Message

Ja aber zu "Quest"

Dem Studiengang zum Quereinstieg in den Pfarrberuf wird im Grossen und Ganzen zugestimmt.

Im Januar 2014 haben die evangelisch-reformierten Kirchen des Deutschschweizer Ausbildungskonkordats ein Konzept für einen Studiengang für den Quereinstieg in den Pfarrberuf (Quest) in die Vernehmlassung geschickt. Nun liegen die Ergebnisse vor. Mit überwältigender Zustimmung aus den Konkordats-Kirchen, aus der Pfarrschaft und mit der Zustimmung der Theologischen Fakultät Basel liegt der Entwurf offenbar richtig. Für die Theologische Fakultät der Universität Zürich hingegen sind noch zu viele Fragen offen. Das Projekt geht nun in eine Phase der Weiterentwicklung. Die Kirchen müssen alternativ Lösungen finden, wie sie einem massiven Pfarrmangel begegnen werden.

 

Zur Vernehmlassung des Quest eingeladen waren alle reformierten Kantonalkirchen des Konkordats, deren Pfarrschaft, die Theologischen Fakultäten Basel und Zürich und deren Studierende.

Die kirchliche Seite betont in ihren Antworten den Handlungsdruck und sieht im Quest ein geeignetes Mittel gegen den kommenden Pfarrermangel. Alle 16 Kantonalkirchen unterstützen den Vorschlag. Auch die Kirche Basel-Stadt stimmt grundsätzlich zu, auch wenn aus ihrer Sicht noch schwerwiegende Mängel und unhinterfragte Voraussetzungen, die unter anderem zu einer teuren Lösung führen, korrigiert werden sollten. Die übrigen kirchlichen Antworten begrüssen die vorgeschlagene Form des Quereinsteiger-Studiengangs mit dem universitären MAS (Master of Advanced Studies) als akademischem Herzstück. Zu Kritik Anlass geben Einzelpunkte. Wenig plausibel etwa ist der Vorschlag, die alten Sprachen Griechisch und Hebräisch zu Zulassungsvoraussetzungen zu machen. Kritik löst auch der Vorschlag aus, die Ausbildung der Quereinsteiger nach dem MAS-Studium und dem Praktikumsjahr in die ersten fünf Berufsjahre hinein zu verlängern.

 

Da der Quest als universitär-akademisches Studium konzipiert ist, kam den Antworten der beiden Theologischen Fakultäten Basel und Zürich entscheidende Bedeutung zu. Sie sind im Vorschlag als Kooperationspartner und eigentliche Träger des MAS-Studiengangs gesetzt. Die Theologische Fakultät Basel erklärt sich in ihrer Vernehmlassungsantwort bereit, sich am Quest zu beteiligen und damit akademisches Neuland zu betreten. Anders die Zürcher Fakultät: Sie sieht aus akademischen und universitätspolitischen Gründen den Bedarf, das Projekt weiter zu entwickeln und ist gleichzeitig bereit, an einer erleichterten Zugänglichkeit zum Vikariat mitzuarbeiten.

 

Die Konkordatskonferenz wird im Juni entscheiden, wie sie das Projekt eines Quereinsteiger-Studiengangs weiterverfolgt. Eine Variante ist, den Fakultäten Zürich und Basel den Ball zuzuspielen und sie zu beauftragen, in Zusammenarbeit mit den Kirchen einen verbesserten Vorschlag zu liefern. Die Notwendigkeit ist gross. 2013 sind die Studierendenzahlen an den Theologischen Fakultäten noch einmal eingebrochen. Der Nachwuchsbedarf der Kirchen hingegen bleibt bis 2030 hoch: Bis dann hält die grosse Zahl von Pensionierungen in der aktuellen Pfarrschaft an

Weitere Informationen findet man unter: www.konkordat.ch