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Fürbitte für Kopten

Der Kirchenbund ruft dazu auf, die koptischen Christen in Ägypten in die Fürbitte aufzunehmen.

In einem Brief an die Mitgliedskirchen schreibt Gottfried Locher, Präsident des Rates des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes SEK:


"In Kairo demonstrierten am 9. Oktober mehrere Tausend Kopten gegen den Brandanschlag auf eine Kirche in der Region Assuan. Die Demonstration begann friedlich. Dann aber griffen Schlägertrupps ins Geschehen ein, und die Armee ging mit scharfen Waffen und gepanzerten Fahrzeugen gegen die Demonstration vor. Etwa 30 Menschen verloren ihr Leben, zwischen 200 und 300 wurden verletzt.

Wie dramatisch die Lage ist, zeigt sich auch daran, dass seit letztem Februar mehr als 100'000 Kopten Ägypten verlassen haben. Im ganzen Nahen Osten erleben sich Christen als gefährdet und in ihrer Handlungsfreiheit eingeschränkt, die entsprechenden Beobachtungen der Delegation des Kirchenbundes sind in der jüngst veröffentlichen Publikation des Kirchenbundes "Das Friedensengagement der Kirchen im Nahen Osten" festgehalten.

Zu der Demonstration in Kairo war in den Zeitungen zu lesen, dass daran eine grössere Zahl Muslime teilgenommen hatte, welche sich mit den Christen solidarisierte. Auch das ist Realität, und so erlebte die Delegation des Kirchenbundes auf ihrer Nahostreise, "dass es auch einen gesprächsoffenen, integrationswilligen und toleranten Islam gibt und dass eine friedliche Koexistenz zwischen einem traditionsreichen, theologisch fundierten Islam und dem Christentum durchaus möglich ist." (S.67)

Ich rufe Sie auf, in Ihren Kirchen die koptischen Christen in Ägypten und die politischen und gesellschaftlichen Vorgänge rund um die anstehenden Wahlen in Ägypten in die Fürbitte aufzunehmen. Gleichzeitig bitte ich Sie, die Christen in weiteren Ländern des nahen und mittleren Ostens in Ihr Gebet einzuschliessen. Ein Vorschlag für Elemente einer solchen Fürbitte liegt diesem Brief bei.

Als Zeichen der Verbundenheit und Solidarität mit den koptischen Christen und im Rahmen des Engagements des Kirchenbundes für die Menschenrechte und für diskriminierte Christen werden wir in den nächsten Tagen einen Brief an den ägyptischen Botschafter in Bern schicken. Wir drücken darin unsere Besorgnis über die Situation der Kopten in Ägypten aus und bitten ihn, sich bei seiner Regierung einzusetzen für die Einhaltung der Menschenrechte und insbesondere für die Respektierung der Religionsfreiheit der grossen christlichen Minderheit der Kopten, für den offenen Dialog zwischen Muslimen und Christen und für ein respektvolles Zusammenleben im neuen Ägypten, das zur Zeit am Entstehen ist."

Gebet für die Kopten