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Bericht von der Kirchensynode

Zustimmung zum Zusammenschluss der Kirchgemeinden Altikon-Thalheim und Ellikon an der Thur

Ohne Gegenstimme verabschiedete die reformierte Kirchensynode den Zusammenschluss der Kirchgemeinden Altikon-Thalheim und Ellikon an der Thur zur Kirchgemeinde Altikon-Thalheim-Ellikon. Die neue Kirchgemeinde zählt rund 1450 Mitglieder und wird dem Bezirk Andelfingen zugewiesen. Gemäss kirchenrätlichem Bericht liegt die Vereinigung von kleinen Kirchgemeinden zu grösseren Einheiten auf der Linie, wie sie das vor einem Jahr lancierte Projekt «KirchGemeindePlus» verfolgt.

Da die neue Kirchgemeindegrösse noch erheblich unter der Orientierungsgrösse liegt, die der Kirchenrat vor Jahresfrist postuliert hat, haben die Kirchenpflegen der beiden fusionierenden Gemeinden angekündigt, dass die Gemeindevereinigung ein erster Schritt auf dem Weg zu einer noch grösseren Kirchgemeinde bilde. Für den Kirchenrat hat die erfolgte Zusammenlegung Vorbildcharakter für weitere Kirchgemeinden, weshalb die gemachten Erfahrungen in einen Leitfaden einfliessen.

Gestalten für die Kirche von morgen?

«Fresh expressions of Church» sind kreative Impulse in der anglikanischen Kirche, die seit einigen Jahren auch in der Schweiz von sich reden machen. In England gibt es inzwischen rund 2000 solcher Aufbrüche. Es handelt sich dabei um lokale, netzwerkartige Initiativen, die nicht im Gegensatz, sondern in Ergänzung zu den territorialen Gemeinden stehen. Von der anglikanischen Kirche werden sie als vollgültige Gemeindeformen akzeptiert und unterstützt, sollen dabei aber ihren eigeninitiativen Charakter nicht verlieren.

Mittels einer Interpellation wollte Peter Schmid, Bäretswil, wissen, wie der Kirchenrat hiesige «fresh expressions» zu fördern gedenke. In seiner Antwort weist der Kirchenrat u.a. auf ein in der Schweiz existierendes Netzwerk hin sowie auf Schnittpunkte zu laufenden Projekten. Er betont aber auch, dass solche neuen Gestalten von Kirche nicht rezeptartig kopiert und auch nicht von oben verordnet» werden können. Der Kirchenrat ist aber willens, ein «Klima der Ermutigung und der Kreativität zu schaffen», das solche Impuls fördert.

Budget 2014 im Zeichen des Sparens

Eigentlich sah der Voranschlag der landeskirchlichen Zentralkasse, der den Synodalen vorlag, bei einem Gesamtaufwand von 107 Mio. Franken einen leichten Aufwandüberschuss von 13‘000 Franken und damit ein ausgeglichenes Budget vor. Aufgrund einer unvorhergesehenen Anpassung bei der Verteilung der Staatsbeiträge auf die anspruchsberechtigten Kirchen und Religionsgemeinschaften im kommenden Jahr zeichnet sich jedoch ab, dass der Kirchenrat aufgrund des Mitgliederverlustes weitere 600‘000 Franken einsparen muss. Das Budget 2014 wurde dennoch mit grossem Mehr genehmigt.

Gleichzeitig wird der Beitragssatz für die Kirchgemeinden um 0.05 Punkte auf 3.15 gesenkt, um die Belastung der Kirchgemeinden so gering wie möglich zu halten. Im Durchschnitt beträgt diese Belastung damit 30.27%. Der Beitragssatz soll gemäss Finanzplan 2015–2018 in den kommenden Jahren beibehalten oder sogar noch weiter gesenkt werden. Die Steuereinnahmen der Kirchgemeinden sind 2013 allerdings tiefer ausgefallen als budgetiert, so dass die weitere finanzielle Entwicklung schwierig abzuschätzen ist.

Keine Freude an der Senkung des Beitragssatzes hatte die Religiös-soziale Fraktion, die dazu eine Fraktionserklärung abgab. Präsident Matthias Reuter wies darauf hin, dass die Senkung zu einer weiteren Reduktion des ohnehin schon tiefen Eigenkapitals führe und gegebenenfalls ja auch noch die 600‘000 Franken verkraftet werden müssen. Zudem schlug er vor, den Beitragssatz künftig schon vor der Budgetdebatte festzulegen.

Keine PUK für Helmuth Werner

In der Synodesitzung vom 17. September 2013 forderte der Synodale Helmuth Werner, provisorisch im Amt eingestellter Kirchenpflegepräsident der Kirchgemeinde Zürich Industriequartier, die Einsetzung einer Parlamentarischen Untersuchungskommission. Das Büro der Kirchensynode hat das Anliegen in der Zwischenzeit geprüft. Synodepräsident Kurt Stäheli teilte der Kirchensynode nun mit, dass der Wunsch von Helmuth Werner nicht erfüllt werden könne, da die gesetzlichen Grundlagen zur Einrichtung einer solchen PUK mit den nötigen Kompetenzen fehlen würden. Die Angelegenheit müsse im Rahmen der laufenden Verfahren geklärt werden.

Christen in Syrien immer stärker in Bedrängnis

Auf Einladung der Kirchensynode hielt der Islamwissenschaftler Wolfgang Schwaigert zu Beginn der Nachmittagssitzung ein Referat zur Lage der Christen in Syrien. Schwaigert war bis im Sommer Honorarprofessor an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd. Laut dem Syrienexperten ist die Situation im Land katastrophal und fast nicht zu beschreiben. Die Christen seien die Hauptverlierer des Krieges. Bereits seien rund 450‘000 von den früher 1,5 Mio. Christen geflohen, viele in den Libanon und von dort weiter nach Europa und in die USA. Aus Angst vor muslimischen Übergriffen würden viele die Flüchtlingslager meiden.

Schwaigert ist überzeugt, dass es für die Christen in Syrien ums Überleben geht. In mehreren Provinzen seien alle Kirchen zerstört und die Christen vertrieben worden. In eindringlichen Worten lud er die Synodalen ein, die Christen in Syrien zu unterstützen. Es dürfe nicht sein, was ein Flüchtling in eine Kamera sagte, dass sich der Westen nicht für die orientalischen Christen interessiere.