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Kirchen fürs Klima

COP21: Die Schweizer Kirchen laden den Bundesrat ein, sich mutig fürs Klima einzusetzen.

Im Vorfeld der UNO-Klimakonferenz COP21 haben Kirchenbund, Bischofskonferenz und Christkath. Kirche in einem Brief den Bundesrat eingeladen, sich mutig für das Klima einzusetzen. Das Klima sei entscheidend, um die Lebensgrundlagen der heutigen und kommender Generationen weltweit zu sichern, betonen die Unterzeichner des Briefes, Bischof Markus Büchel, Präsident der Bischofskonferenz, Gottfried Locher, Präsident des Evangelischen Kirchenbundes, und der christkatholische Bischof Harald Rein. Eine von Bundesrätin Doris Leuthard angeführte Delegation vertritt die Schweiz an der Klimakonferenz, die am 30. November in Paris beginnt.

Die drei Kirchen laden die Schweiz ein, politischen Mut zu zeigen und sich aktiv für eine Einigung in Paris einzusetzen. "In Paris geht es darum, dass sich Regierungen, allen voran wohlhabende Staaten wie die Schweiz, zu einer verbindlichen Reduktion ihrer Treibhausgas-Emissionen verpflichten", schreiben die Kirchen in ihrem Brief. Einzig eine verbindliche Verpflichtung könne die Auswirkungen der globalen Erwärmung mindern, unter der vor allem Menschen in Entwicklungsländern leiden. Die Staaten, welche am meisten zum Klimawandel beitragen, werden aufgefordert, ihre Verantwortung für die Umwelt wahrzunehmen.

Die Schweizer Kirchen teilen die Überzeugung des Ökumenischen Rates der Kirchen: Nur eine verstärkte Zusammenarbeit der Staatengemeinschaft auf Grundlage gegenseitigen Vertrauens, gegenseitiger Fairness und Gerechtigkeit, Vorsorge, Generationengerechtigkeit und gemeinsamer, aber unterschiedlicher Verantwortlichkeiten und Fähigkeiten vermag den drohenden Klimawandel einzudämmen.

Ein langjähriges Engagement
In ihrem Brief begründen die drei Unterzeichner ihr Engagement für den Klimaschutz mit dem christlichen Auftrag zum Schutz der Schöpfung. In seiner im Juni erschienen Enzyklika „Laudato si“ betont Papst Franziskus die Verantwortung des Menschen und erinnert an den direkten Zusammenhang von Umweltschutz und sozialer Gerechtigkeit.

Der Klimawandel ist eine reale Bedrohung für die Menschheit, da er diese einer intakten Umwelt beraubt und somit der einzigen Möglichkeit eines menschenwürdiges Lebens. Daran erinnerten in diesem Frühjahr die drei kirchlichen Werke Fastenopfer, Brot für alle und Partner sein mit der Ökumenischen Kampagne zur Klimagerechtigkeit. In ihrem Schreiben untermauern die drei Unterzeichner ihr Engagement mit dem christlichen Auftrag zur Wahrung der Schöpfung. Die Kirchen erinnern daran, dass auch der Lebensstil der Menschen in der Schweiz die Umwelt und die natürlichen Ressourcen unter grossen Druck setzt. Die Kirchen engagieren sich seit Jahrzehnten für ein Klima, das auch künftigen Generationen würdige Lebensbedingungen ermöglicht. Viele Kirchgemeinden und Pfarreien verwalten ihre Gemeinde nach den Grundsätzen der nachhaltigen und ökologischen Wirtschaft. Unterstützt werden sie dabei von der kirchlichen Organisation oeku Kirche und Umwelt, die 2016 ihr 30-jähriges Bestehen feiert.