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Aus dem 16. Jahrhundert

227 Briefe aus dem Bullinger-Briefwechsel sind neu editiert. 10'000 Schriften warten noch.

News aus dem 16. Jahrhundert

 

 227 Briefe aus dem Bullinger-Briefwechsel sind neu editiert. Am 7. April fand die Vernissage des 14. Bandes der Briefwechseledition statt. Der neue Band – erschlossen am Institut für Schweizerische Reformationsgeschichte der Uni Zürich – enthält alle Briefe an und von Bullinger aus dem Jahr 1544. Der Zwingli-Nachfolger und Vorsteher der Zürcher Kirche war damals vierzig Jahre alt und Vater von sieben Kindern. Heinrich Bullingers Korrespondenz sucht seinesgleichen: 12’000 Briefe hinterliess der Zürcher Reformator (1504–1575). Seine verbrieften Kontakte reichen von Schottland bis Weissrussland und von Dänemark bis nach Italien und erreichen eine zeitlich unglaubliche Dichte: An durchschnittlich sieben von 10 Tagen treffen Briefe bei Bullinger in Zürich ein oder verlassen dessen Schreibstube.

Die Briefe gelten als hervorragende Quelle für die Erforschung des 16. Jahrhunderts, weil sie nicht nur Einblicke in das Leben des Zürcher Reformators und seiner Korrespondenzpartner überall in Europa bieten, sondern Informationen und Nachrichten über fast alle Bereiche der damaligen Zeit bergen. Sie handeln von Politik und Kirchenpolitik, von Kriegen und Ernteknappheiten, sie rapportieren Erfindungen und Verbrechen und vermerken astronomische und meteorologische Auffälligkeiten. Die Sammlung der Briefe ist so umfangreich, dass die Edition selbst bereits auf eine mehrere Jahrzehnte lange Geschichte zurückblicken kann. Mit Erscheinen des 14. Bandes sind 2058 Briefe editiert. Fast 10’000 weitere Schriften gilt es für das von Nationalfonds und Zürcher Landeskirche getragene Forschungsteam noch zu erschliessen.

Weitere Informationen zur Bullinger-Edition