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Christen verschleppt

IS-Dschihadisten überfallen in Syrien christliche Dörfer und verschleppen gegen 400 Christen.

Am 23. Februar haben Kämpfer der Terrororganisation IS nordwestlich der syrischen Stadt al-Hassaka die christlichen Dörfer angegriffen. Verschiedene Kirchen wurden angezündet und es gab viele Tote.

Nach den neusten Meldungen wurden gegen 400 assyrische Christen verschleppt. Über ihr Schicksal ist noch nichts bekannt, aber es ist das Schlimmste zu befürchten. Die Männer wurden getrennt von den Frauen, Kindern und Alten weggebracht.

Gegen 1000 Familien ist es gelungen, in die Stadt Al-Hassake zu fliehen. 170 weitere Familien haben in den Kirchen der Stadt Qamishly Zuflucht gefunden.

Alle 35 assyrischen Dörfer entlang des Khabur-Flusses, einem Nebenarm des Euphrat, sind unterdessen „christenfrei".

Die Christen haben sich dort (siehe Plan der Dörfer) vor rund 80 Jahren nach einem Massaker durch die irakische Armee niedergelassen.

Das Ultimatum

Das Vorgehen des IS gleicht der Methode vom letzten Sommer in Mosul. Zuerst wurde den Christen die Mitteilung überbracht, sie hätten alle Kreuze von den Kirchen zu entfernenehmen und sich zu entscheiden: sie müssten entweder konvertieren oder die Untertanen-Steuer bezahlen - oder ohne Hab und Gut ihre Dörfer sofort verlassen. Am 23. Februar folgte schliesslich der militärische Angriff.

Die Lage ist zurzeit noch unübersichtlich. Es gibt schwere Kämpfe zwischen IS-Extremisten einerseits und kurdischen Volksschutzeinheiten und christlichen Selbstverteidigungsmilizen andererseits.

Sammelkonto für bedrängte Christen

Die Zürcher Landeskirche hat seit 2009 ein spezielles Sammelkonto für bedrängte Christen eingerichtet. Aus diesem Konto werden insbesondere die verfolgten Christen im Irak und in Syrien unterstützt. Aber auch der kleinen religiösen Minderheit der Jesiden wird geholfen.

Unser Hauptpartner vor Ort ist das Hilfswerk Capni (Christian Aid Program Northern Iraq).

Mehr zu Capni ist der erschütternden ARD-Sendung "Beckmann" vom 23. Februar zu entnehmen. Die Sendung zeigt die dramatische Lage der Jesiden und die Situation in den Flüchtlingscamps im Nordirak. Ab Minute 35.47 wird zudem auch die Arbeit von Capni dokumentiert.

Fazit: In Syrien und im Irak sind abertausende Menschen dringend auf Hilfe angewiesen.

Spenden und Kollekten sind erbeten auf das Sammelkonto:

Evang.-ref. Landeskirche des Kantons Zürich
PC-Konto  80-2020-8
IBAN CH35 0900 0000 8000 2020 8
Vermerk: Konto 200 510/Bedrängte Christen

Weitere Auskünfte: Philippe Dätwyler, Reformierte Kirche Kanton Zürich, Kommunikation, Tel. 044 258 92 65

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Siehe auch ZDF-Beitrag: Assyrer-und-Kurden-dem-IS-unterlegen?