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Hilfe für Christen im Irak

Der Kirchenrat konkretisiert die 2009 angekündigte Hilfe für Christen im Irak und in der Türkei.

2009 hat der Kirchenrat in einem Bericht an die Kirchensynode einen verstärkten Einsatz für bedrängte Christen in islamischen Ländern in Aussicht gestellt. Diese Hilfe konkretisiert sich nun mit verschiedenen Hilfsprojekten im Irak und in der Türkei.

Hilfe für die Christen im Irak

Die Bettagskollekte war im vergangen Jahr für bedrängte Christen im Irak bestimmt. Mit über 290`000 Franken wurde eines der besten Sammelergebnisse der letzten 15 Jahre erzielt. Nun hat der Kirchenrat über deren Verwendung entschieden.

Mit 140`000 Euro wird ein breit angelegtes Bildungsprojekt gefördert, das die kulturelle und religiöse Identität der christlichen Gemeinden im Irak stützt.  Das Projekt umfasst unter anderem Kindergärten, Jugendzentren, Frauenorganisationen sowie Druck und Digitalisierung von liturgischen Schriften. Zudem werden die katechetische Arbeit und die Jugendarbeit von Pfarreien in Städten, wo das Leben der Christen besonders bedroht ist, unterstützt.

Zudem wird mit 110`000 Euro der Aufbau eines Traumazentrums in der nordirakischen Stadt Dohuk mitfinanziert. Dieses Zentrum wird insbesondere auch den relativ vielen Christen zugute kommen, die als Binnenflüchtlinge in und um Dohuk leben. Das Traumazentrum hilft Kindern, Frauen und Männern, die Opfer von Gewalt wurden.

Die beiden Projekte werden in Kooperation mit den lutherischen Kirchen von Bayern, Württemberg und Hessen-Nassau realisiert. Die Hilfswerke vor Ort sind CAPNI (Christian Aid Programm North-Iraq) und das Kirkuk Center for Torture Victims.

Hilfe für die Christen in der Türkei

 Neben dem schwerpunktmässigen Engagement für die Christen im Irak hat der Kirchenrat beschlossen, auch die syrisch-orthodoxen Christen in der Region Tur Abdin im Südosten der Türkei zu unterstützen.

Kürzlich hat sich Kirchenrat mit dem bedrängten Kloster Mor Gabriel solidarisiert und dem Kloster 10`000 Franken an die aufwändigen Anwalts- und Gerichtskosten zugesprochen. Schon seit Jahren wird gegen das Kloster prozessiert und seine Legitimität in Frage gestellt.

In den 80er und 90er Jahren des letzten Jahrhunderts haben Zehntausende von syrisch-orthodoxen Christen ihre Dörfer verlassen. Viele wurden als Flüchtlinge in Mittel- und Nordeuropa aufgenommen. Seit rund zehn Jahren gibt es eine (noch zaghafte) Rückwanderung in die damals verlassenen Dörfer.

Der Kirchenrat freut sich über die zunehmende Rückkehr der Christen in ihre alte Heimat und überweist 8`000.- Franken in einen Ausbildungsfonds zur Förderung der Jugendlichen in und um Kafro herum. Durch gute berufliche Aus- und Weiterbildungen soll den Jugendlichen im Tur Abdin eine nachhaltige Zukunftsperspektive verschafft werden.

Kontakt: Philippe Dätwyler, Kulturbeauftragter der ref. Landeskirche, Tel. 044 258 92 65;  Mail: philippe.daetwyler@zh.ref.ch