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Glocken zum Kriegsende

Im Gedenken an das Ende des 2. Weltkriegs vor 70 Jahren läuteten am 8. Mai die Kirchenglocken.

In Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkrieges vor 70 Jahren läuteten am 8. Mai in der ganzen Stadt Zürich und vereinzelt auch in weiteren Kirchgemeinden von 16.45 bis 17.00 Uhr die Kirchenglocken. Das Läuten war ein Zeichen gegen kriegerische Auseinandersetzungen und für Solidarität mit den Opfern.

Es war ein Zeichen grosser Erleichterung, als am 8. Mai 1945  in Zürich zum Kriegsende die Kirchenglocken läuteten. Die Menschen damals konnten endlich aufatmen und einer friedvolleren Welt entgegensehen. Aus diesem Grund regte Stadtpräsidentin Corine Mauch an, am 8. Mai 2015 ebenfalls die Glocken läuten zu lassen. Sie selber enthüllte am Bürkliplatz eine Gedenktafel. Zudem fand im Musiksaal des Stadthauses ein Gedenkanlass statt.

Andreas Hurter, Präsident des Reformierten Stadtverbandes Zürich, begrüsste die Aktion: „Das Glockenläuten zum Kriegsende symbolisierte nicht nur das Ende einer schweren Zeit und den Aufbruch in ein neues Zeitalter des friedlichen Zusammenlebens. Es erinnert gleichzeitig auch an all die Opfer von Gewalt und Verrat, an fehlende Menschlichkeit und Nächstenliebe und an den schrecklichen Blutzoll des Krieges. Und es mahnt uns: Nie wieder! Nie wieder Krieg!“ Das Geläut sei keinesfalls nur die Erinnerung an ein historisch wichtiges Datum: „Auch heute sind wir täglich konfrontiert mit unmenschlicher Grausamkeit und kriegerischen Auseinandersetzungen – und dem Leid von Millionen von Opfern. Nie – seit dem letzten Weltkrieg – gab es so viele Flüchtlinge wie heute. Das UNHCR publizierte Mitte 2014 die Zahl von 56.7 Millionen Flüchtlingen weltweit, und allein im 3. Quartal 2014 ertranken 2200 Menschen, die vor Not und Elend nach Europa flüchten wollten, im Mittelmeer.“

Der 8. Mai ist darum für die Landeskirche nicht nur ein Gedenktag, sondern auch ein Mahnmal. Die Auswirkung von Krieg auf die Menschen und die Menschlichkeit ist ein zentrales Thema des kirchlichen Auftrags. Die Reformierte Kirche engagiert sich Tag für Tag für Menschen in der Schweiz und im Ausland, die Krieg erleben mussten. Sie hilft mit Wohnraum, Seelsorge, Deutschkursen, finanzieller Unterstützung an Hilfsorganisationen im Ausland und mit vielem mehr.

Dazu passt, dass die Landeskirche zusätzlich zu ihrem sonstigen Engagement am 8. Mai mit einem Impulstag die „Aktion Flucht.Punkt - Kirchen heissen Flüchtlinge willkommen“ lancierte. Mit dem Projekt sollen die Kirchgemeinden ermutigt werden, für Flüchtlinge Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen, bei der Arbeitssuche zu helfen und Begegnungen zu ermöglichen. Weltweit gibt es so viele Flüchtlinge wie seit dem zweiten Weltkrieg nicht mehr. Gleichzeitig wächst das Misstrauen der lokalen Bevölkerung gegenüber Flüchtlingen und Asylsuchenden. Denn diese können oftmals kein Deutsch lernen, finden deshalb keine Arbeit und Wohnung und können sich dadurch nicht integrieren. Aufgrund der sozialen Probleme der Flüchtlinge drängt sich ein Engagement der Kirchgemeinden geradezu auf. Denn diese besitzen viele Liegenschaften, freiwillige Helfer und Helferinnen, Beziehungen und viele diakonische sowie seelsorgerliche Angebote. Allesamt Ressourcen, die bei der Integration und Unterbringung der Flüchtlinge helfen können.