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Luther traf Zwingli

Konfirmanden haben am Samstag 32 Luther-Figuren beim Zwinglidenkmal an der Limmat platziert.

Am Samstag haben 32 Luther-Figuren das Limmatquai bevölkert. „Luther trifft Zwingli“ hiess die Kunstaktion, bei der Konfirmanden der ev.-lutherischen Kirchgemeinden der Schweiz und der reformierten Kirchgemeinde Grossmünster die metergrossen Figuren rund um das Zwingli-Denkmal bei der Wasserkirchen platzierten. Den Passanten wurden mündlich und mit Flyern die historischen Hintergründe erläutert. Eine ökumenische Abendmahlsfeier in der Wasserkirche schloss die Veranstaltung ab, die im Vorfeld der morgigen Zürcher Wirtschaftskonferenz der Internationalen Martin Luther Stiftung stattfand.

 

Martin Luther und Huldrych Zwingli begegneten sich nur ein einziges Mal in ihrem Leben. Bevor es zum historischen Treffen kam, kämpften die beiden grossen Reformatoren in vielen Schriften gegeneinander, seitdem unter ihnen im Jahr 1525 der offene Streit über das Abendmahl ausgebrochen war.

Da der Streit über das richtige Abendmahlsverständnis auf beiden Seiten zu immer heftigeren Anschuldigungen führte, wuchs das Bedürfnis, den Zwist durch ein gemeinsames Gespräch zu überwinden. Bis zum Abend sprachen sich der Wittenberger und der Zürcher Reformator über ihre unterschiedlichen Abendmahlslehren aus, ohne dass eine Seite ihre Position aufgegeben hätte. Zwingli argumentierte, das „ist“ in den Einsetzungworten („dies ist meine Leib“) meine „bedeutet“ (significat), und der Leib Christi könne nicht gleichzeitig im Himmel und im Sakrament sein. Luther hingegen hielt am Wortsinn der Einsetzungsworte fest. Beide Reformatoren beharrten auf ihren Meinungen, und das Gespräch endete ohne Verständigung.

Da eine Einigung drängte, formulierte Luther eine Reihe von 15 Glaubensartikeln, welche den gemeinsamen evangelischen Glauben dokumentierten. Nachdem der Text an wenigen Stellen geringfügig geändert worden war, unterzeichneten beide Seiten die „Marburger Artikel“. Die ersten 14 Artikel enthalten gemeinsame Lehraussagen (über Gott, Christus, den Glauben, der gerecht macht, die Taufe), während im letzten Artikel, dem Abendmahlsartikel, der Dissens bekannt wird.

 

Die Abendmahlslehre war - und blieb es in der Zukunft - der einzige Punkt, der die beiden grossen protestantischen Kirchen trennte. Vom 12.-16. März 1973 wurde auf dem Leuenberg bei Basel der endgültige Text der Konkordie reformatorischer Kirchen in Europa (Leuenberger Konkordie) erarbeitet und den beteiligten Kirchen übergeben. Damit wurde die Kirchengemeinschaft zwischen den lutherischen, reformierten und den aus ihnen hervorgegangenen unierten Kirchen, sowie den ihnen verwandten vorreformatorischen Kirchen der Waldenser und der Böhmischen Brüder ermöglicht.