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Legislaturziele 2012-2016

Die Kirchensynode hat den Legislaturzielen 2012-2016 des Kirchenrates zugestimmt.

Kirchensynode unterstützt Legislaturziele

Mit grossem Mehr stimmte die reformierte Kirchensynode den Legislaturzielen 2012–2016 des Kirchenrates zu. In den nächsten vier Jahren will die Landeskirche insbesondere den Gottesdienst stärken, eine Stadtakademie aufbauen und bei der Gestaltung der Angebote stärker auf die Lebenswelten der Mitglieder abstellen.

Wo will und soll die Zürcher Landeskirche in den nächsten vier Jahren ihre Schwerpunkte setzen? Diese Frage stellte die reformierte Kirchensynode ins Zentrum ihrer Sommerversammlung. Basis für die Diskussion waren die Legislaturziele 2012–2016, die der Kirchenrat unter dem Titel «Freiheit ergreifen – Hoffnung erfahren» vorlegte.

Freiheit, das sei ein Zuspruch Gottes, schreibt Kirchenratspräsident Michel Müller im Vorwort. Und aus dieser leite sich ein Ruf, eine Aufgabe ab: «Wir werden frei für einen beziehungsvollen Umgang mit anderen, mit uns, mit der Schöpfung, mit dem Schöpfer.» Wie diese Aufgaben in den nächsten vier Jahren angepackt werden sollen, das beschreiben je drei Grobziele in vier Handlungsfeldern, die in insgesamt 33 Massnahmen konkretisiert werden.

Auf dem Weg zu einer Stadtakademie

Teilweise wird dabei an die Themen der vergangenen Legislatur angeknüpft, beispielsweise beim Religionspädagogischen Gesamtkonzept, das in eine neue Phase geführt wird. Überhaupt wird dem Bereich Bildung erneut ein hoher Stellenwert zugemessen und darum auch die Erwachsenenbildung gestärkt: Zentral ist dabei das Projekt einer «Stadtakademie», die bis 2016 ihr Wirken entfalten soll.

Starke Akzente findet man auch im Handlungsfeld Diakonie und Seelsorge. Die Kirchgemeinden sind eingeladen, ihr diakonisches Profil zu überprüfen und zu schärfen. Anleitung dazu gibt ihnen das neue Diakoniekonzept der Landeskirche, das im Herbst vorliegen wird. Ein weiterer Schwerpunkt wird auf der Etablierung einer «Kultur des Feierns» liegen. Zu diesem Zweck soll die Gestaltung der Gottesdienste künftig noch mehr Gewicht erhalten.

Die Menschen in ihren Lebenswelten abholen

Beim Gemeindeaufbau stechen der Wunsch nach Wachstum heraus und das Bestreben, neue «Milieus» zu erschliessen. In unserer individualistischen Zeit leben die Menschen in unterschiedlicheren Lebenswelten als je zuvor. Das zeigt sich z.B. in stark heterogenen Lebensstilen. Will die Kirche die Menschen in diesen unterschiedlichen «Milieus» erreichen, müssen Angebote und Kommunikation der jeweiligen Zielgruppe entsprechen. Mit verschiedenen Instrumenten will die Landeskirche diesen Ansatz nutzen.

Bei den Mitgliedern der Kirchensynode stiessen die Legislaturziele insgesamt auf positive Resonanz und viel Zustimmung. Besonders die Stärkung des Gottesdienstes wurde sehr begrüsst. Allerdings gingen die Meinungen darüber, wie das zu bewerkstelligen ist, beträchtlich auseinander. Es wurde etwa darüber debattiert, wie stark einzelne Aspekte wie Liturgik, Zeitpunkt oder Inhalte zu gewichten sind. Unterstrichen wurde von den Synodalen zudem die Bedeutung einer institutionellen Ausbildung für die Sozialdiakoninnen und Sozialdiakone sowie die Wichtigkeit von vermehrten Angeboten für die Altersgruppe 16-25, die in der Kirche nur schwer zu beheimaten sei.

Positive Bilanz der letzten Legislatur

Der Blick nach vorn war schliesslich auch von einem Blick zurück begleitet: Mit den neuen Legislaturzielen legte der Kirchenrat auch eine Bilanz der Legislatur 2008–2012 vor. Die Auswertung ergibt, dass von den 36 Massnahmen 21 ganz und 15 teilweise umgesetzt sind. Zu den ganz umgesetzten gehören beispielsweise die Verbreitung der neuen Zürcher Bibel, ein Spitalseelsorgekonzept oder die neue Finanzverordnung. Die Geschäftsprüfungskommission der Kirchensynode wertete die Bilanz als «durchaus positiv».

Guter Rechnungsabschluss

Im Anschluss an die Legislaturdebatte genehmigte die Kirchensynode die Rechnung 2011 der Zentralkasse ohne Gegenstimme. Die Rechnung schliesst bei einem Umsatz von 107 Mio. Franken mit einem Ertragsüberschuss von 4,7 Mio. Franken. Das positive Ergebnis ist in erster Linie auf die Pfarrlöhne zurückzuführen, die tiefer als budgetiert ausgefallen sind, sowie auf tiefere Sachkosten und den sehr guten Abschluss des Klosters Kappel. In seinem Bericht schreibt der Kirchenrat allerdings, dass das «erfreuliche Resultat im Wesentlichen technisch begründet ist» und in den kommenden Jahren weitere Sparanstrengungen nötig seien.

Engagement für Palliative Care

Ebenfalls ohne Gegenstimme überwies die Kirchensynode ein Postulat von Rita Famos-Pfander, Uster, das den Kirchenrat bittet, zu prüfen, «ob und wie in der Landeskirche ein Schwerpunkt Palliativ Care geschaffen werden soll». Ein kirchliches Engagement in diesem Bereich wurde von den Synodalen als überfällig bezeichnet. Stimmig sei am Vorabend eines internationalen Sterbehilfekongresses in Zürich auch der Zeitpunkt der Überweisung.

Landeskirche bleibt bei der BVK

Kirchenratspräsident Michel Müller informierte die Kirchensynode über den Entscheid des Kirchenrates, bei der «BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich» zu bleiben und auf einen neuen Anschlussvertrag ab 2013 einzutreten. Im Blick auf die Statutenrevision der BVK hat der Kirchenrat unter Beizug externer Experten Alternativlösungen geprüft. Diese Abklärungen ergaben gemäss Müller, dass die Landeskirche bei einem Ausstieg bis Ende Jahr 30 Mio. Franken hätte einschiessen müssen. Zudem würde ein Wechsel durch den relativ hohen Altersdurchschnitts der Mitarbeitenden der Landeskirche erschwert und sie könnte nicht von den geplanten Sanierungsmassnahmen des Kantons profitieren. Und schliesslich sei der Verbleib bei der BVK auch ein Zeichen der Solidarität gegenüber dem Kanton. Der Entscheid führt für die Landeskirche als Arbeitgeberin wie auch für ihre rund 1100 Versicherten zu Zusatzkosten. Für die Kirchgemeinden hat er Signalwirkung, ist aber nicht bindend, die Gemeinden können die Wahl der Vorsorgekasse für ihre Angestellten selbständig treffen.

Legislaturziele 2012-2016