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Auftakt zur Schöpfungszeit

Am 1. September hat in St. Gallen der Auftakt zur SchöpfungsZeit stattgefunden.

Am 1. September hat im Botanischen Garten in St. Gallen der ökumenische SchöpfungsZeit-Auftakt zum Lebensraum Berge stattgefunden. Eingeladen hatte die Ökumenische GFS-Kommission (Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung) der ACK (Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen) SG/AR/AI. Mehr als fünfzig Personen nahmen an der Veranstaltung teil.

Der ökumenische Auftakt zur SchöpfungsZeit hat prominente Unterstützung erfahren. Denn Anfang August hat Papst Franziskus entschieden, auch in der Katholischen Kirche den „Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung“ einzuführen. Darauf wies Brigitta Ackermann von der GFS-Kommission in ihrer Begrüssung hin. Der Präsident des Vereins oeku Kirche und Umwelt, Pfr. Stephan Degen-Ballmer, führte in das Thema „Sanfte Hügel, raue Gipfel“ ein und stellte fest, dass im Kanton St. Gallen fast alle Typen von Bergen zu finden seien, von den sanften Hügeln bis zu den rauen Gipfeln. Es gelte, diese Vielfalt der Lebensräume, der Tier- und Pflanzenarten sowie der Kulturen zu bewahren.

Naturnaher Bergtourismus: Gute Beispiele – wenig Breitenwirkung

Dominik Siegrist, Professor am Institut für Landschaft und Freiraum der Hochschule für Technik in Rapperswil, stellte gelungene Beispiele für naturverträglichen Tourismus im Alpenraum vor, darunter z.B. das österreichische Lechtal oder die Destination Engadin Scuol Samnaun Val Müstair. Dabei werden vielerorts der öffentliche Verkehr, einheimische Wertschöpfung und auch die Energieeffizienz gefördert. Die Liste der guten Beispiele ist lang. Leider könnten sich die guten Ansätze unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen nicht durchsetzen. Eine Erhöhung der Energiepreise beispielsweise würde dem naturnahen Tourismus zugute kommen.

Widerstandsfähige Pflanzen

Die Anpassungstechniken der Pflanzen, die es ihnen ermöglichen in Bergregionen zu überleben, stellte der Leiter des Botanischen Gartens, Hanspeter Schumacher, auf einem Rundgang anhand verschiedener Gebirgspflanzen aus der ganzen Welt vor. Es sind dies die Behaarung, um sich vor der starken Sonneneinstrahlung zu schützen, der Kleinwuchs, um dem Wind zu widerstehen sowie die Sukkulenz, um Wasser zu speichern. Zudem stellte Schumacher eine einzigartige Pflanze vor, nämlich die Strauch-Birke. Sie habe an einem einzigen Standort in St. Gallen seit der Eiszeit überlebt. Glücklicherweise seien Pflanzen äusserst anpassungsfähig und robust. Es bestehe Grund zur Hoffnung, dass sich die Pflanzen der Klimaerwärmung anpassen könnten. Für den Menschen sei das schwieriger.

Ökumenische Schöpfungsfeier

Am liturgischen Abschluss zu Psalm 121 beteiligten sich Pfarrpersonen aus der Baptistengemeinde, der Evangelisch Methodistischen Kirche, der Rumänisch Orthodoxen Kirche, der Eglise française, der Christkatholischen Kirche, der Serbisch Orthodoxen Kirche, der Griechisch Orthodoxen Kirche, der Röm.-kath. Kirche sowie der Evang.-ref. Kirche. Jetzt ruft auch der Papst auf, den Schöpfungstag bzw. die Schöpfungszeit in ökumenischer Gemeinschaft zu feiern. Anfang Jahr sind die St. Galler Auftaktveranstaltungen zur SchöpfungsZeit mit dem Oecumenica-Label der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz ausgezeichnet worden.

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