 52, aus Elgg, ist Jurist, zurzeit erster Vizepräsident des Kantonsrates und Bezirksrat in Winterthur. Er ist seit Jahrzehnten in verschiedenen Funktionen kirchlich engagiert.

Im Vorfeld hatten einzelne Medien kritisch darauf hingewiesen, dass die Frauen während mehreren Jahren die Mehrheit im Kirchenrat gestellt hatten, nun aber mit Irene Gysel-Nef nur noch eine Frau in der landeskirchlichen Exekutive verblieben sei. Die Präsidien der betroffenen Fraktionen wiesen demgegenüber in ihren Voten darauf hin, man habe die Evaluation sorgfältig vorgenommen und hätte sehr gerne Frauen nominiert, aber die Eignung für das Amt habe Vorrang gehabt.

Mit der Kirchenordnung von 2010 wurde die Kirchensynode, das Parlament der Landeskirche, von 180 auf 120 Mitglieder verkleinert. Für die Erneuerungswahl für die Legislaturperiode 2011–2015 war erstmals der Kirchenrat als wahlleitende Behörde verantwortlich, auch dies eine Neuerung gemäss neuem Kirchenrecht. Es konnten alle Sitze im ersten Wahlgang vom 15. Mai 2011 besetzt werden. Da ein Gewählter die Wahl ablehnte, findet am 11. März 2012 ein zweiter Wahlgang statt.

Von den 100 kandidierenden bisherigen Mitgliedern wurde 98 wiedergewählt. 22 Personen nehmen erstmals in der Kirchensynode Einsitz. Hinzu kommen die drei Vertreterinnen und Vertreter der französisch-, italienisch- und spanischsprachigen Kirchgemeinschaften, so dass die Kirchensynode total 123 Mitglieder verzeichnet. Insgesamt sind es 43 Frauen und 78 Männer. 31 Mitglieder sind in einer pfarramtlichen Funktion tätig, 19 Mitglieder sind zugleich Mitglied einer Kirchenpflege oder des Vorstands eines Stadtverbandes.

Die Zugehörigkeit zu den Fraktionen verteilt sich gemäss heutigem Stand wie folgt: Der Synodalverein verfügt über 39 Mitglieder, die Liberale und die Religiös-soziale Fraktion über je 30, und die Evangelisch-kirchliche Fraktion über 21 Mitglieder. Damit sind die Grössenordnungen im Vergleich zur letzten Legislatur in etwa gleich geblieben, wobei die Evangelisch-kirchliche Fraktion etwas Boden gutgemacht hat. Drei Zugehörigkeiten sind noch offen: Durch die Wahl von Fritz Oesch in den Kirchenrat wurde bereits wieder ein Sitz frei; ein weiterer Sitz wird im zweiten Wahlgang besetzt, und ein Mitglied hat sich noch nicht entschieden.

Kritisiert wurde einmal mehr das gesamte Wahlprozedere. Einzelne Synodale plädierten dafür, dass die Kandidatinnen und Kandidaten vor den Wahlen ein persönliches Profil abgeben sollten, wenn man sich nicht schon vorher für die Fraktionszugehörigkeit entscheiden müsse. Zum andern sollte dafür gesorgt werden, dass die Wahl in der Öffentlichkeit besser bekannt wird, um eine höhere Stimmbeteiligung zu erreichen.