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Nein zur Verfassung des SEK

Der Kirchenrat lehnt den Entwurf für die neue Verfassung des Kirchenbundes ab.

Im vergangenen Sommer gab der Schweizerische Evangelische Kirchenbund SEK den Entwurf für eine neue Verfassung in die Vernehmlassung. Der Kirchenrat der Zürcher Landeskirche hat nun seine Stellungnahme eingereicht. Er teilt darin die Auffassung, dass der Kirchenbund gestärkt werden soll, indem dieser erkennbarer, verbindlicher und kirchlicher wird. Er soll für die Mitgliedskirchen wie auch für die Gesellschaft an Bedeutung gewinnen. Es ist unbestritten, dass die evangelisch-reformierten Kirchen in der Schweiz näher zusammenrücken müssen, um der aktuell sinkenden gesellschaftlichen und zahlenmässigen Bedeutung und den künftig schwindenden personellen und finanziellen Mitteln etwas entgegensetzen zu können.

Dabei stellt sich die grundsätzliche Frage, ob eine Stärkung der kirchlichen Gemeinschaft eher als Modell ‚Bundesstaat‘, wie es der Verfassungsentwurf vorschlägt, oder als ‚Staatenbund‘ organisiert werden soll. Da die schweizerische reformierte Ekklesiologie keine Bundesebene vorsieht und die Basis der kirchlichen Gemeinschaft letztlich die kantonal verfassten öffentlich-rechtlichen Kirchen sind, ist als Organisationsform einer evangelischen Kirche in der Schweiz für den Zürcher Kirchenrat nur die Form eines ‚Staatenbunds‘ vorstellbar.

Der Kirchenrat erachtet es jedoch als sinnvoll, dass auch die Schweizerische Ebene über eine Synode verfügt. Eine solche Bundessynode kann aber die kantonal verfassten Kirchen, von denen sie getragen wird, nicht überstimmen, sondern nur einladen, die gemeinsam gefassten Beschlüsse in eigener Kompetenz umzusetzen.

Der Zürcher Kirchenrat sieht im vorliegenden Verfassungsentwurf einige wesentliche Anliegen aufgenommen, darunter insbesondere eine veränderte Form der Stimmengewichtung. Die Zürcher Kirche sieht sich untervertreten, sowohl was ihre Mitgliederzahl als auch ihre finanzielle Verantwortung betrifft. Die vorgeschlagenen Lösungen überzeugen den Kirchenrat aber sowohl insgesamt als auch im Einzelnen nicht.

Schliesslich fehlen dem Kirchenrat Vorschläge für konkret anstehende Herausforderungen: Umgang mit kleiner werdenden finanziellen Mitteln, Verbesserung des Austauschs unter den Mitgliedskirchen, Einbezug der in den Mitgliedskirchen vorhandenen Kompetenzen, eine strategisch und operativ funktionierende Leitung des Kirchenbunds.

Aufgrund dieser Einschätzungen geht der Zürcher Kirchenrat davon aus, dass der Verfassungsentwurf umgearbeitet und erneut in eine Vernehmlassung gegeben wird.

Verfassungsrevision des SEK