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Kuratorium fürs Jubiläum

Martin Heller und Barbara Weber kuratieren das Zürcher Reformationsjubiläum.

Theaterregisseurin Barbara Weber und Kulturunternehmer Martin Heller (Heller Enterprises) übernehmen die Kuratierung des Zürcher Reformationsjubiläums. "Es freut uns sehr, dass wir diese beiden Schweizer Persönlichkeiten von internationalem Format gewinnen konnten, ein für viele Menschen wahrnehmbares Ereignis mit zu gestalten", sagt Martin Breitenfeldt, Geschäftsführer des "Vereins 500 Jahre Zürcher Reformation".

Barbara Weber studierte Regie an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Sie gründete nach dem Studium ihre eigene Truppe und war ab 2002 dann auch tätig für feste Theater. Stationen waren Nationaltheater Athen, Münchner Kammerspiele, HAU Berlin, Wiener Festwochen, Gorki Theater Berlin, Residenztheater München, Schauspielhaus Wien, Theater Basel, Schauspielhaus Zürich. Fünf Jahre lang war sie Ko-Direktorin des Theaters Neumarkt, wo sie u.a. Frisch, Tolstoi und Brecht auf die Bühne brachte.

Ausstellungsmacher und Kulturunternehmer Martin Heller, mehrfach ausgezeichnet, war Direktor des Museums für Gestaltung und des Museums Bellerive in Zürich und hat  neben verschiedenen Lehraufträgen zahlreiche Publikationen und Ausstellungsprojekte verantwortet, darunter die Expo.02. Aktuell hat er die Projektleitung für die Inhaltsplanung am Humboldt-Forum in Berlin.

In einem ersten Schritt werden Barbara Weber und Martin Heller aus den bisherigen Planungen eine Gesamtkomposition entwickeln, Projekte priorisieren und optimieren, zusätzliche Ideen entwi­ckeln und einen stimmigen Programmverlauf zeitlich und örtlich festlegen. Auch die nötigen Mittel müssen überzeugend eingeworben und eine Kommunikationsstrategie entwickelt werden. Nach ihrem inhaltlichen Zugang gefragt, sagt Barbara Weber: "Mit Zwingli haben wir Weltgeschichte geschrieben. Wir müssen seiner gedenken, nicht nur, um uns selber, sondern um die Welt zu verstehen."

Zürich ist mit Genf und Wittenberg eines der drei wichtigsten Zentren der europäischen Reformation des 16. Jahrhunderts. Diese hat mit ihren Licht- und Schattenseiten nachhaltig gewirkt. So hat sie die Ideen von individueller Menschenwürde und Demokratie ebenso massgeblich mitgeprägt wie Unternehmergeist, Wertekanon, Bildungswesen, Kultur und Mentalitäten, und dies nicht nur in Zürich, sondern in der gesamten westlichen Welt. "Zürich hat, bis heute wirksam, ein Stück Freiheitsgeschichte geschrieben", heisst es im Grundlagenpapier des Vereins "500 Jahre Zürcher Reformation". Dieser bringt Stadt und Kanton, Zürich Tourismus sowie die Reformierte Kirche auf städtischer und kantonaler Ebene an einen Tisch, um die bevorstehenden Jubiläumsjahre öffentlichkeitswirksam und nachhaltig zu gestalten.

Am 1. Januar 1519 predigte Ulrich Zwingli zum ersten Mal von der Grossmünsterkanzel. Dieser Tag wird traditionell als Festtag der Reformation in Zürich begangen. Die europäischen, vor allem den Reformator Martin Luther thematisierenden Events werden ihren Höhepunkt im Jahre 2017 erleben. In Zürich wird voraussichtlich von Mitte 2017 bis Anfang 2019 die intensive Phase des Jubiläums stattfinden. Die reformierte Landeskirche ermöglicht kulturelle und Bildungsanlässe, gestaltet aber auch eigenständig jene Projekte, welche vor allem den theologisch-spirituellen Kern der Reformation für heute freilegen – zeitlich über die gemeinsame Kernzeit hinaus. Ebenso planen die Stadt Zürich, der reformierte Stadtverband und Zürich Tourismus auch je eigene Projekte im gemeinsamen Rahmen des Jubiläums.

www.zh.ref.ch/refjubilaeum