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Kalligraphische Bibel

Im Rahmen des Kappeler Bibelschreibprojekts konnte das NT abgeschlossen werden.

Im Februar 2012 startete im Kloster Kappel ein einzigartiges kalligrafisches Bibelschreibprojekt: Auf das Reformationsjubiläum 2019 hin schreiben kalligrafisch gebildete Schreiberinnen und Schreiber den Text der neuen Zürcher Bibel von 2007 in der humanistischen Kursive ab. Die Abschrift des Neuen Testaments ist nun bereits vollendet und liegt in gebundener Form vor. Am 23. August 2015 wurde es anlässlich der dritten Zusammenkunft der am Projekt schreibenden und interessierten Kalligrafinnen und Kalligrafen enthüllt. Vorgängig gab Peter Schwagmeier, einer der Übersetzer der neuen Zürcher Bibel, einen Einblick in die Besonderheiten der Übersetzungsarbeit.

Diese jüngste «Renovation» der Zürcher Bibel, die auf wissenschaftlicher Basis vorgenommen wurde, konnte 2007 nach 25-jähriger Arbeit abgeschlossen werden. Das Kloster Kappel nahm sie zum Anlass, um wieder ein einzigartiges handschriftliches Exemplar der Bibel zu schaffen, nachdem die Erfindung des Buchdrucks das handschriftliche Kopieren überflüssig gemacht hatte.

Im Chor des Grossmünsters hat Zwingli unmittelbar nach seinem Amtsantritt am 1. Januar 1519 – seinem 45. Geburtstag – mit der sogenannten Prophezei, mit dem Übersetzen und Auslegen des Bibeltextes aus den Ursprachen Hebräisch und Griechisch in die Volkssprache begonnen. Mit dieser Übersetzung wurde der Grundstein zur sogenannten Zwingli-Bibel oder Zürcher Bibel gelegt. 1531 erschien die gesamte Bibel dann erstmals gedruckt bei Christoph Froschauer. Mit dem Buchdruck verschwanden die handschriftlichen und darum einmaligen Einzelexemplare der Bibel, wie sie zuvor in Klöstern geschaffen worden sind.

Bisher haben um die 30 Kalligrafinnen und Kalligrafen an diesem Werk mitgeschrieben, weitere sind immer noch willkommen! Pro Tag vollbringt man die Abschrift einer Seite, es kann einzelne Tage oder auch während aufeinanderfolgenden Tagen geschrieben und im Kloster übernachtet werden.