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Ökumene für Europa

Vereinsgründung im Kloster Kappel mit Fernziel erster Europäischer Kirchentag.

Zusammenhalt, Gerechtigkeit, Frieden und Freiheit in Europa sind heute durch eine wachsende Anzahl von Konflikten in Gefahr wie selten zuvor: Das europäische Projekt steht zur Disposition. Was können Christinnen und Christen aus verschiedenen Ländern und verschiedener Konfessionen dazu beitragen? Ein ökumenisches Netzwerk kirchlicher und christlicher Organisationen sowie sozialer Bewegungen bietet für diese Diskussion eine Plattform und verfolgt das Ziel, einen ersten Europäischen Kirchentag durchzuführen. Dazu wurde in Kappel am Albis ein Verein gegründet.

Die Evangelisch-reformierte Landeskirche des Kantons Zürich hat zu einem zweiten internationalen Vorbereitungstreffen für einen Europäischen Kirchentag eingeladen. Vorbereitet wurde das Treffen, das vom 9. bis 11. Juni im Kloster Kappel stattfand, durch ein international besetztes Koordinationskomitee. Bei dem Treffen, an dem Teilnehmende aus zwölf europäischen Ländern teilnahmen wurde, ein Verein für das Projekt gegründet. Die Tagung begann mit einem Grundsatzreferat von Anders Wejryd zur Situation in Europa und zur Rolle der Christen. Wejryd ist europäischer Präsident des Ökumenischen Rates der Kirchen und ehemaliger Erzbischof der Kirche von Schweden.

Sven Giegold, Mitglied des Europäischen Parlaments und Vorsitzender des Vorbereitungskomitees, sagt zur Idee eines Europäischen Kirchentags: «In meiner parlamentarischen Arbeit habe ich immer wieder erlebt, wie wichtig es ist, dass mündige Bürgerinnen und Bürger ihre Stimme zu europäischen Themen einbringen. Wir hoffen, dass ein Europäischer Kirchentag einen kleinen Beitrag dazu leisten kann, dass europäische Themen auch wirklich europäisch diskutiert werden und europäische Christinnen und Christen ihre Stimme einbringen können. Wir wollen unseren Glauben zusammen feiern, uns unserer gemeinsamen Grundlagen erinnern, aber auch kontrovers diskutieren.»

Die Idee eines Europäischen Kirchentags wird seit 2013 intensiv verfolgt. Initiiert durch eine Arbeitsgruppe des Deutschen Evangelischen Kirchentags, hat sich im Rahmen eines ersten internationalen Treffens in der Evangelischen Akademie Bad Boll im Jahr 2015 ein vorläufiges Koordinationskomitee gebildet, das eine Vielzahl christlicher Organisationen und Personen aus verschiedenen europäischen Regionen umfasst. Bei diesem Treffen wurde eine Roadmap verabschiedet, die sich der Charta Oecumenica anschliesst:

«Wir sind überzeugt, dass das spirituelle Erbe des Christentums eine inspirierende Kraft zur Bereicherung Europas darstellt. Aufgrund unseres christlichen Glaubens setzen wir uns für ein humanes und soziales Europa ein, in dem die Menschenrechte und Grundwerte des Friedens, der Gerechtigkeit, der Freiheit, der Toleranz, der Partizipation und der Solidarität zur Geltung kommen» (Charta Oecumenica 7, 2001).